Investive Waldumweltmaßnahmen

Geförderte Projekte

Einige Projekte der ThüringenForst-AöR werden anteilig über ELER Mittel finanziert. 

    Renaturierung von Teichen im Forstamt Neustadt, Revier Weißbach

    Den Teichen des Vogelschutzgebietes „Vordere und Hintere Heide südlich Uhlstädt“ (SPA Gebiet Nr. 36) kommt eine besondere Bedeutung für die Biodiversität und den Artenschutz zu. Die vorkommende begleitende Ufervegetation, Flachwasserbereiche und verschiedene Bodenstrukturen erhöhen die Artenvielfalt in den Waldflächen. Die Teiche dienen als wertvoller Lebensraum und Nahrungsquelle für zahlreiche Vogelarten (Bsp. Trauerschnäpper, Eisvogel und Schwarzstorch).

    Viele Amphibien und Insekten sind mit ihrem Entwicklungszyklus an Gewässer dieser Art gebunden. Die Teiche des Fördervorhabens sind Trittsteine für wassergebundene Arten und besonders bedeutsam für Arten mit geringer Reichweite oder für Arten, die sich passiv über Wasser verbreiten. Für den Wasserrückhalt im Wald haben Teiche eine enorme Bedeutung, intakte Teichsysteme können viele Arten und Gebiete klimastabiler machen.

    Derzeit sind die Gewässer durch die Schlitzung der Dämme, fortschreitende Verlandung und bewusste Aufforstung nicht mehr funktionsfähig. Um die ökologischen Funktionen dieser Lebensräume wiederherzustellen und die Artenvielfalt zu fördern, sollen im Rahmen dieses Fördervorhabens umfassende Maßnahmen zur Renaturierung umgesetzt werden.“

    Erhalt des Kleinen Zweiblatts (Listera cordata)

    Im Geschützten Landschaftsbestandteil „Siegelbachmoor“ im Forstamt Finsterbergen wurden und werden von 2025 bis 2026 Maßnahmen zum Erhalt des Kleinen Zweiblatts, der geschützten Orchideenart, durchgeführt.

    Durch das zuletzt im Jahr 2019 von ThüringenForst veranlasste Monitoring ist bekannt, dass das Vorkommen mit ca. 3.500 Trieben eines der größten und somit bedeutendsten in der BRD ist. Daraus folgt eine hohe Verantwortung Thüringens für den Schutz dieser Art, unter anderem durch den Erhalt dieses außergewöhnlichen Standorts.

    Durch die teilweise Beschattung der Pflanzen mit Netzen, die Vitalisierung der Mykorrhiza und die Anlage von Saatfenstern wird die Orchidee gezielt unterstützt. So kann sie die gravierenden Folgen des verstärkten Lichteinfalls infolge der Borkenkäferkalamität der vergangenen Jahre besser überstehen.

    Waldsäume sind Lebensräume

    Waldsaumstrukturen haben bedeutende naturschutzfachliche und ökologische Vorteile. Sie fördern die Artenvielfalt, indem sie spezialisierte Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten bieten, darunter auch seltene und gefährdete Arten der Roten Liste Thüringens.

    Ein Waldsaum bezeichnet den Übergangsbereich zwischen Wald und Offenland (Waldrand), der durch seine Struktur, bestehend aus verschiedenen Vegetationsschichten, Lebensräume für eine Vielzahl von Organismen schafft und sich positiv auf die Biotopvernetzung auswirkt.

    Im Rahmen der vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums [ELER] geförderten investiven Waldumweltmaßname wurden in den Thüringer Forstämtern Oberhof und Neuhaus stufige Waldränder etabliert.

    Hierfür wurden im Jahr 2023 charakteristische und standortgerechte Baum- und Straucharten auf Waldflächen gepflanzt und anschließend mit Einzelschutz versehen. An die Pflanzarbeiten schlossen sich im Jahr 2024 Kulturpflegearbeiten an, sodass die Waldränder in der Zukunft ihre volle ökologische Funktion erfüllen können.