Unsere Aufgaben

Naturnahe Waldwirtschaft

Die heimischen Waldbestände werden durch waldbauliche Maßnahmen mit dem Ziel entwickelt, eine hohe ökologische wie auch ökonomische Stabilität zu erreichen. Dadurch werden auch die landespflegerischen Ansprüche in besonderer Weise erfüllt.

Mittelfristig sollen auf allen Waldflächen Bestände aus standortgerechten und klimaangepassten Baumarten aufgebaut werden. Grundsätzlich werden die Waldbestände kahlschlagsfrei verjüngt.

Das Aufkommen und die dauerhafte Etablierung von Naturverjüngung werden gefördert, damit unter der darüberstehenden Baumgeneration stets eine strukturierte nachwachsende Schicht von Bäumen vorhanden ist.

Mit dieser naturnahen Waldwirtschaft erfüllt ThüringenForst die anspruchsvollen PEFC-Zertifizierungsvorgaben in vorbildlicher Weise. 

Nachhaltigkeitsressource Holz

In den 24 Thüringer Forstämtern werden jährlich allein im Staatswald 1,2 Mio. Festmeter Holz eingeschlagen.

Diese Ressource wird zum allergrößten Teil der Thüringer Holzwirtschaft zur Verarbeitung und Veredelung zur Verfügung gestellt. Das Cluster Forst & Holz stellt mit 2 Mrd. Euro Umsatz die viertgrößte Wirtschaftsbranche im Freistaat dar, in der über 40.000 Arbeitsplätze, vorwiegend im strukturschwachen ländlichen Raum, gesichert werden. Zunehmend wird Holz auch als Energieträger vermarktet.

Hoheit

Die Landesforstanstalt sichert die Einhaltung der Vorgaben des Waldgesetzes im Gesamtwald ab. Aber die hoheitliche Tätigkeit von ThüringenForst bezieht sich auch auf Beratung, Förderung und Konfliktlösung.

So entflicht die Landesforstanstalt beispielsweise in ihrem Konzept „Forsten & Tourismus“ die Wegenutzungskonkurrenz zwischen Wanderern, Radfahrern und Reitern im Wald. Auch werden moderne Waldnutzungsansprüche, etwa durch Segway-Piloten oder Geocaching- Freunde, frühzeitig geordnet. Bei der forstlichen Förderung werden Antragsteller beraten, Fördermaßnahmen durchgeführt und kontrolliert.

Beratung und Betreuung

Die waldbesitzenden Gemeinden und Städte werden im Freistaat auf Antrag durch die Landesforstanstalt beförstert. Dieses gestufte Dienstleistungsangebot (forsttechnische Leitung und/oder forsttechnischer Betrieb) gilt auch für alle privaten Waldbesitzer.

Speziell dem strukturschwachen Klein- und Kleinstprivatwaldbesitzer steht ein umfassendes Förderangebot zur Verfügung. Dieser soll damit in die Lage versetzt werden, bei Interesse sein Waldeigentum auch wirtschaftlich nutzen zu können. ThüringenForst stellt hierzu, im Kontext der kartellrechtlichen Bedingungen, den dringend notwendigen Marktzugang her.

Jagdwirtschaft

Für die Sicherung eines naturnahen Waldbaus und der anstehenden großflächigen Waldumbaumaßnahmen ist die Jagd unverzichtbar!

ThüringenForst erlegt auf rund 200.000 ha Jagdfläche durchschnittlich 14.000 Stück Schalenwild pro Jahr, davon fast 10.000 Stück Rot-, Reh-, Muffel- und Damwild als Wildarten, die Verbissschäden an Forstkulturen verursachen. In den Forstämtern steht zur qualitätssichernden Zwischenlagerung von Wildbret eine hochmoderne Infrastruktur von Wildkühlzellen zur Verfügung. Der Verkauf des Wildbrets durch ThüringenForst erfolgt in der Regel als ganzes Stück, d.h. ausgenommen und mit Fell bzw. in der Jagdsprache mit Decke/Schwarte. Weiterhin werden auch küchenfertig veredelte Produkte unter dem Markennamen „Wildgut“ verkauft.

Naturschutz

Die Landesforstanstalt bekennt sich ausdrücklich zu einer naturnahen, ökologisch ausgerichteten Waldwirtschaft und folgt damit dem Leitbild der multifunktionalen und integrativen Waldnutzung.

Der Erhalt der Biodiversität im Wald steht im Fokus dieser sanften Waldwirtschaft. Dabei werden auf großer Fläche stets die ökologischen und wirtschaftlichen Belange, abhängig von örtlichen und zeitlichen Erfordernissen, intensiv abgewogen.

ThüringenForst betreibt auf rund 1.500 Hektar Naturwaldparzellen eigene waldökologische Forschung. Zahlreiche weitere Landesflächen werden dem Prozessschutz zur Verfügung gestellt. Hier entwickelt sich der Wald ohne die lenkende Hand des Försters. Durch die Einstellung der Holznutzung können auf diesen Flächen wieder die natürlichen Abläufe von Wachstum und Zerfall beobachtet werden.

Die Landesforstanstalt unterstützt außerdem verschiedene Artenschutzprojekte, wie zum Beispiel die Wiederansiedlung von Hasel- und Auerhühnern in unseren Wäldern. Hierzu betreibt ThüringenForst in Langenschade Deutschlands einzige Auerwildaufzuchtstation. Auch die Rückkehr der Wildkatze oder die Sicherung der genetischen Ressourcen seltener Baumarten wie Eibe, Elsbeere, Mehlbeere oder Wildobst wird von der Landesforstanstalt aktiv gefördert.

In Zusammenarbeit mit der Naturstiftung David führt ThüringenForst die Renaturierung verschiedener Waldfließgewässersysteme im Thüringer Wald durch, um den gefährdeten Feuersalamanderzu schützen und zu fördern. Sowohl die Moorrenaturierung als auch die Unterhaltung des einzigen Moorlehrpfades in Thüringen wird durch die Landesforstanstalt im Rahmen der Naturschutzaktivitäten betrieben.

Aus- und Fortbildung

Die Landesforstanstalt bildet am Forstlichen Bildungszentrum in Gehren junge Menschen zum Forstwirt und weiterführend zum Forstwirtschaftsmeister aus.

Darüber hinaus können Hochschulstudenten nach ihrem Abschluss bei ThüringenForst ihren Anwärterdienst oder das Referendariat absolvieren. Interessierte und talentierte Mitarbeiter werden zu Maschinenführern oder geprüften Natur- und Landschaftspflegern fortgebildet, künftig auch zu Waldpädagogen.

Umweltbildung

Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt der Landesforstanstalt ist die Umweltbildung: Hier wird Kindern und Jugendlichen ein spielerischer Zugang zum Verständnis komplexer Waldökosysteme geboten.

Neben Tagesprojekten, wie etwa die mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald landesweit durchgeführten Waldjugendspiele, können längere Waldaufenthalte und Schulklassenprogramme sowie Unterkunft und Verpflegung in den drei Jugendwaldheimen Rathsfeld bei Bad Frankenhausen, Bergern bei Weimar und Gera-Ernsee gebucht werden.