Standortsverhältnisse und Waldgesellschaften

Die Waldflächen im Forstamt weisen eine große standörtliche Vielfalt auf und liegen in den Wuchsgebieten Ostthüringisches Trias-Hügelland (74 %), Thüringer Becken (17 %) und Nordthüringisches Trias-Hügelland (9 %).

Sie haben Anteil an den Wuchsbezirken Ilm-Saale-Muschelkalkplatte mit dem Teilwuchsbezirk Tannrodaer Buntsandstein sowie dem Thüringer Keuperbecken mit den Teilwuchsbezirken Ettersberg und Finne-Schrecke-Schmücke-Hügelland.

Die Forstamtsfläche liegt zwischen 120 - 513 m ü. NN. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt etwa 600 - 700 mm und die durchschnittliche Lufttemperatur 7,5 Grad Celsius/Jahr.

Im Thüringer Forstamt Bad Berka kommen schwerpunktmäßig der Hainsimsen-Buchenwald, der Waldgersten-Buchenwald und der Labkraut-Eichen-Eschen-Hainbuchenwald als natürliche Waldgesellschaften vor.

Ziel in den nächsten Jahren ist es, den Eichenanteil zu halten und Baumarten wie Tanne, Douglasie, Kirsche und Eibe zu erhöhen.

Baumartenverteilung und Eigentumsverhältnisse im Forstamtsbereich ansehen (PDF)

Waldbild: Waldweg im Herbstwald
Ein Förster blickt mit seinem Fernglas nach oben zu den Baumkronen.
Fotos: ThüringenForst

Waldbewirtschaftung

Die Waldbestände werden durch waldbauliche Maßnahmen mit dem Ziel entwickelt, eine hohe ökologische und ökonomische Stabilität zu erreichen. Mittelfristig sollen auf allen Waldflächen Mischbestände aus standortgerechten Baumarten aufgebaut werden.

Generell werden die Waldbestände kahlschlagsfrei verjüngt. Das Aufkommen und die dauerhafte Etablierung von Naturverjüngung werden gefördert, damit unter dem Oberstand stets eine strukturierende Unter- und Zwischenstandsschicht vorhanden ist.

Im Forstamtsbereich wurden über 350 Hektar Erstaufforstungen in der waldarmen Region des Thüringer Beckens getätigt.

Im Forstamtsbereich werden jährlich über alle Besitzarten rund 55.000 – 60.000 Festmeter Holz eingeschlagen. Das Forstamt beteiligt sich jährlich mit über 100 Festmetern an der Wertholz-Submission von ThüringenForst.

Die Jagd ordnet sich den waldbaulichen Vorgaben unter. Es kommen Dam-, Muffel-, Schwarz- und Rehwild vor. Pro Jahr werden ungefähr 600 Stück Schalenwild erlegt.

Hoheit und Beratung

Das Forstamt sichert die Einhaltung der Vorgaben des Waldgesetzes ab. Auf Antrag übernehmen die Förster per Beförsterungsvertrag die forsttechnische Leitung und den forsttechnischen Betrieb im Privatwald.

Bei der forstlichen Förderung werden Antragsteller beraten, Fördermaßnahmen durchgeführt und kontrolliert. Die waldbesitzenden Städte und Gemeinden werden flächendeckend staatlich beförstert.

Naturschutz

Die Waldflächen im Forstamtsbereich liegen größtenteils in Landschaftsschutzgebieten, außerdem hat das Forstamt Anteil an drei Natura-2000-Gebieten (FFH und Vogelschutz). Im Forstamt gibt es eine Naturwaldparzelle gemäß Thüringer Waldgesetz, mehrere Naturschutzgebiete (mit und ohne Bewirtschaftung), Flächennaturdenkmale und geschützte Landschaftsbestandteile. Die Vorgaben der jeweiligen Schutzziele werden bei der Umsetzung von forstlichen Maßnahmen beachtet. Die zeitlichen Bewirtschaftungseinschränkungen und die Entwicklung von Strukturen und Requisiten (Habitatbäume, Freistellen Orchideenstandorte, Totholz usw.) werden in die forstlichen Arbeiten integriert.

Umweltbildung

Mitarbeiter des Forstamts leisten eine intensive waldpädagogische Arbeit. Ein Höhepunkt sind die jährlichen Waldjugendspiele im Forstamtsbereich.

Hinzu kommen zahlreiche Einsätze des Waldinfomobiles an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen. Mit Kindergärten, Schulen oder sonstigen Interessenten werden regelmäßig Waldführungen durchgeführt.

Ausbildung

Zu den Sonderaufgaben des Forstamtes zählt die Ausbildung von Forstwirten. Während der dreijährigen Ausbildungszeit werden die Auszubildenden von einem Forstwirtschaftsmeister betreut, der ihnen die theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt.

Weiterhin ist das Forstamt an der Ausbildung zum gehobenen und höheren Forstdienst beteiligt. Interessierte Jugendliche können je nach späteren Ausbildungswünschen ein Praktikum absolvieren.

Besonderheiten

Brennholzplatz auf dem Ettersberg

Einen zentralen Brennholzplatz gibt es auf dem Ettersberg. Hier können Sie als Holzkunde das erworbene Holz vor Ort verarbeiten und abtransportieren.

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Jugendwaldheim Bergern

Zum Forstamt gehört das Jugendwaldheim Bergern Hier wird Kindern und Jugendlichen im Rahmen mehrtägiger Aufenthalte ein spielerischer Zugang zum Verständnis von Waldökosystemen geboten. Pro Jahr werden über 1.000 jugendliche Besucher mehrtägig betreut. Das Jugendwaldheim  ist Standort eines Waldtheaters.

Besuchen Sie unsere Themenseite des Jugendwaldheims Bergern

 

Heidelbeerplantage Blankenhain

Die Plantage wurde zwischen 1987 und 1992 im Forstrevier Blankenhain angelegt und umfasst eine Fläche von fünf Hektar mit ca. 10.000 Heidelbeersträuchern. 13 verschiedene, zu unterschiedlichen Zeiten reifende Kultursorten werden angebaut, wodurch eine fast zweimonatige Erntesaison ermöglicht wird und die Geschmacksunterschiede der einzelnen Sorten in ihrer ganzen Breite erfahren werden können.

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