WaldumbauWissen

  • Angesichts des immer deutlicher zu Tage tretenden Klimawandels
    müssen große Waldgebiete hin zu einem zukunftsfähigen, klimatoleranten
    Wald umgebaut werden. Nur so schaffen wir die Voraussetzungen dafür,
    allen Beteiligten die mögliche Nutzung des Waldes zu erhalten

    Angesichts des immer deutlicher zu Tage tretenden Klimawandels
    müssen große Waldgebiete hin zu einem zukunftsfähigen, klimatoleranten
    Wald umgebaut werden. Nur so schaffen wir die Voraussetzungen dafür,
    allen Beteiligten die mögliche Nutzung des Waldes zu erhalten

  • "Forstmeister Kyrill": Rund 2,4 Millionen Festmeter Schadholz, rund
    6.300 Hektar Kahlflächen und zusätzliche 4.700 Hektar verlichtete
    Bestände sind durch diese Naturkatastrophe allein in Thüringen mit
    dem Schwerpunkt im Thüringer Wald entstanden.

    "Forstmeister Kyrill": Rund 2,4 Millionen Festmeter Schadholz, rund
    6.300 Hektar Kahlflächen und zusätzliche 4.700 Hektar verlichtete
    Bestände sind durch diese Naturkatastrophe allein in Thüringen mit
    dem Schwerpunkt im Thüringer Wald entstanden.

  • Der natürliche Thüringer Wald: Ursprünglich wäre der Thüringer Wald
    mit einem Bergmischwald vorwiegend aus Buchen, Tannen, Fichten und
    auch Bergahornen bedeckt.

    Der natürliche Thüringer Wald: Ursprünglich wäre der Thüringer Wald
    mit einem Bergmischwald vorwiegend aus Buchen, Tannen, Fichten und
    auch Bergahornen bedeckt.

  • Schon vor vielen Jahrhunderten hatte man begonnen, die ursprünglichen
    Mischwälder abzubauen und Fichten-Monokulturen anzupflanzen. Diese
    wurden in den 1940er Jahren Opfer von Borkenkäferkatastrophen. Auch ihre
    Wuchsform war nicht für Höhenlagen geeignet.

    Schon vor vielen Jahrhunderten hatte man begonnen, die ursprünglichen
    Mischwälder abzubauen und Fichten-Monokulturen anzupflanzen. Diese
    wurden in den 1940er Jahren Opfer von Borkenkäferkatastrophen. Auch ihre
    Wuchsform war nicht für Höhenlagen geeignet.

Das WaldLand Thüringen steht vor großen Herausforderungen

Höhere Temperaturen, geänderte Niederschlagsverhältnisse und zunehmende Witterungsextreme zwingen uns auch in Thüringen alles zu unternehmen, um unsere Wälder zu stabilisieren.

Angesichts des immer deutlicher zu Tage tretenden Klimawandels müssen große Waldgebiete hin zu einem zukunftsfähigen, klimatoleranten Wald umgebaut werden. Nur so schaffen wir die Voraussetzungen dafür, allen Beteiligten die mögliche Nutzung des Waldes zu erhalten

Sturmtief „Kyrill“ und seine Folgen

Der Thüringer Wald war im Jahr 2007 in besonderer Weise von den Auswirkungen des Sturmtiefs „Kyrill“ betroffen. Gerade hier hatte der Sturm katastrophale Schäden verursacht und hinterlassen. Unter anderem auch mit schwerwiegenden Auswirkungen auf den Tourismus.

So musste beispielsweise der Wald über einen längeren Zeitraum komplett gesperrt werden.Bei den Untersuchungen nach „Kyrill“ haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ThüringenForst vor allem zwei Dinge festgestellt. Zum einen nahmen die Schäden mit zunehmenden Berghöhen zu. Anderseits reduzierte schon eine geringe Beimischung anderer Baumarten die Schäden bei den Fichtenbeständen.

Weitere Erkenntnis: Das Klima befindet sich im Wandel. In Zukunft werden häufiger klimatische Extremereignisse, wie Trocken- und Hitzeperioden, Nassschneeereignisse, Stürme und auch Überflutungen erwartet.

Der Wald muss an diese klimatischen Veränderungen angepasst werden. Nur so können die zukünftigen Risiken, Gefahren und Schäden durch Extremereignisse wie beispielsweise „Kyrill“ für den Wald minimiert werden.

Baumgeschichte

Besondere „Baumgeschichte“ des Thüringer Waldes

Die gegenwärtigen Waldstrukturen entsprechen vielerorts nicht den Zielen eines nachhaltigen, zukunftsfähigen Waldmanagements. Vor allem im Thüringer Wald findet man entsprechend ungeeignete Waldbestände vor.

Der „natürliche“ Thüringer Wald

Der „natürliche“ Thüringer Wald kennt viele Baumarten!

Von Natur aus wäre der Thüringer Wald mit einem Bergmischwald vorwiegend aus Buchen, Tannen, Fichten und auch Bergahornen bedeckt. Schon vor vielen Jahrhunderten hatte man jedoch damit begonnen, diese Mischwälder abzubauen.

Aufgeforstet hat man in dieser Zeit fast ausschließlich mit Fichtenpflanzen. Die so entstandenen Fichtenreinbestände sind dann in den 1940er Jahren einer großen Borkenkäferkatastrophe zum Opfer gefallen. Reparationshiebe nach dem 2. Weltkrieg führten zu einer zusätzlichen Abholzung ganzer Baumbestände im Thüringer Wald.

Die „falsche“ Fichte

Fichten „falscher Herkunft“ in den Kammlagen!

Diese Abläufe führten zu dem Bild des Thüringer Waldes wie wir ihn heute kennen. Diese bekannten Fichtenreinbestände sind jedoch extrem borkenkäfer- und sturmwurfgefährdet. Zugleich neigen diese Reinbestände in besonderer Weise zum Schneebruch. Grund: Sie sind häufig von „falscher Herkunft“.

„Falsch“ deshalb, weil die damals zur Wiederaufforstung verwendeten Pflanzen aufgrund ihrer Wuchsform nicht an die in den Berglagen herrschenden Umweltbedingungen angepasst waren.

Denn diese Fichten haben im ausgewachsenen Zustand breite und weit ausladende Kronen. Im Winter bleiben Schnee und Eis an den langen Ästen hängen. Unter dieser Schneelast bricht die komplette Krone des Baumes häufig ab. Darüber hinaus können diese Bäume eben wegen ihrer ausladenden Kronenformen auch Stürmen deutlich schlechter standhalten.

Von Natur aus würde in den Berg- und Kammlagen die sogenannte Hochlagenfichte wachsen. Die Wuchsform der Hochlagenfichte ist bestens an die rauhen Klimabedingungen angepasst. Die schmale Krone bietet dem Sturm wenig Angriffsfläche und die dichten, herabhängenden Äste sind Belastungen durch Schnee- und Eisbehang weniger ausgesetzt. Der Schnee rutscht einfach runter.

Gute Gründe für die „falsche“ Fichte

Der Anbau dieser ungeeigneten Bestände hatte zum damaligen Zeitpunkt durchaus nachvollziehbare Gründe. Nach den Kriegsereignissen 1945 standen nicht genügend Arbeitskräfte und auch kein geeignetes Pflanzenmaterial in ausreichender Menge zur Verfügung. Die Fichte ist bei der Pflanzung leicht zu handhaben.

Sie wächst im Verhältnis zu anderen Baumarten schnell und ertragreich. Daher war sie damals die einzig ideale Baumart für eine zügige Wiederaufforstung der geschädigten Waldbestände. Klimawandel und fortschreitende wissenschaftliche Erkenntnisse über Fichtenreinbestände ohne Mischbaumarten lassen heute nur eine Konsequenz zu: Den Waldumbau!