
Drohnengestützte Datenerfassung beim hochmechanisierten Feldversuch
Datenraum Wald und Holz 4.0
Die Forst- und Holzwirtschaft gehört zu den wenigen Sektoren mit Potenzial für eine nachhaltige und klimapositive Produktion. Um Nachhaltigkeit messbar und nachweisbar zu machen sowie die gesamte Holzbereitstellungskette und die Produkte daraufhin zu optimieren, ist eine umfassende und durchgängige Verfügbarkeit relevanter Basisdaten und Prozessinformationen erforderlich. Aufgrund der hohen Komplexität des Sektors und der eingesetzten Verfahren war dies bisher nicht gewährleistet. Der „Datenraum Wald und Holz 4.0“ schafft erstmals diese Grundlage, denn er
- treibt die Digitalisierung in der Forst- und Holzwirtschaft maßgeblich voran,
- bildet den Ausgangspunkt für die verstärkte Nutzung nachhaltig erzeugten Holzes,
- fördert die souveräne und aktive Beteiligung aller Akteure und
- ermöglicht die Erstellung von CO₂-Bilanzen entlang der gesamten Holzbereitstellungskette,
- ist eine „Enabling Technology“ zur grünen digitalen Transformation der Forstwirtschaft
Das Projekt - Kurz gefasst
Projekttitel: CO2For-IT: Forest Data Space for a CO2-aware Forestry – Datenraum für das Nachhaltigkeitsmonitoring der Wald- und Holzwirtschaft: IT für die nachhaltige, klimapositive Holzwertschöpfung
Projektträger: DLR Projektträger, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Ziele:
- Nachhaltige und effiziente Holzwertschöpfung – Optimierung der Prozesse von der Pflanzung bis zum fertigen Holzprodukt.
- Digitale Vernetzung und Monitoring – Förderung der digitalen Teilhabe forstlicher Akteure und Verbesserung der Datenanalyse für Wald und Holzverarbeitung.
- Klimaschutz und nachhaltige Forstwirtschaft – Unterstützung der CO₂-Bilanzierung und Klimastrategien zur grünen, digitalen Transformation der Branche.
Förderung: Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz über den DLR Projektträger, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. gefördert.
Laufzeit: 05.2023 bis 04.2026
Förderkennzeichen: 01MN23017B

Unsere Ziele
Der Datenraum Wald und Holz 4.0 ist eine digitale Plattform zur Förderung einer nachhaltigen Holzwertschöpfung. Ziel ist es, eine sichere und benutzerfreundliche Umgebung zu schaffen, in der forstliche Akteure effizient und transparent Daten mit ihren Geschäftspartnern austauschen können. So soll die gesamte Wertschöpfungskette – von der Pflanzung bis zum fertigen Holzprodukt – digital unterstützt und optimiert werden.
Wir ermöglichen ein umfassendes Monitoring von Wald und der Holzverarbeitung. Dies fördert die digitale Teilhabe forstlicher Akteure und verbessert datenbasierte Entscheidungsprozesse.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Klimaschutz: Durch digitale Datenanalysen unterstützt die Plattform die CO₂-Bilanzierung, nachhaltige Forstwirtschaft und Klimastrategien. Damit leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur grünen, digitalen Transformation der Branche.
Unsere Fragen
Ein zentraler Aspekt des Forschungsprojekts ist die Messbarkeit der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft. Dafür müssen relevante Daten identifiziert, effizient erfasst und verarbeitet sowie geeignete Kennzahlen zur ökologischen und klimatischen Bewertung entwickelt werden. Ein weiteres Forschungsfeld befasst sich mit der CO₂-Bilanzierung entlang der Holzbereitstellungskette, insbesondere mit der präzisen Erfassung von Emissionen und Kohlenstoffspeicherung. Zudem wird untersucht, inwiefern ein föderaler Datenraum zur sicheren und effizienten Vernetzung von Daten beitragen kann, um die Branche digitaler und transparenter zu gestalten. Ergänzend dazu werden Grüne Digitale Zwillinge (GDZ) entwickelt, um forstwirtschaftliche Prozesse realistisch abzubilden und Nachhaltigkeitsbewertungen zu verbessern.
Drei zentrale Forschungsfragen:
- Wie kann Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft messbar gemacht werden? (Datenverfügbarkeit, Erfassung, Kennzahlen)
- Wie lassen sich CO₂-Emissionen und Kohlenstoffspeicherung entlang der Holzbereitstellungskette erfassen und optimieren?
- Inwiefern kann ein föderaler Datenraum – zur Digitalisierung, Transparenz und Nachhaltigkeitsbewertung der Branche beitragen?
Unsere Teilprojekte und Untersuchungen
Nachhaltigkeitsmonitoring im Datenraum
Im Rahmen des Anwendungsfalls „Nachhaltigkeitsmonitoring im Datenraum“ wird ein detailliertes Lagebild entwickelt, um die Biodiversität von Waldbeständen zu bewerten. Dafür werden grüne Digitale Zwillinge erstellt, die verschiedene Datenquellen wie Fernerkundung, Klima- und Naturschutzdaten sowie Sensornetzwerke integrieren.
Ein Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Weiterentwicklung des Biodiversitäts-Index (IBP). Hierbei wird geprüft, wie dieser für forstwirtschaftliche Anwendungen optimiert und skaliert werden kann. Besonders die Messung der Habitatvielfalt und die Anpassung des Bewertungssystems sind zentrale Forschungsfragen.
Nachhaltige, klimapositive Holzwertschöpfung
Die Transparenz des Datenraums wird genutzt, um die Herkunft und Verarbeitung des Holzes nachzuvollziehen. Tracking- und Tracing-Methoden ermöglichen es, den Weg des Holzes vom stehenden Baum bis zum Sägewerk zu verfolgen und nachträglich zu rekonstruieren. Zudem werden CO₂-Bilanzen der Holzernte und -logistik erstellt, um die Nachhaltigkeit entlang der gesamten Bereitstellungskette zu optimieren.
Praxis-Erprobung von Sensorik, Fernerkundung und Gaia-X
Ein weiterer zentraler Untersuchungsbereich befasst sich mit der Verknüpfung verschiedener Datenquellen in einem föderalen Datenraum. Hierbei werden Sensoren und Fernerkundungsmethoden eingesetzt, um Biodiversität und Klimanachhaltigkeit zu messen. Ergänzend dazu werden messbare Kennzahlen entwickelt, die eine objektive Beschreibung der ökologischen Nachhaltigkeit ermöglichen.
Methodik und technologische Umsetzung
Die Konzeption und Entwicklung des Datenraum Wald und Holz 4.0 basiert auf Gaia-X, einer europäischen Initiative für eine sichere, föderierte und transparente Dateninfrastruktur. Innerhalb dieses Datenraums werden die verschiedenen Akteure der Branche durch Grüne Digitale Zwillinge miteinander vernetzt. Diese virtuellen Abbilder von realen Objekten – beispielsweise Einzelbäumen, Waldbeständen oder Erntemaschinen – enthalten umfassende Informationen zur Nachhaltigkeit und insbesondere zur CO₂-Bilanz.
Ziel ist es, Kennzahlen zu erarbeiten, die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeitsaspekte erfassen und automatisch überwacht werden können.
Projektbeteiligte

- Materna Information & Communications SE (Konsortialführung), Dortmund
- RIF Institut für Forschung und Transfer e.V., Dortmund
- RWTH Aachen University, Institut für Mensch-Maschine-Interaktion (MMI)
- RWTH Aachen University, Werkzeugmaschinenlabor (WZL)
- RWTH Aachen University, Institut für Arbeitswissenschaft (IAW)
- Rhenus Forest Logistics GmbH & Co. KG, Duisburg
- Hohenloher Spezial-Maschinenbau GmbH & Co. KG (HSM), Neu-Kupfer
- Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF), Groß-Umstadt
- ThüringenForst - Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha, Referat Digitale Waldinformationssysteme
In Zusammenarbeit mit:
- fold ecosystemics, Sigmaringen, Sigmaringen
- iFOS GmbH, Aining – Hausen
Unsere Aktivitäten und Ergebnisse
Wissenstransfer CO2For-IT Nachrichten

CO2FOR-IT: Smarte Holzernte in Bad Berka
: Im Forstamt Bad Berka fanden dieses Jahr zwei innovative Holzernteversuche statt. Weiterlesen

Einladung zur Gaia-X Roadshow, 17. Juni 2025
: Digitale Ökosysteme und innovative Lösungen für die Forstwirtschaft Weiterlesen

CO₂-Bilanzierung der Holzernte
: CO2For-IT: Erste Praxisversuche zur Holzernte mit LiDAR-Drohnen liefern wertvolle Daten für die CO₂-Bilanzierung Weiterlesen
Impressum - Kontakt
ThüringenForst - Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha
Referat Digitale Waldinformationssysteme
Christoph Kasper
Jägerstraße 1, 99867 Gotha
Telefon: +49 3621 225 164
E-Mail: christoph.kasper(at)forst.thueringen.de
Sebastian Rappold
Jägerstraße 1, 99867 Gotha
Telefon: +49 3621 225 218
E-Mail: sebastian.rappold(at)forst.thueringen.de

