Bundeswaldinventur

Überraschende Ergebnisse!

Laut neuer Bundeswaldinventur ist der Wald von ThüringenForst in den letzten 10 Jahren schneller gewachsen. Auch der Anteil der Laubhölzer ist deutlich gestiegen.

Die Bundeswaldinventur (BWI) ist eine durch das Bundeswaldgesetz vorgeschriebene forstliche Großrauminventur, mit der die großräumigen Waldverhältnisse und forstlichen Produktionsmöglichkeiten in Deutschland erfasst werden. Gleichzeitig wird sie für das in der FFH Richtlinie der Europäischen Union vorgeschriebene Monitoring der Buchen- und Eichenlebensraumtypen genutzt.

Thüringens Staatswald wird älter, vielfältiger und naturnäher

Die Bundeswaldinventur, eine alle zehn Jahre wiederholte Großrauminventur in den 16 Bundesländern, hat ein rundweg gutes Bild von der Entwicklung des Staatswaldes in Thüringen gezeigt. Der Wald ist „größer, bunter, älter und privater“ geworden.

Aber – die Ergebnisse der Bundeswaldinventur haben auch zu überraschenden, neuen Erkenntnissen im Staatswald geführt:

  • Der nachhaltig und umweltfreundlich wachsende Roh-, Bau- und Werkstoff Holz steht im Staatswald Thüringens tatsächlich in höherem Maße als bisher berechnet zur Verfügung.

  • Die Wälder des Freistaates gehören sogar zu den produktivsten in Deutschland überhaupt. Die Baumartenvielfalt hat zugenommen, ebenso der er Mischwälder und der zwei- und mehrschichtigen Wälder.

  • Der Staatswald ist älter geworden, aber auch der Nachwuchs – also die nächste Waldgeneration – hat sich gut entwickelt. Dieser ist baumartenreicher.

  • Die Waldverjüngung ist außerdem naturnäher als die Altbestände. Der hohe Totholzanteil weist auf den naturschutzfachlichen Wert des Staatswaldes in Thüringen hin.

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Schlussfolgerungen

Mehr Mischwälder!

ThüringenForst wird jährlich ca. 1,5 bis 2,0 Mio. junge Bäumchen, vorwiegend Buchen, Eichen, Bergahorn, Weißtannen oder Vogelkirschen im Staatswald pflanzen. Ziel ist es, die Fläche an struktur- und artenreichen, vielfältigen Mischwäldern weiter zu erhöhen, da diese dem vom Menschen verursachten Klimawandel besser trotzen können, aber auch gegenüber Schadereignissen (Orkan, Borkenkäfer etc.) rustikaler reagieren. Langfristig soll ein Mindestanteil von 20 % Mischbaumarten in jedem Bestand erreicht sein.

Mehr Waldpflege!

ThüringenForst wird jährlich ca. 13.000 bis 14.000 Hektar Waldfläche durchforsten und hierbei rund 750.000 Kubikmeter Holz ernten. In der Regel soll ein Waldbestand mindestens einmal im Jahr-zehnt durchforstet werden. Besser sind zwei Eingriffe im Jahrzehnt mit dann geringerer Eingriffsstärke, um die Bestände „sanfter“ zu stabilisieren und die Mischregulierung hin zur Förderung des Laubholzes spezifischer vornehmen zu können. Mit jährlich rund 1.000 Hektar Kulturpflege und weiteren 1.800 Hektar Jungwaldpflege werden künftig die Bestände schon in einer frühen Phase erzogen.

Mehr Waldnaturschutz!

Das forstliche Ziel einer multifunktionalen Waldwirtschaft mit einer ausgewogenen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion auf ganzer Fläche soll beibehalten werden. Eine Segregationsstrategie (Schutzgebiete vs. Holzzuchtplantagen) wird abgelehnt. Allein 2013 wurden im Staatswald Naturschutzprojekte im Gesamtumfang von 4,3 Mio. Euro durchgeführt. Mit dem ThüringenForst-Habitatbaumkonzept, der Förderung alter Baumstrukturen und der weiteren Erhöhung des Durchschnittsalters der Bäume soll die Naturnähe der Wälder weiter verbessert werden.

Mehr Wildtiermanagement!

Mehr Laubholz im Staatswald bedeutet bei überhöhten Schalenwildbeständen auch mehr Verbiss- und Schälschäden und in Folge Entmischung. Mit der neuen Dienstordnung Jagd, die zum Januar 2013 in Kraft trat, ist ein wesentlicher Schritt getan, dieser waldschädlichen Entwicklung entgegen zu treten. Aus Tierschutzgründen wurden die Jagdzeiten im Staatswald verkürzt, Wildruhephasen eingeführt und die Intervalljagd verstärkt.

... mehr Hinweise zur BWI 3 erhalten Sie in unserem Informationsblatt als Download: Der Wald der Zukunft in Thüringen - Herausforderungen und Lösungen am Beispiel des Staatswaldes.

Hinweise zur BWI 3

Die dritte Bundeswaldinventur BWI 3 ist nach der ersten Erhebung 1987 in den alten Ländern und nach der zweiten Bundeswaldinventur 2002 nunmehr die erste vollständige Wiederholungsmessung in Gesamtdeutschland.

Zuständig für die fachliche Koordination und die Erhebung, Zusammenstellung sowie Auswertung der Daten ist das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst - AöR.

Die vorliegende BWI 3 hat das Ziel, aktuelle und umfassende Informationen zum Wald bereitzustellen. Diese Informationen sollen weiteres Verständnis für unseren Wald und seine Bewirtschaftung schaffen.

Mehr Hinweise zur BWI 3 erhalten Sie in unserem Informationsblatt als Download: Der Wald der Zukunft in Thüringen - Herausforderungen und Lösungen am Beispiel des Staatswaldes.