WaldKlimaschutz

Unsere Bäume haben CO2 zum fressen gern! Eines der Treibhausgase - nämlich CO2, welches die Erdatmosphäre gefährlich erwärmt, ist für Pflanzen mit grünen Blättern oder Nadeln geradezu "Kraftfutter". Weil Bäume Fotosynthese betreiben und in diesem Prozess Kohlendioxid mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser in Traubenzuckerverbindungen umwandeln und dafür reinen Sauerstoff in die Luft abgeben, sind Bäume und andere Pflanzen echte Luftreiniger und Klimaschützer!

Wälder und Holz speichern also CO2 über Jahrhunderte, nicht nur im Baumstamm sondern auch im Boden, im Humus, in Wurzeln und im naturschutzfachlich wertvollen Totholz – das Gleiche gilt auch für Holzprodukte. Ob Schrank, Dachstuhl, Gartenzaun oder Bettgestell: wer Holz verwendet, schützt das Klima. Holz jeglicher Art ist ein echter CO2-Safe, der das Treibhausgas einschließt und bis zum Zeitpunkt seiner Verbrennung oder Verrottung sicher verwahrt. Lassen Sie sich überraschen, welche Fähigkeiten Holz als Klimaschützer hat und warum die Verwendung fossiler Brennstoffe die größten CO2-Quelle ist, die maßgeblich zur Erwärmung des weltweiten Klima beiträgt.

CO ... was? Und was bitte hat das mit Fossilien zu tun?

Bis vor etwa 66 Millionen Jahren war die Erde äußerst üppig mit riesigen Wäldern bewachsen und mit Dinosauriern bevölkert. Deren sterbliche Überreste wurden - zusammen mit anderem fossilen "Biomüll" (von Pflanzen und Bäumen) mit Hilfe von Bakterien abgebaut und bei hohem Druck und Wärme im Boden eingelagert. So entstand über Jahrmillionen Kohle, Torf, Erdöl und Erdgas. Diese werden gemeinsam als fossile Brennstoffe bezeichnet und vom Menschen als solche genutzt.

CO2: es ist (fast) überall!

Die Nutzung fossiler Brennstoffe erleichtert das Leben: als Kraftstoff für Motoren, als Brennstoff für Heizungen und Kraftwerke liefern sie schnell und zuverlässig viel Energie und Wärme - leider zu Lasten der Umwelt! Denn durch die Verbrennung der fossilen Energieträger wird CO2 (Kohlenstoffdioxid) freigesetzt und als eines der wichtigsten Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben.

Achtung: Es wird wärmer ... nicht nur im WaldLand Thüringen!

Deshalb schreitet der Klimawandel stetig voran. Seit 1960 hat sich der jährlich vom Menschen verursachte Treibhausgas-Ausstoß ver-4-facht. Bis zum Jahr 2100 werden voraussichtlich insgesamt mehr als 5 000 000 000 000 Tonnen (5 Tera Tonnen) an CO2 in die Atmosphäre abgegeben - 10mal mehr als 1960 bzw. 2,5mal mehr als heute. Dadurch erhöht sich weltweit die Jahresdurchschnittstemperatur um 2-6°C . CO2-Ausstoß und Klimawandel gehen Hand in Hand. Heute ist es weltweit bereits etwa 0,75°C zu warm.

Klimawandel und die Folgen für unsere Wälder

In den letzten hundert Jahren hat sich mit Beginn des Industriezeitalters das Klima stark verändert. Heiße und trockene Sommer, schwere Stürme und Überschwemmungen sind auch im WaldLand Thüringen leider keine Seltenheit mehr. Weltweit hat sich die Durchschnittstemperatur in den letzten 50 Jahren um etwa 0,75 Grad erhöht in Thüringen sogar um etwa 1,0°C, so dass die Wetterextreme zunehmen werden.

Heiße Tage gibt es heute jährlich in Thüringen etwa doppelt so häufig. Das hat auch einen Einfluss auf die Flora und Fauna der Wälder - weltweit! Wälder leiden vermehrt unter Dürre, Hitze, Waldbränden, Stürmen und sind weniger fit für neue sowie altbekannte Schädlinge unter den zahlreichen Pilzen, Insekten und Säugetieren.

Waldwandel gegen Klimawandel: Wir machen den WaldUmbau. Für Sie!

Unsere Förster „bauen“ deshalb den Wald um: ThüringenForst passt die Wälder dem Klimawandel an. Unser Ziel ist ein standortgerechter, baumartenreicher, strukturierter und ungleichaltriger Wald, der dem schleichenden Klimawandel und auch Wetterextremen wie Dürren, Stürmen oder Überschwemmungen Stand hält und zugleich eine nachhaltige, multifunktionale Nutzung ermöglicht.

Monokultur - meist in Form von reinen, gleichaltrigen Fichtenwäldern - hat ausgedient, da sie nicht für alle Waldstandorte und Waldrisiken geeignet sind. Als Flachwurzler mit relativ breiten Kronen sind Fichten anfällig für Sturmwurf und Schneebruch. Der Wald der Zukunft wird ein Mix aus einheimischen und besonders gut geeigneten nicht-heimischen Baumarten sein: unterschiedliche Wurzeltypen, die sich gut im Waldboden festhalten, und Kronenformen, die Sturm und Schnee standhalten. Unsere Förster machen den Wald stabil und widerstandsfähig, damit er auch in Zukunft viel CO2 in Sauerstoff umwandeln kann. Für Sie!

Wald und Moore: echte Klimaschützer

Grüne Pflanzen und auch Moore sind Klimaschützer - sie filtern das gefährliche Treibhausgas CO2 aus der Luft und wandeln es durch Fotosynthese in Sauerstoff um. Sie geben also saubere Luft ab und CO2 verbleibt im Holz, in der Pflanzenfaser oder im Torf. Erst durch Verbrennung, Verrottung oder Vergärung von Holz und anderen Pflanzenteilen wird es zeitlich verzögert wieder freigesetzt und kann in die Atmosphäre gelangen. Moore sind sogar noch bessere "CO2-Schlucker", weil sie auf gleicher Fläche und in gleicher Zeit das 4-fache an Kohlendioxid im Vergleich zu Bäumen umsetzen können.

In Thüringen sind heute etwa 435 Mio. Tonnen CO2 langfristig im Wald gebunden. Durch die pflegliche, nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder kommen jährlich etwa 2 Mio. Tonnen CO2 hinzu. Etwa 55% finden sich in den Waldbäumen, 33% im Waldboden, 11% im Humus und der Laub- und Nadelstreu sowie 1% im Totholz.

Mit der Verwendung von Holzprodukten werden alle zum Klimaschützer. Auch Sie!

Wer langlebige Holzprodukte nutzt, unterstützt damit den Klimaschutz. Weil das CO2 im Holz verbleibt, tritt es nicht in die Atmosphäre. Die Verwendung von Holz als Bau- und Werkstoff hilft außerdem, andere energieintensiv hergestellte Materialien wie Aluminium, Stahl und Plastik zu schonen. Zuletzt kann die Verbrennung von Holz und Holzprodukten am Ende einer langen, möglichst mehrmaligen Verwendung noch andere Energieträger wie Kohle, Gas, Öl und Atomenergie ersetzen und dadurch Umwelt- und Klimaschäden vermeiden helfen.

Zwar werden bei der Herstellung von Holzprodukten und auch vorher bei der Waldpflege CO2-Ausstöße verursacht, dennoch fällt die Bilanz zugunsten der Holzverwendung aus. Bei der Verwendung von 1 Festmeter Holz werden etwa 1,4 Tonnen CO2 gebunden oder ersetzt, dazu müssen nur etwa 1% für Waldmaschinen, Revierfahrten und Holztransport usw. aufgewendet werden!

Fazit: Bäume und Wälder verwandeln CO2 in Sauerstoff und speichern CO2. Rohholz und langlebige Holzprodukte sind Kohlendioxid-Speicher und schonen andere energieintensiv hergestellte Materialien. Holz als Brennstoff hat eine positivere CO2-Bilanz als fossile Brennstoffe. Holz und Holznutzung ist somit ein Baustein aktiven Klimaschutzes.

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Fakt ist: Forstwirtschaft und Holznutzung tragen zum weltweiten Klimaschutz bei. Für Sie!

Wälder, die regelmäßig bewirtschaftet werden, schützen nachweislich das Klima besser als stillgelegte, nutzungsfreie Waldflächen, weil deren Holz zusätzlich zum Klimaschutz beiträgt. Dies geht aus der Studie "Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung" hervor. Quelle: Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz und Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik beim BMEL (2016): Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung. Gutachten. Berlin

In diesem Sinne arbeiten Forst- und Holzwirtschaft gemeinsam im Sinne des Klimaschutzes. Nur durch Forst- und Holzwirtschaft gemeinsam wird klimaschädliches CO2 langfristig im Wald und in Holzprodukten gespeichert sowie - fast wie nebenbei - andere Rohstoffe geschont und die Verbrennung von fossilen Brennstoffe vermieden.

Link-Tipp

Studie "Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung" als PDF auf der Website des Thünen-Institutes ansehen