PPP-Projekt

Die Privatwaldförderung Thüringen

Der Freistaat Thüringen gehört mit einem Waldanteil von rund 34 Prozent der Landesfläche zu den waldreichsten Bundesländern Deutschlands.

Von diesen insgesamt ca. 550.000 Hektar Waldfläche befinden sich rund 41 Prozent und damit etwa 223.000 Hektar in Privatbesitz. Im Gründungsjahr des Pilotprojekts „Privatwaldförderung Thüringen“ waren 140.000 Hektar Privatwald bereits gut organisiert, aktiv und in regelmäßiger Bewirtschaftung.

Gleichzeitig bedeutete dies aber, dass mit 85.000 Hektar ein erheblicher Waldanteil brach lag. Grund genug für Forstverwaltung, Politik und Holzwirtschaft, dieses Problem anzugehen.

Holzmobilisierung im Kleinprivatwald: das PPP-Projekt

Mit einem Public-Private-Partnership-Projekt (PPP-Projekt) wurde ein für die Branche zum damaligen Zeitpunkt absolut neuer Weg beschritten, um ungenutzte Potentiale des passiven Privatwaldes zu wecken.

Dabei setzt man vor allem auf Synergieeffekte, die durch das Einbringen der individuellen Stärken der Projektpartner sowie durch die enge Zusammenarbeit von öffentlicher Verwaltung und privater Wirtschaft entstehen.

Grundlage des PPP-Projektes

Hohes Vertrauen der Waldbesitzer in die fachkundige und neutrale Arbeit der staatlichen Förster bildet − gepaart mit flexiblem Finanzmitteleinsatz und umfassender Markt- und Vertriebskenntnis bei den Partnern der Holzwirtschaft − die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit des PPP-Projekts.

Zu den Partnern aus der Holzindustrie zählen bekannte Unternehmen wie Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG, Klausner Holz Thüringen GmbH sowie Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH.

Ziele & Aufgaben

Ziel und Kernaufgaben der Privatwaldförderung

Ziel der Arbeit des PPP-Projekts ist die Mobilisierung und Aktivierung bisher passiven Waldbesitzes und eine Überführung in eine aktive und nachhaltige Bewirtschaftung. Dabei bestehen die Hauptaufgaben des Projektteams in gezielter Ansprache aller Waldbesitzer eines Projektgebiets, der Vor-Ort-Beratung der Waldbesitzer, dem Vermitteln von Grundkenntnissen der Waldbewirtschaftung sowie dem Herstellen von Kontakten zu lokalen forstlichen Zusammenschlüssen.

Auch aktuell gibt es noch Waldbesitzer in Thüringen, die von der Tatsache, dass sie Eigentümer einer Waldfläche sind, keine Kenntnis haben. Neben der Beratung des Einzelbesitzers liegt das Augenmerk der Projektgruppe auch auf der Beratung und Stärkung forstlicher Zusammenschlüsse. Dies stellt für die Zukunft einen Arbeitsschwerpunkt des Projekts „Privatwaldförderung Thüringen“ dar.

Struktur und Zahlen

Das PPP-Team besteht derzeit aus fünf Mitarbeitern an den Standorten Sondershausen und Neustadt/Orla. Die Projektgruppe verfügt über moderne IT-Ausstattung und Hilfsmittel wie prozessoptimierter Software, geographischer Informationssysteme und Smartphones, um jederzeit auf ein „Wald-CRM“ zugreifen zu können.

Seit Beginn der Aufbauphase im Jahr 2006 über die Eröffnung des zweiten Standorts in Neustadt/Orla in 2008 bis heute haben die Mitarbeiter des PPP-Projekts eine große Anzahl von Waldbesitzern angesprochen. Hinter diesen Eigentümern steht eine Fläche von ca. 26.000 Hektar. Von diesen als passiv eingestuften 26.000 Hektar Wald konnten durch gezielte Beratung und Überzeugungsarbeit mit 13.500 Hektar mehr als 50 Prozent der Fläche aktiviert werden. Dabei steht immer die langfristige und nachhaltige Holzmobilisierung im Vordergrund.

Dieses Ziel kann nur durch die Mobilisierung des Waldbesitzers erreicht werden. Dabei werden nicht nur der wichtige nachwachsende Rohstoff Holz verfügbar gemacht und damit das Klima geschont. Es wird auch eine Win-Win-Situation für alle geschaffen, indem bisher unbeachtete Waldbestände gepflegt und damit gegen Schadfaktoren widerstandsfähiger werden.

Ausblick

In Zukunft wird die „Privatwaldförderung Thüringen“ die Mobilisierung von Wald und Waldbesitzern weiterhin fest im Blick haben. Auch die Weiterentwicklung und Professionalisierung von forstlichen Zusammenschlüssen wird verstärkt im Fokus stehen.

Gerade im ländlichen Raum Thüringens ist der Sektor Forst und Holz eine nicht zu unterschätzende Wirtschaftskraft sowie ein Arbeitsplatzgarant für mehr als 40.000 Menschen.