WaldSchutz

Unser Wald - das Multitalent!

Der Wald ist ein Multitalent: Er ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, er schützt Boden, Klima sowie Wasser und er liefert uns Menschen den unverzichtbaren Rohstoff Holz.

Zugleich ist der Wald der größte Erholungsraum, den wir haben. Ein Drittel der Landesfläche Thüringens ist bewaldet!

Wir brauchen den Wald und der Wald braucht uns

Wir brauchen den Wald und der Wald braucht uns. Dazu ein Ausschnitt aus der Tageszeitung „Die Welt“, welcher zeigt, dass Wald schon immer eine gesellschaftliche Aufgabe war:

„Laub raschelt unter den Füßen, hin und wieder knackt ein Ast. Baumkronen wiegen sachte im Wind. Sonnenlicht blitzt durch das Blätterdach. Irgendwo hämmert ein Specht. Ansonsten: Stille. Ein Waldspaziergang ist für die meisten Menschen Erholung pur. Dabei ist es Nebensache, ob der Weg durch einen Fichtenwald im Thüringer Wald oder durch einen Buchenwald in Mecklenburg-Vorpommern führt.

Doch was, wenn statt üppiger, grüner Zweige kahle Baumskelette in den Himmel ragen? Wenn ein ganzes Waldgebiet aussieht wie ein riesiges Steckbrett? Was klingt wie ein Weltuntergangsszenario, war vor nicht allzu langer Zeit mancherorts Realität.

In den 1980er Jahren alarmierten das sogenannte Waldsterben und der saure Regen die Bürger. Durch den veränderten pH-Wert im Boden warfen Bäume Blätter und Nadeln ab, ihre verkümmerten Wurzeln konnten kaum Nährstoffe aufnehmen, was schließlich zum Absterben der Bäume führte. Die ersten großen Wälder würden schon in den nächsten fünf Jahren sterben, schrieb 1980 ein Forstexperte in einem Gutachten für das Umweltbundesamt. Sie seien nicht mehr zu retten.

Ein Schreckensbild, das Politik, Industrie und Gesellschaft aufrüttelte und ein umfangreiches Schutzprogramm in Gang brachte: Industrie- und Kraftwerksabgase wurden von schädlichem Schwefel gereinigt, Autos mit Katalysatoren ausgerüstet, Benzin von Blei befreit. Hubschrauber verstreuten Kalk über Waldgebieten, um übersäuerte Böden zu neutralisieren. Der Wald ist nicht gestorben.

Das ist 30 Jahre her. Der deutsche Wald ist nicht verschwunden, viele Waldflächen haben sich inzwischen erholt. Ob dies allein an den Umweltmaßnahmen liegt, lässt sich schwer sagen. Geschadet haben sie jedenfalls nicht: Heute ist etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands – etwa elf Millionen der insgesamt rund 36 Millionen Hektar – von dichtem Wald bedeckt. Damit gehört Deutschland zu den waldreichsten Ländern Europas – nach der Schweiz und Österreich."

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Lebensgemeinschaft Wald

Wir müssen sorgsam mit dem Wald umgehen

Fakt ist: Wir brauchen den Wald! Deshalb müssen wir sorgsam mit ihm umgehen! Schutz und Nutzung müssen im Einklang stehen. Genau das meint auch das Prinzip der Nachhaltigkeit. Das sollte auch die Leitlinie für unseren persönlichen Umgang mit dem Wald sein!

Den Wald in noch besserem Zustand an die nächste Generation übergeben zu können – das ist und war schon immer der Anspruch eines Försters. Heute verstehen wir von ThüringenForst darunter weit mehr als nur die nachhaltige Absicherung der Holznutzung. Es geht um die gesamte Lebensgemeinschaft Wald in ihrer natürlichen Vielfalt und somit um ein wertvolles Gut, das uns anvertraut wurde und das es zu bewahren gilt.

Wälder werden in Thüringen seit Jahrhunderten von den Menschen bewirtschaftet. Obwohl sie damit hinsichtlich ihrer Struktur keine ursprünglichen natürlichen Wälder mehr sind, handelt es sich bei ihnen um die Landnutzungsform, in der sich die ursprüngliche Vielfalt Thüringens am besten erhalten konnte.

Vielfalt schützen

Schutz der biologischen Vielfalt

Wald lebt auch von der Vielfalt und die Vielfalt lebt im Wald – so könnte man verkürzt die Bedeutung des Waldes für die biologische Vielfalt beschreiben. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Verlustes an biologischer Vielfalt gerät damit die Lebensraumfunktion des Waldes verstärkt in den Fokus der öffentlichen Diskussion.

Dass Schutz und Nutzung des Waldes dabei kein Gegensatz sein müssen, beweisen unsere Mitarbeiter täglich. So können wir heute in Thüringen sowohl den wertvollen Rohstoff Holz nachhaltig erzeugen als auch beispielsweise einst fast ausgestorbene Vögel wie den Schwarzstorch wieder regelmäßig beobachten. Die Buche, die von Natur aus vorherrschende Baumart in Mitteleuropa, nimmt einen stetig steigenden Anteil an der Waldfläche ein. Aber auch seltene Baumarten, wie Weißtanne oder Eibe, sind in der neuen Waldgeneration wieder vermehrt zu finden.

Auf diesem Weg wollen wir weitergehen. Deswegen setzen wir weiterhin auf eine naturnahe Waldwirtschaft zugunsten eines stabilen, leistungsfähigen und artenreichen Waldes. Der ganz besonderen Verantwortung für den Schutz der Natur im Wald ist sich ThüringenForst als größter Waldbesitzer Thüringens dabei sehr bewusst.

Nutzungsfreie Flächen

Beispiel: Unsere Flächenstilllegungen

Häufig profitiert die biologische Vielfalt von der naturnahen Waldbewirtschaftung. Dennoch können bestimmte Arten in bewirtschafteten Wäldern selten werden. Deshalb ist es sinnvoll, in einem Teil der Wälder das dort wachsende Holz in vollem Umfang im natürlichen Kreislauf vor Ort zu belassen. Im Jahr 2009 wurde festgelegt, 25.000 Hektar des Waldes in Thüringen der natürlichen Waldentwicklung zu überlassen, um dadurch die Artenvielfalt zu fördern und die Vernetzung von Biotopen zu gewährleisten.

Nutzungsfreie Flächen haben, eingebettet in die weiterhin naturnah bewirtschafteten Wälder, einen besonderen Wert für Arten, die auf die Zerfallsphasen von Bäumen angewiesen sind. Somit werden die natürlichen Kreisläufe im Wald komplettiert. ThüringenForst versteht sein Handeln als integrativen Bestandteil einer Forstwirtschaft, deren Anliegen es ist, auch zukünftig einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Biodiversität zu leisten.

Insofern sind der bestehende Nutzungsanspruch und die praktizierte Stilllegung aus Sicht von ThüringenForst nur zwei Seiten einer Medaille: Die Flächen mögen zwar ohne forstwirtschaftliche Nutzung sein – nicht aber ohne Nutzen, auch für die Forstwirtschaft.