WaldEigentümer

Thüringer Waldbesitzer erhalten den Wald auch für die Allgemeinheit

Etwa 550.000 Hektar und damit rund 34 Prozent der Landesfläche sind bewaldet. Diese Waldfläche verteilt sich annähernd gleich mit jeweils 41 Prozent auf die beiden vorherrschenden Eigentumsarten Privatwald und Staatswald. Weitere rund 16 Prozent der Waldfläche sind dem Körperschaftswald (insbesondere Gemeinden, Landkreise und Körperschaften des öffentlichen Rechts) zuzuordnen. Die restlichen Flächen sind Treuhandwald und werden aktuell privatisiert.

Privatwald: ob in "Handtuchgröße" oder gleich hektarweise – Waldeigentum kennt keine Gartenzäune

Privatwald? Was ist das?

Bei Privatwald handelt es sich um Wald, der im Eigentum von Privatpersonen oder Personengemeinschaften steht. Auch Wald von Religionsgemeinschaften und deren Einrichtungen wird dem Privatwald zugerechnet.

Eine erwähnenswerte Besonderheit stellen Waldgenossenschaften dar, die vor allem im westlichen und südlichen Thüringen beheimatet sind. Hierbei handelt es sich um altrechtliche Gemeinschaften (Laubholzgenossenschaften, Gerechtigkeitswaldungen, Altwaldgenossenschaften und Interessentenwaldungen), die vor dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) bereits existierten und die ihren Wald seit langer Zeit gemeinschaftlich bewirtschaften.

Bei vielen reichen die Gründungsunterlagen bis in das 16. und 17. Jahrhundert zurück. Auch Neugründungen von Waldgenossenschaften lässt das Thüringer Waldgesetz zu. Voraussetzung hierfür ist unter anderem, dass es sich um „wesentlich zusammenhängende Waldgrundstücke“ handelt.

Eigentumsstruktur

Hinsichtlich seiner Eigentumsstruktur ist der Privatwald in Thüringen vor allem durch Kleinst- und Kleinflächen geprägt. Dementsprechend hoch ist mit rund 180.000 die Zahl der privaten Waldeigentümer. Rein rechnerisch entfallen damit nur etwas mehr als 1 Hektar Wald auf jeden privaten Eigentümer. Tatsächlich fällt dieser Durchschnittswert noch geringer aus, da eine überschaubare Zahl mittlerer Waldeigentümer (private Waldbesitzer und größere Waldgenossenschaften) rund 83.000 Hektar Waldeigentum auf sich vereinen.

Auf der Grundlage eines Public-Privat-Partnership-Projekts finanzieren ThüringenForst und die Thüringer Holzindustrie seit 2006 gemeinsam die gezielte wirtschaftliche Aktivierung des Kleinprivatwaldes im Sinne der Waldpflege.

Als forstpolitisch problematisch bezüglich Waldbewirtschaftung und Forstschutz erweist sich eine Waldfläche von insgesamt 28.000 Hektar, deren Eigentum als ungeklärt gelten muss. Auch die Bewirtschaftung angrenzender Waldflächen mit bekannter Eigentumslage ist hiervon in Teilen beeinträchtigt, so dass eine Waldfläche von insgesamt rund 58.000 Hektar auf diese Weise forstwirtschaftlich „blockiert“ und eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung dort unmöglich ist.

Ob Stadtwald, Gemeindewald oder Kommunalwald: alle sind Lieblingsorte für Sport und Freizeitvergnügen!

Körperschaftswald

Dies sind Wälder, die im Eigentum der Gemeinden, Gemeindeverbände, Zweckverbände sowie sonstigen Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts stehen. (Davon abweichend gilt der Wald der Anstalt öffentlichen Rechts ThüringenForst als Staatswald.)

Eigentumsstruktur des Körperschaftswaldes

Die Zahl der körperschaftlichen Waldeigentümer beläuft sich derzeit (Stand: 2013) auf 814. Etwa 10 Prozent der Körperschaften nennen eine Waldfläche von 200 oder mehr Hektar ihr Eigen. Über 96 Prozent des körperschaftlichen Waldeigentums entfällt auf Kommunen, der verbleibende Teil auf Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts.

Die Eigentümer von Körperschaftswald können ihren Wald durch eigenes, forstlich<s>es</s> ausgebildetes Personal (Mitarbeiter, welche die Laufbahnbefähigung für den gehobenen Forstdienst besitzen) beförstern oder – gegen einen Kostenbeitrag, dessen Höhe in der einschlägigen 5. Durchführungsverordnung zum ThürWaldG (5. DVO ThürWaldG) festgelegt ist – durch eine Försterin oder einen Förster von ThüringenForst bewirtschaften lassen.

In Zusammenhang mit der in den Jahren 2018 und 2019 bevorstehenden Gebietsreform wird sich die Zahl der körperschaftlichen Waldbesitzer verringern; gleichzeitig werden im Körperschaftswald größere Waldbesitzeinheiten entstehen.

Staatswald: Eigentum verpflichtet - und auch hier profitieren die Waldbesucher!

Der Staatswald in Thüringen steht zu einem Anteil von knapp 90 Prozent im Eigentum von ThüringenForst. Die verbleibenden Anteile entfallen zum einen auf Flächen der ehemaligen russischen Streitkräfte in Thüringen (sogenannte WGT Flächen im Eigentum der Landesentwicklungsgesellschaft LEG, heutige Ressortzuordnung: TMWWDG).

Zum anderen entfallen sie auf den Bundesforst als Flächenmanager der Wälder im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und damit der Bundesrepublik Deutschland (Ressort BFM). Dessen Waldflächen wurden oder werden in der Regel militärisch genutzt.

Das ThürWaldG betont nachdrücklich, dass der Staatswald in besonderer Weise dem Allgemeinwohl verpflichtet ist. Neben der wirtschaftlichen Funktion spielen bei dessen Bewirtschaftung daher ökologische und soziale Aspekte der Forstwirtschaft eine hervorgehobene Rolle. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Forstwirtschaft sind in diesem vorbildlich zu erfüllen. Auch soll er vorzugsweise der forstlichen Forschung und Ausbildung dienen.

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