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WaldZukunft

Wissenschaftlicher Name: „Corylus colurna“ L.

© Andreas Knoll

© Andreas Knoll

Erkennungsmerkmale

  • Baumförmiger Wuchs mit durchgehender Stammachse
  • regelmäßig aufgebaute Krone
  • grauweiß bis graue, rau-korkige Borke
  • Blätter doppelt gesägt und teils gelappt
  • kleinere, dickschalige Nüsse in auffälligen, „struppigen“ Fruchtbüscheln

 

Verbreitung

Die Baumhasel ist in Südosteuropa und Westasien heimisch (u. a. Balkan, Kleinasien, Kaukasusraum; Areal reicht bis Afghanistan). In Teilen ihres natürlichen Verbreitungsgebiets wurde sie historisch stark genutzt und ist dort heute eher selten anzutreffen. International wird sie als Rote-Liste-Art geführt, gilt aber derzeit nicht als akut bedroht.

Nach Mitteleuropa kam die Baumhasel bereits im 17. Jahrhundert. In Deutschland – und damit auch in Thüringen – ist sie bislang keine „klassische“ Waldbaumart, sondern wird überwiegend als Park-, Garten- und Straßenbaum wahrgenommen. Erste forstliche Anbauten und wissenschaftlich begleitete Versuche laufen seit etwa zwei Jahrzehnten, belastbare Langzeiterfahrungen und klare Herkunftsempfehlungen sind aber noch begrenzt.

Standortansprüche

Die Baumhasel wird häufig als relativ „standorttolerant“ beschrieben – mit klaren Grenzen.

Klima

Sie ist wärmeliebend und grundsätzlich gut an kontinentalere Bedingungen angepasst. Sie verträgt sowohl Sommerhitze als auch strenge Winter und gilt als winter- und spätfrostresistent.

Wasserhaushalt 

Am besten wächst die Baumhasel auf mäßig trockenen bis frischen Standorten. Staunässe und dauerhaft wechselfeuchte Böden sind problematisch und können zu höheren Ausfällen führen. Extrem trockene Standorte werden ebenfalls gemieden.

Boden

Die Baumhasel bildet eine kräftige, tiefreichende Pfahlwurzel (mehrere Meter möglich) und ist dadurch standfest und grundsätzlich gut in der Lage, Wasser aus tieferen Bodenschichten zu erschließen. Sie wächst auf Kalk bis Silikat, oft auch auf eher flachgründigen, steinig-skelettreichen Böden.

Licht

Die Baumhasel ist eine Halbschattenbaumart. Das bedeutet, sie kann im Halbschatten starten, reagiert auf armen oder „kritischen“ Standorten aber deutlich lichtbedürftiger.

Für Thüringen bedeutet das: Dieser Baum hat Potenzial vor allem für trocken-warme, gut drainierte Lagen (beispielsweise wärmebegünstigte Hänge, Eichen-/Buchenmischwald-Standorte), während staunasse, verdichtete oder sehr wechselfeuchte Böden eher ausscheiden.

 

Chancen und Risiken

Chancen

Die Baumhasel ist eine zusätzliche Alternative auf warmen Standorten. Ihre Trockenstresstoleranz, robuste Winterhärte und eine gute Standfestigkeit durch tiefreichende Wurzeln machen die Baumhasel als Beimischung für wärmere und trockenheitsgefährdete Lagen interessant. Die Blattstreu ist gut zersetzbar und kann bodenverbessernd wirken.

Durch ihr Wachstum kann sie zur vertikalen Struktur (mehrschichtige Bestände) beitragen. Das Wurzelsystem eignet sich zudem für Erosionsschutz auf Hanglagen. In ihrem natürlichen Areal tritt sie typischerweise in Mischungen auf (u. a. mit Buchen- und Eichenarten sowie weiteren Laubbäumen). Auch in mitteleuropäischen Versuchen wird sie eher als Neben-/Mischbaumart gesehen, nicht als Reinbestandsbaumart.

Aus Baumhasel entstehen keine zuwachsstarken, vorratsreichen Wälder. Das Holz gilt aber als hochwertig (dekorative dunklere Töne; Möbel- und Drechslerholz). Allerdings muss das bisher eher seltene Holzsortiment zu einem passenden Holzkäufer finden (z.B. auf Wertholzversteigerungen).

Wiederbewaldung: Als lichtbedürftige Baumart mit hohem Anwuchserfolg und raschem Jugendwuchs eignet sie sich hervorragend für die Wiederbewaldung von Schadflächen, z.B. als Vorwaldbaumart, im flächigen Weitverband oder bei Ergänzungen von Lücken im Jungwald.

Risiken

Ein zentrales Risiko ist das Pflanzgut. Häufig stammt Saatgut aus Park- oder Straßenbäumen mit unklarer Herkunft und unbekannter genetischer Basis. Das kann Anpassungsfähigkeit, Wuchsform (z. B. Zwieselneigung) und Stabilität der Anbauten beeinflussen. Herkunftsversuche sind erst angelaufen; es gibt wichtige Hinweise, dass Provenienzen sich deutlich unterscheiden.

Wechselfeuchte und staunasse Böden erhöhen die Ausfälle erheblich. Auch „zu trocken“ ist nicht per se besser: Bei extremer Dürre schützt sich die Baumhasel durch frühen Laubabwurf – das ist eine Überlebensstrategie, kann aber Zuwachs kosten. Für kühle bis kalte Gebirgslagen ist sie ungeeignet, zur Spätfrostanfälligkeit findet derzeit noch Herkunftsforschung statt.

Junge Bäume sind empfindlich gegenüber Verbiss, Fegen und teils auch Mäuse- und Hasenschäden. Ohne Schutz kann bei zu hohen Wilddichten der Anbau scheitern.

Bei den Schaderregern (latent, aber noch unsicher) gibt es Hinweise auf Blatt- und Bakteriosesymptome (v. a. aus dem Stadtgrün) sowie Hallimasch. Da die Baumhasel im Wald bisher selten ist, ist das tatsächliche Risiko-Spektrum noch nicht abschließend beurteilbar. Bei stärkerem Anbau ist mittelfristig mit einem „Aufbau“ eines eigenen Schaderreger-komplexes zu rechnen. Das spricht gegen großflächige Anbauten und für eine risikostreuende Beimischung.

 

Begründung und waldbaulicher Einsatz

  • einzel-, trupp- oder horstweise Beimischung statt großflächiger Komplexe
  • auf armen Standorten besser ohne oder nur unter lichtem Schirm begründen, auf besseren Standorten funktioniert der Start auch im Halbschatten
  • wegen intensiver Wurzelbildung sind jüngere Pflanzensortimente vorteilhaft, Topfware wird häufig bevorzugt; Wurzeln müssen vor Austrocknung geschützt werden
  • Anwendung von Wildschutz
  • die Nüsse sind sehr austrocknungsempfindlich mit schlechter Keimrate, so dass Saaten die Ausnahme sein sollten
  • Wertastung wird als sinnvoll angesehen, wenn Wertholz das Ziel ist

Merksatz

Die Baumhasel ist eine trockentolerante, standfeste Mischbaumart für wärmere Lagen – mit Potenzial als Wertholzbaum selbst auf der freien Schadfläche. Entscheidend sind passende, gut drainierte Standorte und verlässliche Herkünfte, weil zu Saatgut, Risiken und optimaler Behandlung noch nicht alles geklärt ist.

Quellen

  • www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/kurzportrait-baumhasel
  • www.waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Baumhasel.pdf
  • www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/waldwachstum/erste-ergebnisse-aus-herkunftsversuchen-mit-der-baumhasel

Steckbrief überarbeitet von Dr. N. Frischbier, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst AöR, Gotha

Wissenschaftlicher Name: „Pseudotsuga menziesii“ (Mirb.) Franco

Erkennungsmerkmale

  • gerader Stamm (kann bis zu 60 Meter groß werden) mit typischer Borke im Alter
  • blau-grüne, weiche Nadeln, welche beim Zerreiben nach Zitrone und Orange duften
  • hängende spindelförmige Zapfen mit langen dreispitzigen Deckschuppen
© A. Duschanek

© Andreas Knoll

© Andreas Knoll

 

Verbreitung

Die Douglasie stammt aus Nordamerika. Dort besitzt sie ein sehr großes natürliches Verbreitungsgebiet, das sich von Mexiko bis nach Kanada erstreckt sowie von der Pazifikküste bis zu den Rocky Mountains. Weitere verwandte Douglasienarten finden sich in Japan und China sowie voreiszeitlich sogar in Europa.

Erst im Jahr 1827 wurde die nordamerikanische Douglasie durch den schottischen Botaniker David Douglas nach Europa eingeführt. Seitdem hat sie sich als bedeutende Wirtschaftsbaumart etabliert. In Thüringen spielt sie heute eine große Rolle im Waldumbau und gehört zu den am besten untersuchten nicht-heimischen Baumarten.

Standortansprüche

Die Douglasie bevorzugt tiefgründige, gut durchlüftete Böden mit mäßig trockenem bis frischen Wasserhaushalt. Staunasse, verdichtete oder vernässte Böden sind für sie ungeeignet.

Sie stellt vergleichsweise geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung und kann sowohl auf ärmeren Silikatstandorten als auch auf besseren Sand- und Lehmböden gute Wuchsleistungen erzielen. Auf sehr nährstoffreichen Standorten kann das starke Wachstum jedoch zu breiten Jahrringen und stärkeren Ästen führen, was die Holzqualität beeinträchtigen kann.

Unter günstigen Bedingungen bildet die Douglasie ein tiefreichendes Herzwurzelsystem aus und ist dann standsicher. Auf flachgründigen oder ungünstigen Böden entwickelt sie dagegen flache Wurzeln und wird anfälliger für Windwurf.

Chancen und Risiken

Chancen

Die Douglasie gilt als vergleichsweise trockenheitstolerant und zeigt im Klimawandel häufig geringere Ausfälle als Fichte, Lärche oder Rotbuche – insbesondere in späteren Altersphasen. Ihr Holz ist hochwertig, dauerhaft und widerstandsfähiger gegen Pilzbefall als das der Fichte. Holzzuwachs und Vorrat sind enorm. Sie behauptet sich gut in Mischbeständen.

Risiken

In der Anwuchs- und Jugendphase ist die Douglasie empfindlich gegenüber Rüsselkäfer- und Mäusefraß, Trockenheit, Frost und Wurzelaustrocknung. Spät- und Frühfröste sowie Frosttrocknis können Jungpflanzen stark schädigen. Auch verschiedene Pilzkrankheiten, insbesondere die Rostige und die Rußige Douglasienschütte, können zu erheblichen Zuwachsverlusten oder zum Absterben führen.

Im Alter ragt die Douglasienkrone aus dem heimischen Kronendach heraus und ist dadurch besonders windanfällig. In Wuchshüllen und unter Schirm neigt sie in der Jugend zu raschem, jedoch instabilen Höhenwuchs. Die Douglasie gilt als sehr empfindlich während der Pflanzung, Pflanzenfrische und Witterung müssen hier ganz besonders passen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Wahl der Herkunft: Die Küsten-Douglasie ist in Thüringen bislang wüchsiger und widerstandsfähiger, während die Inlands-Varietät zwar frost- und trockenheitsresistenter ist, aber stärker krankheitsanfällig sein kann.

Begründung und waldbaulicher Einsatz

Die Douglasie ist eine Halbschattbaumart. In der Jugend profitiert sie von einem schützenden Kronendach und sollte bevorzugt unter Schirm oder in Mischbeständen begründet werden. Andererseits kann sie in günstigen Lagen ohne besondere Frostgefahren auch für Wiederbewaldungen auf Freiflächen gut genutzt werden. Großflächige Reinbestände gelten als riskant und artenarm und werden nicht empfohlen. In Mischbeständen muss man regelmäßig gegen ihre Dominanz pflegen und kann dabei zeitige und hohe Vorerträge erzielen (Zeitmischung).

Besonders geeignet ist die Douglasie als Mischbaumart, unter anderem mit Buche, Fichte, Kiefer oder Weißtanne. Ihre natürliche Verjüngung ist verlässlich und waldbaulich einfach nutzbar. In Thüringen zeigt sie kein relevantes Invasionspotenzial. Bei standortgerechter Verwendung, sorgfältiger Herkunftswahl und angepasster Pflege kann sie einen wichtigen Beitrag zu stabilen, vielfältigen und wirtschaftlich tragfähigen Wäldern der Zukunft leisten.

Merksatz

Bei standortgerechter Verwendung, sorgfältiger Herkunftswahl und angepasster Pflege kann sie einen wichtigen Beitrag zu stabilen, vielfältigen und wirtschaftlich tragfähigen Wäldern der Zukunft leisten.

Quellen

  • https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/standortskunde/douglasie-fuer-und-wider
  • https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/schadensmanagement/waldschutzaspekte-bei-der-douglasie
  • https://www.waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Douglasie.pdf

Steckbrief überarbeitet von Dr. N. Frischbier, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst AöR, Gotha

Wissenschaftlicher Name: „Sorbus torminalis“ L. (CRANTZ)

Erkennungsmerkmale

  • Die Elsbeere wird nicht besonders groß, nur etwa 20m
  • tiefe Wurzeln
  • Blätter mit spitzen, gesägten Lappen, im Herbst leuchtend gelb
  • Blüten als Dolden
  • Früchte kugelig, braun
  • schweres, hartes Holz
© Andreas Knoll

© Dr. Horst Sproßmann

© Andreas Knoll

© Andreas Knolld

 

Verbreitung

Die Elsbeere ist eine Baumart Mittel- und Südeuropas. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht bis nach Nordafrika und Kleinasien. In Deutschland kommt sie in vielen Regionen vor, ist dabei jedoch sehr selten und macht deutlich weniger als ein Prozent der Waldfläche aus.

In Thüringen besitzt die Elsbeere eine besondere Bedeutung. Hier liegen größere Vorkommen dieser wärmeliebenden Baumart, weshalb dem Land eine besondere Verantwortung für ihren Erhalt und ihre Förderung zukommt. Sie bildet Hybride mit der Echten Mehlbeere, sogenannte Kleinarten, die sehr selten und vom Aussterben bedroht sind. Sie ist eng verwandt mit der Eberesche.

Standortansprüche

Die Elsbeere bevorzugt warme, sonnige Standorte und ist gut an Hitze angepasst. Typisch sind steile, südexponierte Hänge, lichte Wälder und wärmebegünstigte Lagen. Kühle, schattige oder staunasse Standorte meidet sie weitgehend.

Am besten wächst sie auf nährstoffreichen, mäßig trockenen bis trockenen Böden. Sie bevorzugt Böden aus Kalk- und anderen basischen Gesteinen, kommt aber auch auf basenärmeren Böden z.B. aus Buntsandstein vor. Tonreiche Böden kann sie gut erschließen.

Ihre Höhenverbreitung reicht in der Regel bis etwa 700 Meter über dem Meeresspiegel, in besonders warmen Tallagen auch höher. Im Vergleich zur Rotbuche ist die Elsbeere deutlich besser an Sommertrockenheit angepasst und zeigt in neueren Untersuchungen eine hohe Klimaresistenz.

Chancen und Risiken

Chancen

Die Elsbeere gilt als robuste Baumart mit tiefreichendem Wurzelsystem und guter Anpassungsfähigkeit an warme und trockene Klimabedingungen. Schäden durch Insekten oder Pilze sind bislang selten und meist von geringer wirtschaftlicher Bedeutung. Ihre Blüten bieten zudem eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten und leisten einen wertvollen Beitrag zur biologischen Vielfalt.

Ihr Holz ist selten, begehrt und erbringt gute Erlöse. Sie verjüngt sich regelmäßig über Wurzelbrut und Samen. Als generell lichtbedürftige Baumart kann sie Wiederbewaldungen auf besseren, trocken-warmen Standorten bereichern. Aber auch im höheren Bestandesalter kann sie auf eine Förderung durch die schrittweise Entnahme von Konkurrenten gut mit Zuwächsen reagieren.

Risiken

In der Jugend reagiert die Elsbeere empfindlich auf längere Trockenphasen. Jungpflanzen und späte Triebe können außerdem durch Spät- oder Frühfröste geschädigt werden. Sie ist stark verbissgefährdet. Ein wesentliches Risiko ist ihre geringe Konkurrenzkraft. Gegenüber wuchsstarken Baumarten wie Buche, Ahorn oder Fichte kann sich die Elsbeere auf guten Standorten kaum behaupten und ist auf gezielte Förderung (d.h. die Entnahme von unmittelbaren Konkurrenten) angewiesen.

Begründung und waldbaulicher Einsatz

Die Elsbeere wächst langsam, gleichmäßig und langanhaltend. In jungen Jahren beträgt der jährliche Höhenzuwachs im Durchschnitt etwa 25–40 Zentimeter. Sie ist in den ersten Jahren zwar noch schattentolerant, benötigt aber bald eine gut belichtete Krone. Dies fördert auch die Blüten-, Frucht- und Samenbildung. Sie wird 200 – 300 Jahre alt.

Bei früher und gezielter Förderung erreicht sie aber bereits ab dem Alter 80 eine forstlich relevante Stammdicke. Heute findet man die Elsbeere vor allem als Mischbaumart, insbesondere in warmen und lichten Eichenwäldern, wo sie vergleichsweise konkurrenzfähig ist. Pflanzmaterial stammt in Thüringen zunehmend aus neuen Saatgutplantagen mit hoher genetischer Vielfalt der Elternbäume.

Merksatz

Aufgrund ihres seltenen Vorkommens, ihres wertvollen Holzes und ihrer ökologischen Bedeutung wird sie zunehmend als Zukunftsbaumart im Klimawandel betrachtet – vorausgesetzt, sie erhält den nötigen Raum zum Wachsen und wird vor Verbiss geschützt.

Quellen

 

  • https://www.waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Elsbeere.pdf
  • https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/standortskunde/heimischer-exot-elsbeere
  • https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/laubbaeume/elsbeere-die-kostbare-unbekannte

Steckbrief überarbeitet von Dr. N. Frischbier und Alexander Tischer, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst AöR, Gotha

Wissenschaftlicher Name: „Castanea sativa“ Mill.

© Andreas Knoll

© Claudia Kindermann-Weiß

Erkennungsmerkmale

  • Mittel- bis großwüchsiger Laubbaum
  • stark verzweigter, ausladender Krone
  • charakteristischer Borke
  • die langen, gezähnten Blätter stehen einzeln
  • sie blüht spät im Frühjahr
  • ihre kastanienartigen essbaren Früchte (Maronen) mit sehr stachliger Schale reifen im Herbst

 

Verbreitung

Die Esskastanie ist die einzige in Europa heimische Art der Gattung Castanea (Familie Fagaceae). Ihr ursprüngliches Areal liegt im südlichen Europa und im westlichen Kleinasien. Durch jahrtausendelange Nutzung wurde sie über ihr natürliches Verbreitungsgebiet hinaus in weite Teile West- und Mitteleuropas eingebürgert. In Deutschland erscheint sie seit der Römerzeit; größere, sich selbst erhaltende Bestände finden sich vor allem in warmen Regionen wie etwa Oberrhein, Saar-, Mosel- und Schwarzwaldgebieten.

Standortansprüche

Esskastanien bevorzugen ein warm-gemäßigtes bis mildes Klima mit ausreichend Niederschlag. Günstig sind Jahresmitteltemperaturen von etwa 8–14 °C und ein Jahresniederschlag von mindestens 600–800 mm. Sie gedeihen am besten auf tiefgründigen, gut durchlüfteten und gut drainierten Böden, Kalksubstrate werden eher gemieden.

Die Ansprüche an die Nährstoffversorgung sind gering. In der Jugend ist die Esskastanie halbschattenverträglich, mit zunehmendem Alter steigt der Lichtbedarf.

Chancen und Risiken

Chancen

Die Esskastanie gilt als Baumart mit Potenzial im Klimawandel, weil sie unter wärmeren Bedingungen und in milden Lagen verlässlich überlebt und gut wächst. Allerdings ist sie in Extremjahren ähnlich anfällig gewesen wie z. B. Rotbuche, Eiche und Kiefer. Zusätzlich begrenzen Spätfröste und kontinentales Klima ihre mögliche Klimawandelwanderung in Richtung Nordost.

Sie besitzt eine tiefe, kräftige Pfahlwurzel und kann ein hohes Alter und enorme Baumhöhen und Stammdurchmesser erreichen. Baumschäden und Stammentnahmen überdauert sie dank ihrer Stockausschlagfähigkeit. Auf guten Standorten leistet sie ein enormes Jugendwachstum und kann sogar mit Roteiche und Douglasie mithalten.

Neben ihrer forstlichen Bedeutung bietet sie essbare Früchte und reichliche Blüten als Bienentrachtbaum.

Risiken

Esskastanien sind empfindlich gegenüber Pathogenen wie dem Kastanien-Rindenkrebs, der historisch große Bestände einer nah verwandten Art in Nordamerika geschädigt hat und inzwischen in Europa auch Esskastanien befällt. Zusätzlich ist die Esskastanie bedroht durch die Japanische Edelkastaniengallwespe, die Mitteleuropa ebenfalls erreicht hat.

Auf zu trockenen oder zu staunassen Standorten entwickeln sie sich schlecht; extremer Wassermangel wirkt ebenso wachstumshemmend wie schlechte Durchlüftung oder Bodenverdichtung. Ihre Lichtbedürftigkeit nimmt mit dem Alter zu, was im Bestandesaufbau berücksichtigt werden muss. Lichtmangel oder unregelmäßige Durchforstungen führen zu Krummwuchs und Ringschäle.

Die Verfügbarkeit waldgeeigneter Esskastanienpflanzen gestaltet sich leider schwierig. Züchtungen fokussierten bisher eher auf die Kastanienproduktion als auf die Waldfähigkeit, die Genetik der Elternvorkommen oder Einzelbäume ist regelmäßig eingeschränkt, unbedingt auf die Herkunftsnummer achten.

Begründung und waldbaulicher Einsatz

Waldbaulich wird sie häufig in Mischbeständen mit anderen Laubbaumarten eingebracht, weil sie allein oft nicht konkurrenzfähig genug ist, vor allem in schattigen oder nicht optimalen Lagen. Esskastanien verbreiten sich vor allem durch Tiere.

Insgesamt bietet die Esskastanie ökologisch und forstlich interessante Eigenschaften für wärmere, gut drainierte Standorte und kann – bei Beachtung standörtlicher und waldbaulicher Bedingungen – eine sinnvolle Ergänzung der Baumartenpalette im Klimawandel sein. Ihre Verwendung auf Kahlflächen nach Schadereignissen an erosionsgefährdeten Sonnenhängen kann vorteilhaft sein, weil sie abgesehen von einem anzuzweifelnden forstlichen Nutzwert zum Walderhalt und zur Erosionsvermeidung beitragen kann.

Merksatz

Die Esskastanie ist eine wärmeliebende Baumart für gut drainierte Standorte, die bei ausreichender Wasserversorgung hohe Zuwächse und vielseitige Nutzungsmöglichkeiten bietet – zugleich reagiert sie aber empfindlich auf Staunässe, Kalk, Frost, Trockenstress und bestimmte Krankheiten.

Quellen

 

  • https://www.waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Esskastanie.pdf
  • https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/kurzportrait-edelkastanie
  • https://www.lwf.bayern.de/waldbau-bergwald/waldbau/201645/index.php

 

Steckbrief überarbeitet von Dr. N. Frischbier, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst AöR, Gotha

Wissenschaftlicher Name: „Fagus orientalis“ Lipsky

Erkennungsmerkmale

  • Große Ähnlichkeit mit der heimischen Rotbuche in Stammform, Rindenfarbe und Blattstruktur
  • Blätter etwas größer und länglicher
  • genaue Unterscheidung äußerlich schwierig

 

Verbreitung

Die Orientbuche stammt aus Südosteuropa und Westasien. Ihr natürliches Areal reicht vom Balkan über Kleinasien und den Kaukasus bis in den Nordiran sowie auf die Krim. Dort wächst sie in Höhenlagen von etwa 200 bis 2.200 Metern über dem Meeresspiegel. Das Verbreitungsgebiet ist durch ein überwiegend kontinentales Klima geprägt: kalte Winter, warme Sommer und meist ausreichende Niederschläge. In Teilen Südosteuropas (z. B. Bulgarien, Griechenland) überschneiden sich die Vorkommen von Orient- und Rotbuche, wobei es dort auch zu natürlichen Kreuzungen kommt.

In Mitteleuropa wird die Orientbuche seit längerem in Parks und botanischen Gärten kultiviert. In Wäldern wurde sie bisher sehr selten eingebracht, wobei allerdings ältere, falsch deklarierte Pflanzgutsortimente nicht gänzlich ausgeschlossen werden können.

Standortansprüche

Die Orientbuche bevorzugt Standorte mit mittlerer bis guter Nährstoffversorgung. Sie kommt sowohl auf sauren als auch auf basischen Böden vor, reagiert jedoch empfindlich auf Grund- und Stauwasser sowie auf schwere, schlecht durchlüftete Tonböden. In ihrem natürlichen Areal liegen die Jahresniederschläge meist über 800 mm, mindestens jedoch bei etwa 500–600 mm. Sie ist winterfrosthart bis etwa −20 °C; belaubte Triebe vertragen Spätfröste bis rund −5 °C.

Erste Versuche in Thüringen zeigen, dass die Orientbuche auch unter deutlich trockeneren und wärmeren Bedingungen als in ihrem Ursprungsgebiet zuverlässig wachsen kann – selbst auf flachgründigen Freiflächen mit geringen Niederschlägen.

Chancen und Risiken

Chancen

Die Orientbuche ist eine vitale, anpassungsfähige Schattbaumart mit einer größeren genetischen Vielfalt als die heimische Rotbuche. Sie zeigt in Anbauversuchen geringe Ausfallraten und verlässlichen Zuwachs, auch unter trocken-warmen Klimabedingungen. Ihre ökologische und waldbauliche Ähnlichkeit zur Rotbuche erleichtert die Integration in bestehende Bewirtschaftungskonzepte.

Risiken

Junge Pflanzen sind spätfrostgefährdet, auch wenn Schäden meist verwachsen. Zudem können typische Buchenschaderreger auftreten, etwa Phytophthora-Arten, die Buchenwollschildlaus oder der Schwammspinner.

Ein noch nicht abschließend bewerteter Aspekt ist die Hybridisierungsfähigkeit mit der Rotbuche, die langfristig ökologische Fragen aufwirft. Hinzu kommt das Risiko ungeeigneter oder genetisch minderwertiger Herkünfte, da Saat- und Pflanzgut bislang nicht gesetzlich geregelt ist und Herkunftsversuche erst anlaufen.

Begründung und waldbaulicher Einsatz

Die Orientbuche ist – wie die Rotbuche – eine ausgeprägte Schattbaumart und bildet in ihrer Heimat sowohl Rein- als auch Mischbestände. Sie kann hohe Vorräte und mehrschichtige Bestände ausbilden. Waldbaulich ist sie der Rotbuche ähnlich behandelbar.

Ein Anbau unter Schirm wird empfohlen, da sie zu starker Verzweigung und Zwieselbildung neigen kann, was die Holzqualität mindert. Die Holznutzung entspricht weitgehend der Rotbuche (z. B. Möbel-, Furnier- und Brennholz).

Merksatz

Insgesamt gilt die Orientbuche als interessante Gastbaumart für den Klimawandel – mit vielversprechenden Eigenschaften, aber auch offenen Fragen zu Herkunft, Qualität und langfristiger ökologischer Wirkung.

Quellen

 

  • https://www.waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Orientbuche.pdf
  • https://caucasiana.pensoft.net/article/106898/
  • https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/kurzportrait-orientbuche-fagus-orientalis-lipsky

 

Steckbrief überarbeitet von Dr. N. Frischbier, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst AöR, Gotha

Wissenschaftlicher Name: „Quercus rubra“ L.

© Ralf Sikorski

Erkennungsmerkmale

  • Die Rinde ist grau und lange Zeit noch glatt, bevor sie ihre Borkenstreifen bildet
  • Blätter ähneln den uns bekannten Eichenblättern, sind aber an den Enden spitz und oft deutlich größer, sie färben sich im Herbst in ein intensives Rot
  • die Eicheln sind ebenfalls größer und runder als die heimischen Exemplare

 

Verbreitung

Die Roteiche stammt aus dem Osten Nordamerikas. Dort gehört sie zu den prägenden Laubbäumen artenreicher Mischwälder in Tieflagen und den Mittelgebirgen. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von der Atlantikküste bis an die Prärien und umfasst sehr unterschiedliche Klimabedingungen – von kalten Wintern bis zu heißen Sommern.

Seit dem 18. Jahrhundert wird die Roteiche auch in Europa angebaut. In Deutschland ist sie heute die flächenmäßig bedeutendste eingeführte Laubbaumart, ihr Anteil liegt jedoch unter 0,5 %. In Thüringen beträgt er etwa 0,3 %. Die vorhandenen Bestände gehen auf mehrere historische Anbauphasen zurück und haben sich waldbaulich größtenteils bewährt. Bundesweite Studien haben kürzlich ergeben, dass deutsche Vorkommen aus einem sehr begrenzten Bereich des natürlichen Verbreitungsgebietes bei den Großen Seen stammen.

Standortansprüche

Die Roteiche stellt vergleichsweise geringe Ansprüche an den Boden. Sie bevorzugt lockere, gut durchlüftete, kalkarme Böden mit ausreichender Wasserversorgung. Auch auf mäßig nährstoffarmen Standorten zeigt sie noch gute Wuchsleistungen. Ungeeignet sind stark vernässte oder staunasse Böden, schwere Ton- und Lehmböden mit Wasserstau sowie sehr trockene oder kalkreiche Standorte.

Bei anhaltender Sommerhitze und geringen Niederschlägen gerät auch die Roteiche unter Stress. In Thüringen liegen günstige Klimabedingungen vor allem unterhalb von etwa 500 m über dem Meeresspiegel. Dort erreicht sie ihre Wärmeansprüche und kann ihr hohes Wachstumspotenzial entfalten.

Chancen und Risiken

Chancen

Die Roteiche ist eine sehr wüchsige, robuste und sturmfeste Baumart. Sie besitzt in der Jugend eine Pfahlwurzel und später ein stark verzweigtes Herzwurzelsystem. Im Vergleich zu heimischen Eichen ist sie zuwachsstärker, etwas schattentoleranter und außerhalb ihres Ursprungsgebiets weniger anfällig für Schädlinge.

Ihre gute Verjüngungsfähigkeit, Stockausschlagskraft und die attraktive rote Herbstfärbung machen sie auch für strukturreiche Mischbestände und Erholungswälder interessant. Ihr Holz ist technisch mit dem der heimischen Eichen vergleichbar und wird als Bau-, Konstruktions- und Möbelholz genutzt. Für Fassbau oder unbehandelte Außenanwendungen ist es jedoch ungeeignet.

Risiken

Auf Sonderstandorten mit schützenswerten, wärmeliebenden Waldgesellschaften kann sich die Roteiche aufgrund ihrer Konkurrenzkraft unerwünscht ausbreiten. Junge Pflanzen sind stark verbissgefährdet und reagieren empfindlich auf Spätfrost, können Schäden jedoch meist kompensieren. Bei extremen Trockenperioden oder auf sehr wasserdurchlässigen Böden können Wurzelfäulen auftreten. Staunässe bleibt ein klarer Ausschlussfaktor.

Begründung und waldbaulicher Einsatz

Die Roteiche wächst in der Jugend sehr schnell und erreicht hohe Vorräte in vergleichsweise kurzer Zeit. Sie eignet sich sowohl für Reinbestände als auch besonders für Mischungen, etwa mit Buche, Hainbuche, Linde, Ahorn oder Kiefer. Auf trocken-warmen Sandstandorten erhält sie bei der Waldbrandvermeidung eine besondere Bedeutung als brandhemmende Laubholzbeimischung in Kiefernwäldern.

Merksatz

Insgesamt gilt die Roteiche als leistungsstarke, klimaangepasste Ergänzung der heimischen Baumartenpalette – vorausgesetzt, Standortwahl und Mischungsform passen.

Quellen

  • https://www.lwf.bayern.de/service/publikationen/lwf_wissen/381574/index.php
  • https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/laubbaeume/die-roteiche
  • https://www.rubraselect.de/fileadmin/user_upload/Abteilungen/Waldnaturschutz/RubraSelect/2022.11.17.Quercus_rubra_Steckbrief.pdf

Steckbrief überarbeitet von Dr. N. Frischbier und Alexander Tischer, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst AöR, Gotha

Wissenschaftlicher Name: „Tilia tomentosa” (Moench)

Erkennungsmerkmale

  • Laubbaum von 20-30m Höhe mit grauer flachrissiger Rinde
  • unregelmäßig herzförmige Blätter mit einer grau- bis silberfilzigen Unterseite, goldgelbe Herbstfärbung
  • Früchte als kleine Nüsschen in der Regel als 5er Gruppe mit einem flügelartigem Hochblatt
  • Verbreitung durch Wind
© Dr. Nico Frischbier

© Andreas Knoll

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Verbreitung

Die Silberlinde ist eine südosteuropäische Lindenart. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über die Balkanhalbinsel und Teile der nordwestlichen Türkei bis in Höhenlagen von etwa 1.300 m über dem Meeresspiegel. In Mitteleuropa ist sie forstlich bis jetzt selten, wird aber seit dem 18. Jahrhundert häufig als Zier-, Allee- und Parkbaum gepflanzt und kann dort auch in größeren Beständen vorkommen.

Standortansprüche

Die Silberlinde bevorzugt fruchtbare, tiefe und gut durchlüftete Böden mit neutralem bis leicht basischem pH-Bereich. Sie wächst auf Löss, Sanden und basischen Gesteinen und toleriert Trockenheit gut. Im natürlichen Areal findet die Art warme, kontinental geprägte Klimabedingungen mit Sommerwärme und mäßigen Niederschlägen.

Junge Bäume zeigen eine gewisse Schattentoleranz, ältere Bäume benötigen jedoch ausreichend Licht.

Chancen und Risiken

Chancen

Die Silberlinde besitzt eine beachtliche Wuchsleistung und kann Höhen von etwa 25 bis 30 m erreichen und in geeigneten Beständen hohe Vorräte aufbauen. Sie gilt als relativ robust gegenüber biotischen Schaderregern. Insekten und Pilze spielen nach aktuellem Wissen eine untergeordnete Rolle.

Ihre Blüten bieten im Hochsommer eine späte Nektarquelle für Bienen und Hummeln, was zur Biodiversität beiträgt. Das Holz ist gelblich-weiß, lässt sich gut bearbeiten und eignet sich für vielfältige Verwendungen (Möbel, Spielwaren, Sperrholz, Rahmenholz).

Risiken

Abrupte Freistellung kann zu Wasserreisern oder Rindenbrand führen, weshalb ein angemessener Überschirmungsanteil im Bestand wichtig ist. Ältere Bäume sind lichtbedürftig, was die Standortwahl und Bestandesgestaltung beeinflusst. Pflanzenbestellungen gestalten sich schwierig. Ob waldangepasste Sortimente vertrieben werden oder doch eher Gartenbausortimente, bleibt fraglich. Belastbare Waldforschung zu ihr ist noch selten.

Begründung und waldbaulicher Einsatz

Junge Silberlinden wachsen relativ schnell. In der Regel erreichen sie nach etwa 15–20 Jahren hohe Zuwächse, die im Alter langsamer werden. Die Art verjüngt sich gut auch über Stockausschläge und Wurzelbrut, was ihr Überlebenspotential im Bestand erhöht. In ihrer Heimat kommt die Silberlinde in unterschiedlichsten Mischgesellschaften vor, z. B. mit Eichen, Hainbuchen und Ulmen. Ihre Laubstreu zersetzt sich gut, was den Boden verbessert.

Merksatz

Die Silberlinde ist eine wärme- und trockentolerante Lindenart mit hoher Wuchsleistung und gutem Nektarpotential für Insekten – sie kombiniert robustes Wachstum mit vielseitiger ökologischer und holzwirtschaftlicher Nutzung und kann unter passenden Bedingungen zur klimaangepassten Baumartenpalette gehören.

Quellen

  • https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/kurzportrait-silberlinde
  • https://www.waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Silberlinde.pdf
  • https://www.waldwissen.net/assets/waldwirtschaft/waldbau/fva_artensteckbriefe/tilia_tomentosa_baumartensteckbrief.pdf

Steckbrief überarbeitet von Dr. N. Frischbier und Alexander Tischer, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst AöR, Gotha

Wissenschaftlicher Name: „Abies alba“ Mill.

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Erkennungsmerkmale

  • leichte Verwechslungsgefahr mit der Fichte
  • Nadeln sind nicht spitz, sondern abgerundet, nur seitlich am Trieb angeordnet (Fichtennadeln wachsen rundherum)
  • typischer weißer Mittelstrich auf der Nadelunterseite
  • Nadeln duften beim Zerreiben nach Zitrone
  • die Zapfen wachsen nach oben und zerfallen am Baum
  • man findet dann nur die Samenschuppen auf dem Waldboden
  • Krone breit und kegelförmig
  • sehr gerader, walzenförmiger Stamm

 

Verbreitung

Die Weißtanne ist eine typische Baumart der mittel-, süd- und südosteuropäischen Gebirge. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von den Alpen über den Schwarzwald und die Karpaten bis in den Balkanraum. Thüringen liegt an der nördlichen Verbreitungsgrenze der Weißtanne; natürliche Vorkommen finden sich vor allem im Thüringer Wald.

Ihr ökologisches Optimum liegt in luftfeuchten, montanen Lagen. In Tieflagen und ausgeprägten Trockengebieten fehlt sie weitgehend. Historisch wurde die Weißtanne durch forstliche Nutzung, Luftschadstoffe und hohen Wilddruck stark zurückgedrängt, gilt heute aber wieder als Schlüsselbaumart des Waldumbaus.

Standortansprüche

Die Weißtanne bevorzugt kühle bis mäßig warme, niederschlagsreiche Standorte. Ein Jahresniederschlag von etwa 800 mm gilt als Richtwert, kann aber durch günstige Bodenwasserverhältnisse (tiefe Böden, Hangwasser, Staueinfluss) teilweise ausgeglichen werden.

Sie gedeiht sowohl auf kalkreichen als auch auf basenarmen Silikatböden, auf lehmigen, tonigen und sogar zeitweise stauwasserbeeinflussten Standorten. Ihre tiefreichende Pfahl- und Herzwurzel verleiht ihr eine hohe Standfestigkeit und eine bessere Trockenheitstoleranz als der Fichte.

Grenzen setzen vor allem Spätfröste, Frosttrocknis und längere Phasen ausgeprägter Sommertrockenheit.

Chancen und Risiken

Chancen

Die Weißtanne verbindet hohe ökologische Stabilität mit guter Wuchsleistung. Ihre Tiefwurzel erschließt Wasser aus tieferen Bodenschichten, sie ist sturmfest, gut mischbar und trägt zu stabilen, strukturreichen Beständen bei. Gegenüber der Fichte ist sie deutlich besser an Trockenphasen angepasst.

Risiken

Jungpflanzen reagieren empfindlich auf Spätfrost und sind stark verbissgefährdet. Ohne angepasste Wildbestände ist eine erfolgreiche Etablierung kaum möglich. Zudem ist die Weißtanne sensibel gegenüber abrupten Umweltveränderungen, etwa durch plötzliche Freistellung.

Pilzliche Erkrankungen, Triebläuse, Borkenkäfer oder das historische „Tannensterben“ treten zwar auf, sind heute aber meist von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung. Zunehmend sind derzeit Ausfälle durch Borkenkäfer und vitalitätsmindernder Mistelbefall.

Begründung und waldbaulicher Einsatz

Die Weißtanne ist eine ausgeprägte Schattenbaumart. In der Jugend wächst sie langsam, kann nach erfolgreicher Etablierung unter besseren Lichtverhältnissen jedoch lange Zeit kräftig zulegen. Sie sollte bevorzugt unter Schirm begründet werden; großflächige Freiflächen sind ungeeignet.

Sie lässt sich hervorragend natürlich verjüngen, auch Saat, Wildlingswerbung und Pflanzung (besonders Containerpflanzen) sind möglich. Ohne Schirm neigt sie zur Ausbildung starker Äste, weshalb bei Bedarf eine gezielte Astung sinnvoll ist.

Merksatz

In Thüringen gilt die Weißtanne als zentrale Zukunftsbaumart für Berglagen und deren Randbereiche. Mit Geduld, angepasstem Wildmanagement und schrittweiser Einbringung kann sie langfristig wieder einen festen Platz in der nächsten Waldgeneration einnehmen.

Quellen

  • https://www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/waldgenetik/eignung-der-weisstanne-im-klimawandel
  • https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/nadelbaeume/die-weisstanne-abies-alba
  • https://www.anw-deutschland.de/p/weisstanne

Steckbrief überarbeitet von Dr. N. Frischbier und Alexander Tischer, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum der ThüringenForst AöR, Gotha

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