Standortverhältnisse

Der Forstamtsbereich hat zwei wesentlich unterschiedliche charakteristische geographische Strukturen. Das zwischen der Landesgrenze zu Bayern und dem Hangfuß des südlichen Thüringer Schiefergebirges gelegene Gebirgsvorland gehört zu den landschaftlich abwechslungsreichen, typisch oberfränkischen Landschaftsteilen.

Buntsandstein und Muschelkalk bilden hier das Grundgestein bei geographischen Höhen von 325 m üNN bei Heubisch bis etwa 500 m üNN bei Theuern. Ortschaften mit überwiegend dörflichem Charakter prägen das Bild des Gebietes südlich der B 89.

Kennzeichnend ist der häufige Wechsel zwischen landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Bodennutzung. Ebenso markant erhebt sich das Gebirge (bis zu 840 m üNN am Fellberg) über sein südliches Vorland. Steile und enge Täler lassen, außer auf dem Judenbacher Gebirgsteil, kaum Raum für Siedlungen. Geologisch ist die Gebirgsscholle von Grauwacke und verschiedenen Schiefern geprägt.

Durch die Luvlage fallen zwischen 750 und 1250 mm Niederschlag pro Jahr bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 5 – 7 Grad Celsius. Die Gesamtfläche des Forstamtes von ca. 16.200 Hektar verteilt sich auf zehn Reviere. Als Baumart dominiert die Fichte mit etwa 75 % Flächenanteil.

Baumartenverteilung und Eigentumsverhältnisse im Forstamtsbereich ansehen (PDF)

Fotos: Uwe Zehner

Waldbewirtschaftung

Waldbewirtschaftung, Beratung und Betreuung der Waldbesitzer

Unser Hauptziel ist der Schutz, die Erhaltung, die Vermehrung und verantwortungsvolle Bewirtschaftung gesunder Wälder.

Zehn Revierförster mit insgesamt 23 Forstwirten und zwei Forstwirtschaftsmeistern nehmen die Aufgaben der Waldbewirtschaftung im Forstamtsbereich wahr und zahlreichen forstlichen Lohnunternehmen werden Einsatzmöglichkeiten geboten.

Die Beratung und Betreuung des nichtstaatlichen Waldbesitzes erfolgt über das Forstamt zusammen mit den zuständigen Revierförstern. Die vertragliche Beförsterungsfläche im Privat- und Körperschaftswald beträgt ca. 2.470 Hektar zum 01.07.2014.

Durch fachliche Anleitung der Revierförster und durch die Unterstützung der mobilen Waldarbeiterschule des Thüringer Waldbesitzerverbandes wird den privaten Waldbesitzern neben verschiedenartigen staatlichen Fördermöglichkeiten Hilfe bei der ordnungsgemäßen und nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder gegeben.

Die Holzvermarktung über das Forstamt ist eine zunehmend genutzte Dienstleistung. Die Mobilisierung der Holznutzung im Privatwald bildet einen Schwerpunkt.

Jagd

Das Angebot an Jagdmöglichkeiten ist sehr vielfältig. Die Auswahl reicht vom Pirschbezirk, der zeitlich beschränkten Jagderlaubnis bis hin zur Bewegungsjagd. Vorkommende Wildarten sind Rot-, Schwarz- und Rehwild.

Naturschutz

Umweltvorsorge und Naturschutz

Der Schutz naturbetonter Lebensräume wie z. B. Moore, Trockenrasen, Feucht- und Bergwiesen sowie Naturwaldparzellen ist ein besonderes Anliegen des Naturschutzes in allen Eigentumsformen.

Im Forstamtsbereich sind etwa 40 geschützte Landschaftsbestandteile bzw. Flächennaturdenkmale sowie 17 Naturschutzgebiete ausgewiesen, davon gehören acht als FFH-Gebiete zum europaweiten Schutzgebietsnetz.

Erholung

Für die meisten Waldbesucher liegt der Reiz des Thüringer Waldes wohl in der Vielfalt der Landschaft, dem Wechsel von Tälern und Höhen, von Wald, Wiesen, Bachläufen und Quellfluren. Gerade die malerischen Bergwiesen, ihre Vielgestaltigkeit, ihre Farbenfreude und ihr Duft laden besonders im Frühling und Sommer viele Besucher zum längeren Verweilen ein.

Zahlreiche große und kleine Aussichtspunkte bieten dem Besucher zwischen Mausendorf und Neuenbau ein eindrucksvolles Bild hinein in die Regionen Südthüringens und Nordbayerns bis in die Fränkische Schweiz und das Fichtelgebirge.

In den letzten Jahren ist das Goldwaschen als touristische Attraktion wiederbelebt worden. Seit 1997 informiert das Goldmuseum Theuern über die Geschichte von Goldbergbau und Goldwäscherei im südlichen Thüringer Wald. Ein Abstecher lohnt sich auch ins Sonneberger Spielzeug- sowie ins Steinacher Schiefermuseum.

Besonders geeignet ist das Gesamtgebiet für ausgedehnte Wanderungen vom Vorland bis in die Kammlagen des Gebirges. Zahlreiche idyllisch gelegene Waldgaststätten laden zu allen Jahreszeiten zu einem Besuch ein.

Die Wanderrouten des Sommers sind im Winter größtenteils Skiwanderwege und gespurte Loipen von insgesamt ca. 150 km Länge. Das Skigebiet am Fellberg bei Steinach bietet allen Wintersportbegeisterten alljährlich ein besonderes Betätigungsfeld für Steilhangabfahrten. Hier können auch im Sommer Trockenübungen im Skispringen auf einem Ski-Flyer  absolviert werden. Außerdem bietet ein Hochseilgarten Klettermöglichkeiten für Jung und Alt.

Tipp

Besuchen Sie unsere Waldtouristischen Empfehlungen

Ein Junge mit roter Kappe und einem Ast in der Hand schaut keck hinter einem Baum hervor.
Waldluft macht einfach gute Laune! (Foto: sakkmesterke / fotolia.com)
Blick über ein bewaldets Tal; am Horizont sieht man die Thüringer Höhenzüge.
Foto: Uwe Zehner

Öffentlichkeitsarbeit

Das Forstamt betreibt rege Öffentlichkeitsarbeit und informiert interessierte Besucher rund um Wald und Holz.

Bei den jährlichen Weihnachtsbaumverkäufen im Forstamtshof und draußen in den Landeswaldrevieren erfahren die Bürger vieles über die Aufgaben und Dienstleistungen des Forstamtes.

Umweltbildung

Für Schulen und Kindergärten bieten wir unter fachlicher Anleitung Waldführungen und Projekttage an, die rege genutzt werden. Hier wird den Kindern Natur zum Erleben und Anfassen geboten, sowie deren Verständnis für Wald, Jagd und Forstwirtschaft geweckt. Den Höhepunkt bilden die Waldjugendspiele, die jährlich im Spätsommer durchgeführt werden.

Hoheit

Laut Thüringer Waldgesetz ist das Forstamt als untere Forstbehörde für den Vollzug dieses Gesetzes und die Einhaltung und Überwachung der damit verbundenen gesetzlichen Vorschriften zuständig.

Neben der Mitwirkung bei öffentlichen Planungen, des Abschlusses von Gestattungen und Dienstbarkeiten bildet die Beratung, Durchführung und Kontrolle von forstlichen Fördermaßnahmen einen unserer Aufgabenschwerpunkte.