Waldklima

Temperatur und Niederschlag bestimmen die Baumartenstandorte

Die klimatischen Bedingungen zählen neben dem Boden und dem Wasserhaushalt einer Region zu den wichtigsten Standortfaktoren.

Temperatur und Niederschlag bestimmen maßgeblich, welche Baumarten wo anzutreffen sind. Thüringen ist der Fläche nach kein großes Land. Dennoch unterscheiden die Experten mehrere Klimabereiche.

Die Forstleute müssen also ganz genau hinschauen, für welche Baumarten sie sich in den einzelnen Regionen entscheiden.

Überspringen Sie das Media-Slider-Element
Ende des Media-Slider-Elements

Kleine Klimakunde

Straußfurt nördlich der Landeshauptstadt gilt als trockenster Ort.

Entscheidend dafür ist zunächst die geografische Lage. Die vorherrschenden Westwinde bringen atlantische Feuchtigkeit ins Land. Im Südwesten stellen sich dieser Strömung die fast 1.000 Meter hohen Berge des Thüringer Waldes und des Schiefergebirges in den Weg. In der Folge regnet es im Südwesten deutlich stärker, im Windschatten der Gebirge fallen viel weniger Niederschläge.

Straußfurt, rund 25 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt gelegen, gilt als trockenster Ort Thüringens. Hier wurden im Jahre 1911 gerade einmal 242 Millimeter Niederschlag gemessen. Das ist noch immer deutscher Rekord.Im langjährigen Mittel werden im Thüringer Becken nur 400 bis 500 Millimeter pro Jahr gemessen.

Nur 60 Kilometer weiter südlich auf dem Kamm des Thüringer Waldes regnet und schneit es deutlich mehr. An der Schmücke, direkt am Rennsteig gelegen, sind die gemessenen Werte mit 1.300 Millimetern Niederschlag pro Jahr dreimal so hoch.

Ähnlich groß sind die Unterschiede bei den Temperaturen im Land. Für diese ist zunächst die Höhe der Region entscheidend. So schwanken sie im Jahresmittel von etwa 5 Grad Celsius in den Gebirgen bis zu fast 10 Grad Celsius im Flachland.

Waldwandel

… gegen Klimawandel!

Im Forst ist man es gewöhnt, langfristig zu denken und zu planen. Deshalb werden die klimatischen Veränderungen, denen auch Thüringen ausgesetzt ist, genau beobachtet. Die Prognosen sagen für die nächsten Jahrzehnte weniger Niederschläge voraus. Die Bäume, die heute angepflanzt werden, müssen mit dieser größeren Trockenheit leben können. Andererseits ist das Wetter in Europa langsamer geworden.

Hochs und Tiefs verweilen länger und sorgen so für Dürreperioden, schwere Stürme und Hochwasser. Schon die wenigen Stunden, in denen ein Orkan wütet, reichen aus, um ein auf Jahrzehnte bemessenes Baumleben zu beenden.

So hinterließ der Orkan Kyrill im Januar 2007 allein in Thüringen mehr als 6.000 Hektar Kahlflächen, über 200.000 Hektar Wald wurden geschädigt.

Die Widerstandskräfte gegen derartige Wetterkapriolen sind ein ganz wichtiges Kriterium bei der Auswahl des richtigen Saat- und Pflanzgutes im Wald. Seit dem verheerenden Sturm werden die historisch bedingten Fichten-Monokulturen verstärkt mit Laubbäumen wie Buche und Eiche ergänzt.