Aus Verantwortung für den Wald.


ThüringenForst ist Bewahrer, Schützer, Wirtschafter und Dienstleister am und im Wald. Alle Mitarbeiter/Innen wirken in ihrem Handeln nach folgenden Grundsätzen:

Wald bewahren und mehren

Das Waldland Thüringen wird gleich von mehreren großen Waldgebieten geprägt –  Thüringer Wald, Ostthüringer Schiefergebirge und Südharz. Insgesamt sind 34 Prozent, also über ein Drittel der Landesfläche, im Freistaat mit Wald bedeckt. Damit steht Thüringen im Vergleich der Bundesländer an siebter Stelle. Die Waldfläche in Thüringen hat seit der Wiedervereinigung zugenommen: Wurden 1991 noch 535.000 Hektar Wald statistisch erfasst, sind es aktuell rund 550.000 Hektar. Und dies trotz landesweit durchgeführter Infrastrukturmaßnahmen, wie etwa Autobahnbau oder Industrieflächengewinnung. ThüringenForst ist stolz darauf, die Waldfläche in den letzten rund 30 Jahren nicht nur zu bewahrt, sondern sie auch vermehrt zu haben.

Wald schützen

Die Wälder in Thüringen sind gleich aus mehreren Gründen in ihrer Funktionalität wie auch Existenz gefährdet. Der Klimawandel und seine Folgen, die Luftschadstoffe („Saurer Regen“) und der stetig steigende Stickstoffeintrag stellen leider eine aktuelle wie auch künftige Bedrohung dar. ThüringenForst ergreift vielfältige Maßnahmen, um diese Bedrohungen in ihrer negativen Wirkung auf den Wald einzuschränken. Der Erhalt und die Förderung seltener Arten, die sich oft genug in die naturnahen Kulturwälder zurückgezogen haben, ist Teil der forstlichen Schutzbestrebungen. Auch der  Schutz bedrohter Arten und sensibler Lebensräume ist regelmäßig integrativer Bestandteil unserer verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung.

Wir investieren in den Erhalt bedrohter Tier- und Pflanzenarten und verbessern durch zielgerichtete Pflege nutzungsabhängiger Biotope deren Lebensräume. Zusätzlich ermöglichen wir in ausgewählten Waldarealen den natürlichen Zerfallsprozess von Waldstrukturen für zahlreiche Arten, die von diesen Phasen einer natürlichen Walddynamik abhängig sind. ThüringenForst sind auch forstpolizeiliche Aufgaben übertragen. So ist es unsere hoheitliche Aufgabe, auf die Einhaltung des Thüringer Waldgesetzes zum Schutz des Waldes zu achten. Den Wald zu schützen bedeutet deshalb auch, Waldbesucher auf die Einhaltung waldgesetzlicher Verbote, etwa das ganzjährige Rauchverbot, hinzuweisen.

Wald erforschen

Um dieser Verantwortung  gerecht zu werden, ist Forschung und Wissenschaft und die Umsetzung ihrer Erkenntnisse die Basis unserer Arbeit. Mit unseren derzeit 15 Waldmessstationen überwachen wir wichtige waldökologische Parameter einschließlich klimatischer Messdaten. Auf der Grundlage weiteren stetig aktualisierten Forschungswissens werden Schutz- und Bewirtschaftungsempfehlungen für alle Waldbesitzenden in Thüringen gegeben.

Wald multifunktional begreifen

Der Wald in Thüringen hat i. d. R. keine dominierende Einzelfunktion, sondern eine Vielzahl von unterschiedlichen, teils sogar widersprüchlichen Funktionen. Diese sind oftmals nicht abhängig von den Zielsetzungen des Waldeigentümers, sondern von örtlichen Erfordernissen. Wald um das Einzugsgebiet einer Trinkwassertalsperre dient insbesondere dem Trinkwasserschutz, Wald an einem Steilhang in erster Linie dem Erosionsschutz, Wald in Stadtnähe vordringlich der Erholung. Wald ist folglich multifunktional. Ziel von ThüringenForst ist es, das Leistungsvermögen des Waldes einerseits und die an den Wald gerichteten Ansprüche andererseits so aufeinander abzustimmen, dass die Multifunktionalität des Waldes nachhaltig gesichert ist. Auch dem Waldbesucher sollte stets klar sein, dass der Wald indem er gerade Erholung und Entspannung sucht, gleichzeitig auch andere, ggf. wichtigere Funktionen zu erfüllen hat. Aus der Vielfalt und der Dynamik des Ökosystems Wald erwachsen viele verschiedene Funktionen für die Bevölkerung, das Klima und natürlich die Forstwirtschaft. Wald ist Natur. Wald liefert Sauerstoff und sorgt für sauberes Trinkwasser. Wald hält das Erdreich fest und schützt vor Staub und Lärm.

Wald nachhaltig nutzen

Deutschland ist das holzreichste Land Europas! Und auch das Waldland Thüringen kann sich über einen Mangel an Holz nicht beklagen. Rund 340 Kubikmeter Holz stehen auf einem Hektar in Thüringens Wäldern. Damit hat Thüringen nach Bayern und Baden-Württemberg die dritthöchsten Holzvorräte pro Hektar in Deutschland. Im Freistaat sind das rund 330 Millionen Bäume. Dies entspricht der Gesamtbevölkerungszahl der USA (328 Mio. Einwohner). ThüringenForst hat sich bei der Waldbewirtschaftung dem Nachhaltigkeitsprinzip der deutschen Forstwirtschaft verpflichtet. Im Rahmen dieses Leitgedankens wird immer nur so viel Holz genutzt, wie wieder nachwächst. Nachhaltig und damit maßvoll bewirtschaftete Wälder sind gleichsam eine „unendliche“ Ressourcenquelle. Das Thüringer Forst- und Holzcluster stellt einen der größten Wirtschaftszweige in Thüringen dar. Das bedeutet: Über 40.000 Menschen arbeiten in der Thüringer Forst- und Holzbranche und erwirtschaften dabei jährlich über 2 Milliarden Euro Umsatz.

Über 180.000 Thüringer Waldbesitzer beraten, betreuen und fördern

Das Waldeigentum in Thüringen ist vielgestaltig. Vom Staatswald geprägten Thüringer Wald bis zur Dominanz des Kleinprivatwaldes im Südosten, von den großen Laubgenossenschaften im Norden, den großen Privatwaldungen im mittleren Thüringer Wald  bis zu den waldreichen Gemeinden im Süden. Spaziergänger merken dabei in der Regel nicht einmal, wessen Wald sie gerade durchwandern, den Wald hat keine offensichtlichen Eigentumsmarkierungen.Der Anteil des privaten und körperschaftlichen Waldbesitzes beträgt 57 Prozent. ThüringenForst bietet mit den Gemeinschaftsforstämtern die Beratung und Betreuung dieses Waldbesitzes flächendeckend aus einer Hand im Freistaat an. Dadurch ist eine den Interessen der Waldbesitzer und den gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht werdende, nachhaltige Waldbewirtschaftung möglich. Für rund 180.000 Privatwald- und die rund 650 Körperschaftswaldeigentümer in Thüringen stellt Wald eine zum Teil erhebliche Einkommensquelle dar

Wald im Dialog halten

Der kontinuierliche Dialog mit allen Interessensgruppen ist eine der wichtigsten Aufgaben von ThüringenForst. Da wo möglich, wollen wir für einen Ausgleich der Interessen sorgen. Deshalb stehen wir mit den Akteuren der Verbände und Institutionen aus den Bereichen Forst, Holz, Naturschutz, Jagd, Fischerei, Landwirtschaft, Landentwicklung und Tourismus in einem immer währenden Meinungsaustausch. So können wir Konflikte bei Themen rund um die Thüringer Wälder reduzieren, lösen oder auch erst gar nicht aufkommen lassen. Zugleich wollen wir durch die richtigen Kommunikationsmittel und eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit die vielfältigen Leistungen des Waldes und seiner Eigentümer in das Bewusstsein der Menschen rücken. Waldbesitzer, Tourismus, Naturschutz, Forst- und Holzwirtschaft sollen nach Möglichkeit gemeinsam für die Belange des Waldes sowie den nachwachsenden Rohstoff Holz werben.

In Verantwortung für den Wald

Wir Mitarbeiter/innen bestimmen den Erfolg unseres Unternehmens ThüringenForst und wirken als dessen Botschafter. Dafür muss jeder Einzelne seine Kenntnisse und Fähigkeiten sowie seinen Leistungswillen einbringen. Der Umgang miteinander ist dabei von Wertschätzung, gegenseitigem Respekt sowie Offenheit und Fairness geprägt. Und doch gehört unsere aller Leidenschaft dem Wald.


Bildnachweis dieser Seite: Laubblätter – Daniela Tröger, Thüringer Waldlandschaft – Thomas Kallenbach