WaldZahlen

Wussten Sie, dass in Thüringens Wäldern jährlich 5.800.000 Kubikmeter – oder wie wir Förster sagen: Festmeter – Holz zuwachsen? Oder, dass es hier weit über 10.000 wirbellose Tierarten und rund 3.000 Pilzarten gibt?

Der Wald ist mehr als eine Ansammlung von Bäumen. Entdecken Sie anhand unserer WaldZahlen, wer und was sich darin verbirgt und wie oft die Sonne über Thüringens Wäldern scheint. Wir haben den Zahlenwald von ganz Thüringen durchforstet. Für Sie!

Bäume und Baumarten

Grafik mit Baumarten
Kleine Baumstatistik: So wächst der Wald in Thüringen. (Grafik: ThüringenForst; Icons: nikiteev, pne - fotolia.com, ThüringenForst)

330.000.000 Bäume

330 Millionen Bäume wachsen in ganz Thüringen

Dank der dritten Bundeswaldinventur (BWI3) sind die Zahlen für Deutschland wissenschaftlich fundiert: 90 Milliarden Bäume wachsen zwischen Flensburg und Zugspitze, davon rund 330 Millionen im „grünen“ Freistaat Thüringen. Im bundesweiten Durchschnitt steht Thüringen mit rund 34 Prozent bewaldeter Landesfläche an siebter Stelle.

Bitte lesen Sie auch weitere Informationen auf unserer Themenseite Bundeswaldinventur

Anteile Nadel- und Laubgehölze

62 Prozent Nadelbäume

In Thüringens Wäldern sind vor allem Fichte, Kiefer, Tanne, Douglasie und Lärche vertreten. Auch die seltene Eibe ist in Thüringen stellenweise zu finden.

38 Prozent Laubbäume

Buche, Eiche, Ahorn, Esche, Birke und Kirsche bilden die dominierenden Laubbaumarten. Ebenfalls findet man Elsbeere, Speierling und Mehlbeere. Sie sind zwar seltener anzutreffen, bedeuten aber eine wahre Bereicherung für Thüringens Wälder.

Tipp

Die genauen Werte für die Verteilung von Laub- und Nadelbaumarten erhalten Sie auf der offiziellen Website der dritten Bundeswaldinventur (BWI3)

Holzzuwachs pro Jahr

5.800.000 Kubikmeter jährliches Baumwachstum

Das Waldwachstum in Thüringen beträgt jährlich – in Kubikmetern umgerechnet – 5,8 Millionen. Genau genommen sind es rund 5,8 Millionen Vorratsfestmeter mit Rinde (m³ m. R.). Dies bedeutet, dass nicht nur die reine Holzmasse (wie beim Festmeter üblich), sondern auch die Rinde mit gerechnet wird.

Artenzahlen

Grafik mit Insekten, Tieren, Pflanzen und Pflanzen
Artenvielfalt: Im Wald treffen die unterschiedlichsten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten aufeinander. (Grafik: ThüringenForst; Icons: nikiteev, jan stopka, Liddy Hansdottir, ufotopix - fotolia.com, ThüringenForst)

Tiere

Wirbellose: >10.000 Arten

Auch wenn man sie nicht alle zählen kann und die Wissenschaft sicher noch einiges zu entdecken hat – im Wald tummeln sich weit über 10.000  verschiedene Arten wirbelloser Tiere. Dazu gehören alle Gruppen der Insekten, Würmer, Krebstiere, Tausendfüßler und Mollusken (Weichtiere wie Schnecken).

Ein imposanter Vertreter der Wirbellosen ist der beispielsweise Hirschkäfer. Die Männchen dieser Art können bis zu 7,5 Zentimeter groß werden, wobei die Hälfe der Körperlänge durch die markanten Mundwerkzeuge (auch „Geweih” genannt) zustande kommt.

Wirbeltiere: >200 Arten

Ob an Land, zu Wasser oder in der Luft: Wirbeltiere haben den Wald auf allen Ebenen erobert. Allerdings ist es nicht immer leicht, eine Tierart als "echte Waldart" zu identifizieren. Einen Überblick über die regelmäßig im Wald oder an Waldrändern anzutreffenden Arten erhalten Sie im Themenpunkt Wirbeltierarten im Wald

Pflanzen

Pflanzenarten: >2.000

Die Zahl der in Thüringen nachgewiesenen Farn- und Blütenpflanzen wird mit über 2.700 Arten angeben, weiterhin kommen noch über 800 Moosarten hinzu.

Viele Pflanzen sind im Wald zu finden, auch wenn sie keine klassischen „Waldarten“ sind und auch an anderen Orten außerhalb des Waldes anzutreffen sind. Zusammen mit Arten, die tatsächlich ausschließlich im Wald vorkommen, können wir von rund 2.000 Pflanzenarten ausgehen, die wir in Thüringens Wäldern antreffen können.

Pilze

Pilze: >3.000 Arten

Wissenschaftler gehen von etwa 4.500 Großpilzarten in Thüringen aus. Unter Großpilzen werden hier Pilze verstanden, die Fruchtkörper mit einer Größe von mehr als 4 Millimetern hervorbringen.

Von den 4.500 Großpilzarten ist der überwiegende Anteil im Wald zuhause, aber auch hier gilt: Jeder Lebensraum hat seine spezifischen Großpilzarten zu bieten. Grob geschätzt sind rund 3.000 Arten in unseren Wäldern heimisch – aber auch hier darf man auf zukünftige Forschungsergebnisse gespannt sein.

Wirbeltierarten im Wald

Grafik mit Fledermaus, Rehbock, Vogel, Frosch, Schlange, Fisch
Artenreich: Der Wald ist Lebensraum vieler Wirbeltierarten, die man zwischen den Bäumen, auf Lichtungen, im Wasser und in der Luft entdecken kann. (Grafik: ThüringenForst; Icons: nikiteev, jan stopka, Liddy Hansdottir - fotolia.com, ThüringenForst)

Säugetiere

Säugetiere: 46 Arten

Dezeit sind – je nach Zählweise und Beurteilung ihres Lebensraumes – 46 Säugetierarten in Thüringens Wäldern heimisch. Diese reichen von imposanten Erscheinungen wie dem Rothirsch (rund 200 Kilogramm Lebendgewicht) bis hin zur rund 7 Gramm leichten Waldspitzmaus, doch leicht zu entdecken sind bei nicht.

Fledermäuse: 21 Arten

Die dämmerungs- und nachtaktiven "Flattermänner" sind mit 21 Arten vertreten und gehören ebenfalls zu den Säugetieren. Fledermäuse sind (mit Ausnahme der Flughunde) die einzige flugfähige Säugetiergruppe. Ein in Thüringen sehr bekannter Vertreter der Fledermäuse ist die Kleine Hufeinsennase. Die Mopsfledermaus und die Bechsteinfledermaus haben eine sehr enge Bindung an den Wald.

Vögel

Vogelarten: 120

Die Palette der in Thüringens Wäldern heimischen Vogelarten ist bunt: neben den "singenden" Waldvögeln wie beispielsweise Dompfaff, Blaumeise oder Rotkehlchen leben Habichte, Bussarde und mehrere Eulenarten in den Baumkronen.

Sechs der in Thüringen vorkommenden Spechtarten schaffen als „Wohnungsbaugesellschaft des Waldes” zahlreiche Baumhöhlen und somit Wohnraum für viele Tierarten, welche Spechthöhlen gern als Nachmieter beziehen.

An Waldgewässern trifft man mit Geduld und Glück auf den Schwarzstorch. In Thüringens Wäldern leben derzeit wieder über 40 Brutpaare der einst fast verschwundenen Vogelart.

Viele der in Thüringen anzutreffenden Waldvogelarten weisen stabile Bestände auf und sehen einer gesicherten Zukunft entgegen. Andere Arten wie das Auerhuhn oder das Haselhuhn bedürfen unserer gezielten Unterstützung.

Tipp

Besuchen Sie unsere WaldNaturschutz-Seiten

Fische, Lurche, Kriechtiere

Amphibien / Lurche: 13 Arten

Amphibien verbringen nur einen Teil des Jahres in Gewässern. Ihre Landlebensräume liegen zumeist im Wald. Der Feuersalamander sucht zur Ablage der Larven strukturreiche Waldbäche auf. Die auffällige Färbung der Salamander soll übrigens Fressfeinde abschrecken und weist auf ein giftiges Hautsekret hin.

Verschiedene Molcharten nutzen wassergefüllte Spurrinnen, die unsere Forstmaschinen auf den Rückegassen hinterlassen, im Frühjahr und Sommer gern als „Freibad”. Außerhalb der Laichzeit halten sich Teich-, Berg-, Faden- und Kammolche unter Reisighaufen, liegendem Totholz oder in anderen gut geschützten Verstecken im Wald auf.

Kriechtiere: 6 Arten

Sonnenanbeter: die Thüringer Eidechsen- und Schlangenarten sind wärmebedürftig. Dennoch finden sie auch im zumeist schattigen Wald gute Lebensbedingungen, z. B. an sonnendurchfluteten Waldwegen. Dort könnten Sie auch eine Blindschleiche, Waldeidechse oder Kreuzotter entdecken. „Bissig” ist nur Letztere – und auch nur dann, wenn sie sich massiv bedroht fühlt.

Fische: 3 Arten

Fisch ahoi: in den vielen Thüringer Waldbächen tummeln sich Westkoppe, Neunauge und Bachforelle. Weil sich das Baumkronendach über ihnen oft genug schließt, macht sie das aus unserer Sicht auch zu Waldbewohnern.

Waldklima: Jahresüberblick

Grafik mit Sonne, Regenwolke, Thermometer, Sturmwolke
Sonne, Niederschlag, Temperatur und Wetterereignisse wie Sturm beeinflussen das Aussehen der Wälder. (Grafik: ThüringenForst; Icons: Do Ra - fotolia.com, ThüringenForst)

Die durchschnittlichen Klimawerte im Überblick

• Sonne: 1.364 Stunden
• Niederschläge (Regen, Schnee, Hagel): 770 Liter pro Quadratmeter
• Temperatur: 8,2 °Celsius
• Windgeschwindigkeiten: 49 Meter / Sekunde in den Tieflagen, 70 Meter / Sekunde in den Höhenlagen und auf Gebirgskämmen

Rohstoff Holz

Grafik mit wachsendem Baum, umgestürtzen Baum, gefällten Baum und Bäumen im Einkaufswagen
Holzwirtschaft in Thüringen: Nachhaltige Holzernte ist ein Grundpfeiler des Wirtschafts-Clusters Forst & Holz. (Grafik: ThüringenForst; Icons: nikiteev, Do Ra, pne - fotolia.com, ThüringenForst)

Holzaufkommen & Wachstum

330 Millionen Bäume bei einem jährlichen Baumwachstum von 5,8 Millionen Vorratsfestmeter

Rund 330 Millionen Bäume wachsen im „grünen“ Freistaat Thüringen. Im bundesweiten Durchschnitt steht Thüringen mit rund 34 Prozent bewaldeter Landesfläche an siebter Stelle.

Der jährliche Zuwachs dieser Bäume beträgt 5,8 Millionen Vorratsfestmeter (gemessen mit Rinde).

Holzeinschlag & Schadholz

Witterungs- und Schadereignisse: 155.000 Kubikmeter

Nicht nur durch Holzeinschlag, sondern auch bedingt durch Witterungs- und Schadereignisse wird Holz eingeschlagen. So fielen im Jahr 2014 rund 55.000 Festmeter Sturmholz bedingt durch hohe Windgeschwindigkeiten an. Zudem mussten circa 100.000 Festmeter (so nennen wir Förster den Kubikmeter Holz) aufgrund von Borkenkäferbefall eingeschlagen werden.

Holzeinschlag: rund 3.500.000 Kubikmeter

Die dritte Bundeswaldinventur ermittelte ein jährliches Baumwachstum von 5,8 Millionen Kubikmetern auf der gesamten Fläche des Freistaates Thüringen. Bei einem Holzeinschlag von rund 3,5 Millionen Kubikmetern wird weniger Holz geerntet, als nachwächst. (Quelle: bwi.info)

Wirtschaftsmotor Wald

250 Millionen Euro jährliches Steueraufkommen

Mit einem Steueraufkommen von bis zu 250 Millionen Euro pro Jahr ist das Cluster Forst & Holz einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren in Thüringen.

WaldLand Thüringen

Grafik mit mit Bäumen, Baumkrone in Thüringen-Form, Mann mit Aktenkoffer geht in den Wald, Mann kauft Bäume mit Einkaufswagen
Das WaldLand Thüringen: Mit seinen 550.000 Hektar Wald ist es eine wichtige Einkommensquelle - vor allem für den strukturschwachen ländlichen Raum. (Grafik: ThüringenForst; Icons: nikiteev, Do Ra - fotolia.com, ThüringenForst)

Das WaldLand Thüringen

550.000 Hektar Wald

Rund ein Drittel der Landesfläche des Freistaates Thüringen ist mit Wald bedeckt. Im Vergleich der waldreichsten Bundesländer steht Thüringen an siebter Stelle.

Waldflächen unter Naturschutz: 70 Prozent

Über 70 Prozent der Waldfläche sind naturschutzrechtlich geschützt und werden nach (je nach Schutzkategorie unterschiedlichen) Naturschutzrichtlinien bewirtschaftet.

Auf derzeit 15.600 Hektar kann sich der Wald natürlich entwickeln. Im Jahr 1990 waren nur rund 1.000 Hektar des Waldes ohne forstliche Nutzung. Davon befinden sich ca. 14.000 Hektar Waldflächen im Eigentum von ThüringenForst. Es ist ein erklärtes forstpolitisches Ziel, spätestens bis zum Jahr 2029 landesweit 25.000 Hektar Wald aus der Nutzung zu nehmen und der natürlichen Entwicklung zu überlassen.

Wald als Arbeitsplatz

40.000 Arbeitsplätze: das Cluster Forst & Holz

Das Thüringer Cluster Forst & Holz ist mit 40.000 Vollzeitarbeitsplätzen größter Arbeitgeber im strukturschwachen ländlichen Raum.

Eigentumsverteilung

180.000 Waldeigentümer in Thüringen

Für rund 180.000 Waldeigentümer in Thüringen stellt Wald eine zum Teil erhebliche Einkommensquelle dar. Die 550.000 Hektar Waldfläche verteilen sich auf vier Eigentümergruppen.

Eigentumsverteilung

• Staatswald (Freistaat Thüringen): 40 Prozent
• Privatwald (Privatpersonen, Kirchen): 40 Prozent
• Körperschaftswald (Kommunen, Körperschaften des öffentlichen Rechts): 17 Prozent
• Treuhandwald (wird aktuell privatisiert): 3 Prozent

Holzverkauf

Unser Holzverkauf: Jährlich werden rund 1,2 Mio. Festmeter Holz aus AöR-eigenen Wäldern an beispielsweise Furnier- oder Sägewerke verkauft. Mit 60 bis 70 Millionen Euro pro Jahr macht der Holzverkauf 90% aller Erlöse von ThüringenForst aus. 2015 lag der sortimentsübergreifende Durchschnittspreis pro Festmeter bei 59,00 Euro. Bedingt durch den Sturm Niklas war dieser etwas niedriger als in den Vorjahren. (Grafik: ThüringenForst; Icons: nikiteev, Do Ra - fotolia.com, ThüringenForst)

Holzverkauf

Unsere wichtigste Einnahmequelle

Der Holzverkauf ist die wichtigste Einnahmequelle von ThüringenForst. Dazu müssen jährlich ungefähr 1,2 Millionen Festmeter Holz aus dem AöR-eigenen Wald verkauft werden.

Mit 60 bis 70 Millionen Euro pro Jahr macht er etwa 90 Prozent aller Erlöse der Landesforstanstalt aus. Im Geschäftsjahr 2015 betrug der Erlös rund 68 Millionen Euro.

Abnehmer von Holz bei ThüringenForst sind zum größten Teil Furnier- und Sägewerke sowie die Hersteller von Spanplatten. Aber auch die Zellstoff- und Papierindustrie, die Betreiber von Biomasseheizkraftwerken und nicht zuletzt die Bevölkerung als Brennholzkäufer zählen zu unseren Kunden.

90 Prozent der Gesamteinnahmen

Holzverkauf: Basis für alle Aktivitäten rund um den Wald

Der Holzverkauf macht etwa 90 Prozent aller Erlöse der Landesforstanstalt aus und legt so die finanzielle Grundlage für alle Aktivitäten im und um den Wald. Dazu zählen Ausgaben für das Anpflanzen neuer Bäume, Ausgaben für Bildung und Naturschutz sowie Kosten für Forstpersonal und Forsttechnik.

Durchschnittspreis

Durchschnittspreis pro Festmeter

2015 lag der sortimentsübergreifende  Durchschnittspreis pro Festmeter bei 59,00 Euro. Bedingt durch den Sturm Niklas war dieser etwas niedriger als in den Vorjahren.