WaldumbauWissen

  • Den ursprünglichen Thüringer Wald dominierte vor Jahrhunderten ein
    typischer Bergmischwald. Neben der Fichte wuchsen in diesen Höhenlagen
    Weißtannen, Ebereschen, Buchen, Bergahorn und andere Baumarten.

    Den ursprünglichen Thüringer Wald dominierte vor Jahrhunderten ein
    typischer Bergmischwald. Neben der Fichte wuchsen in diesen Höhenlagen
    Weißtannen, Ebereschen, Buchen, Bergahorn und andere Baumarten.

  • In den Höhenlagen des Thüringer Waldes wurden in den Nachkriegsjahren
    oft "falsche" Fichten gepflanzt, denen die Tieflandbedingungen eher zusagten.
    Ein Grund dafür war der Pflanzenmangel in der Nachkriegszeit.

    In den Höhenlagen des Thüringer Waldes wurden in den Nachkriegsjahren
    oft "falsche" Fichten gepflanzt, denen die Tieflandbedingungen eher zusagten.
    Ein Grund dafür war der Pflanzenmangel in der Nachkriegszeit.

  • Fichte ist nicht gleich Fichte: Tieflandfichten sind breitkroniger und im Gegensatz
    zu den schmaleren und biegsameren Hochlagenfichten nicht an die Witterungs- und
    Niederschlagsbedingungen in Höhenlagen angepasst.

    Fichte ist nicht gleich Fichte: Tieflandfichten sind breitkroniger und im Gegensatz
    zu den schmaleren und biegsameren Hochlagenfichten nicht an die Witterungs- und
    Niederschlagsbedingungen in Höhenlagen angepasst.

  • Die Hochlandfichte ist stabiler und weniger bruchgefährdet als die breitkronige Fichte
    des Tieflandes. Die gezielte Pflanzenanzucht von Fichten mit Hochlagenherkünften und ihre
    Anpflanzung auf geeigneten Flächen sind Bestandteile des Waldumbau-Programms.

    Die Hochlandfichte ist stabiler und weniger bruchgefährdet als die breitkronige Fichte
    des Tieflandes. Die gezielte Pflanzenanzucht von Fichten mit Hochlagenherkünften und ihre
    Anpflanzung auf geeigneten Flächen sind Bestandteile des Waldumbau-Programms.

  • ThüringenForst setzt auf gezielte Waldpflegemaßnahmen.
    Neben dem Waldumbau steht die Stabilisierung der vorhandenen
    Fichtenbestände im Vordergrund waldbaulichen Tuns.
    Strukturierung und Vielfalt sind die Chancen für die Zukunft!

    ThüringenForst setzt auf gezielte Waldpflegemaßnahmen.
    Neben dem Waldumbau steht die Stabilisierung der vorhandenen
    Fichtenbestände im Vordergrund waldbaulichen Tuns.
    Strukturierung und Vielfalt sind die Chancen für die Zukunft!

Falsche Herkunft?

Ohne den Einfluss des Menschen wären Thüringens Wälder von der Buche dominiert. Der Wald ist für uns Menschen ein unverzichtbarer Lebensraum. Er wird seit Jahrhunderten von Menschen genutzt und dadurch auch verändert. Der Wald liefert seit Jahrhunderten Holz als Energieträger aber auch als Baustoff.

Leistungsfähigkeit des Waldes überfordert

Bereits im Mittelalter kam es zu örtlich begrenzten Waldverwüstungen. Die Leistungsfähigkeit des Waldes wurde durch einen rasant steigenden Holzbedarf auf eine harte Probe gestellt. Der außerordentliche Holzbedarf des Bergbaus, der Eisen- und Glashütten sowie Salinen, der Einschlag von Bau- und Brennholz sowie die Nutzung des Waldes als Weide für die Haustiere führten sogar letztlich sogar zu einer Überforderung dieser Leistungsfähigkeit.

Wiederherstellung leistungsfähiger Wälder

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren die Wälder großflächig ausgeplündert. Es ist kein Zufall, dass der Begriff der Nachhaltigkeit vor 300 Jahren in Zusammenhang mit der Waldnutzung erstmalig verwendet wurde. Erst die Begründung der so genannten „geregelten Forstwirtschaft“ in der Zeit der Wende zum 19. Jahrhundert führte zur Wiederherstellung leistungsfähiger Wälder. Leicht zu gewinnendes Saatgut, gute Pflanzerfolge, rasches Wachstum, hohe Holzerträge, gute Holzqualität, vielseitige Verwendungsmöglichkeiten, vor allem aber auch Anspruchslosigkeit und Widerstandsfähigkeit verhalfen den Nadelbaumarten Fichte und Kiefer zu großer Verbreitung.

Holzbedarf und Baumarten

Kriegsfolgen und Borkenkäferkatastrophe

Im 20. Jahrhundert führten insbesondere die Folgen zweier Weltkriege und der an-steigende Holzbedarf der Wirtschaft zur Bevorzugung des Nadelholzes. Auch in Folge der Borkenkäferkatastrophe 1946 – 1949 entstanden wie beispielsweise im Raum Oberhof - der Nachkriegssituation geschuldet - großflächige Fichtenreinbestände. Nicht vergessen werden darf, dass es aber auch in dieser Zeit mehrfach ernsthafte Ansätze zu einem gemischten Wald mit höherem Laubholzanteil gegeben hat.

Probleme mit dem „Brotbaum“ Fichte

Heute werden die Wälder Thüringens im Wesentlichen durch die Baumarten Fichte, Buche und Kiefer geprägt. Die Fichte ist und bleibt die prägende Baumart des Thüringer Waldes. Ihr Anteil an der Waldfläche Thüringens beträgt gegenwärtig rund 48 Prozent. Ihre herausragende wirtschaftliche  Bedeutung ist unumstritten. Die Fichte hat ihren Platz in den Wäldern Thüringens aber auch in der heimischen Wirtschaft.

„Besondere Baumgeschichte“ des Thüringer Waldes

In den Höhenlagen des Thüringer Waldes wurden nach der verheerenden Orkan- und Borkenkäferkatastrophe von 1946 bis 1954 oft Fichten gepflanzt.

Allerdings waren es in der Regel Fichten, denen die Tieflandbedingungen eher zusagten. Ein Grund dafür war der Pflanzenmangel, der bei einer Schadflächengröße von 21.000 Hektar unter Nachkriegsbedingungen verständlich erscheint.

Aber – es war eine Entscheidung mit Spätfolgen! Ursprüngliche Fichtenbestände sind heute kaum noch vorhanden. Der Verlust der Anpassung der Fichtenbestände an Hochlagenbedingungen wirkt sich – neben den Nachteilen, die die Reinbestandswirtschaft mit sich bringt – zusätzlich negativ auf die Stabilität der Wälder aus. Dies hat insbesondere  „Kyrill“ 2007 besonders deutlich werden lassen.

Ist Fichte gleich Fichte?

Die Hochlagenfichte

Schmale Kronenform und herabhängende Äste: Fichte ist nicht gleich Fichte. Mit der Rückwanderung der Baumarten nach dem Ende der letzten Eiszeit bildeten sich an den Standort angepasste „Rassen“. So entwickelte sich eine an die Bedingungen der Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes angepasste Rasse, die Hochlagenfichte. Durch ihre schmale Kronenform und biegsamen, herabhängenden Äste ist sie optimal an die Wuchsbedingungen der Hoch- und Kammlagen angepasst.

Die besondere Kronenform der Hochlagenfichte bewirkt, dass sie sich den Gefahren des Winters, insbesondere der Schneeauflage, widersetzen kann. Sie ist stabiler und weniger bruchgefährdet als die breitkronige Fichte des Tieflandes. Diese bietet bei starkem Schneefall, Eis- und Raufrost große Angriffsflächen und ist dadurch extrem gefährdet.

Die Oberhofer Schlossbergfichte ist ein Beispiel für diese „Lokal- bzw. Standortrassen“. Sie ist allerdings nur noch mit wenigen Exemplaren auf dem Oberhofer Schlossberg, dem sie ihren Namen verdankt, noch vertreten.

Artenvielfalt im Wald

Ziel: Waldbestände der Hoch- und Kammlagen stabilisieren

Doch: Trotz „Kyrill“ und Klimawandel wird die Fichte mit hoher Wahrscheinlichkeit noch für etliche Jahrzehnte der „Brotbaum“ Thüringens bleiben. Ziel von ThüringenForst ist es, die Waldbestände der Hoch- und Kammlagen zu stabilisieren. Dabei sollen Mischbaumarten wie Bergahorn und Eberesche eine entscheidende Rolle spielen.Gleiches gilt bei den Nadelbäumen für die Weißtanne.

Strukturierung und Vielfalt sind die Chancen für die Zukunft!

Auch die gezielte Pflanzenanzucht von Fichten mit Hochlagenherkünften und ihre Anpflanzung auf geeigneten Flächen gehört zur Palette möglicher Maßnahmen. Erschwerend wirkt hierbei jedoch die Tatsache aus, dass die vorhandenen Fichtenbestände – gerade auch in schlechter Qualität – sich intensiv verjüngen (fortpflanzen) und so ihre schlechten Erbeigenschaften der nächsten Generation weitergeben.

Hier setzt ThüringenForst auf gezielte Waldpflegemaßnahme. Neben dem Waldumbau steht die Stabilisierung der vorhandenen Fichtenbestände im Vordergrund waldbaulichen Tuns. Strukturierung und Vielfalt sind die Chancen für die Zukunft!

Waldbewirtschaftung nach den Grundsätzen des naturnahen Waldes

In der Art der Waldbewirtschaftung spiegeln sich die gesellschaftlichen Anforderungen sowie der Stand der Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis wider.

Die Thüringer Landesforstverwaltung bewirtschaftet die Wälder heute nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus. Diese Waldbaumethoden ermöglichen es, das Ökosystem Wald zu schützen und nachhaltig zu nutzen.

Die Forstgeschichte zeigt, dass Waldwirtschaft nur dann ökonomisch auf Dauer erfolgreich sein kann, wenn sie ökologische Gesetzmäßigkeiten berücksichtigt. Förster denken dabei nicht in Jahren, sondern eher in Baumgenerationen. Deshalb ist Öko bei ThüringenForst zugleich ökologisch und ökonomisch!