Waldflächen und Standortverhältnisse

Das abwechslungsreiche Relief in Kombination mit regional wechselnden Wetterverhältnissen und verschiedenen Grundgesteinen, wie beispielsweise Buntsandstein, Muschelkalk, Gips und Anhydrit ergeben zahlreiche unterschiedliche Standortsverhältnisse.

Diese erwecken die Vielfalt an Lebensräumen und -gemeinschaften innerhalb und außerhalb des Waldes, die einen außergewöhnlichen Artenreichtum mit sich bringen.

Historisch bedingt haben wir im Forstamt Sondershausen aber auch die klassische Wald-/Feldverteilung zwischen ackerbaulich genutzten Niederungen (z. B. Helme-Unstrut, Goldene Aue, Thüringer Becken) und stark bewaldeten Höhenrücken (z. B. Hainleite, Windleite, Finne).

Natürliche Waldgesellschaften

Mit 41 % ist die Rotbuche Hauptbaumart des Forstamtes und mit rund 80 % Laubbaumanteil sind wir ein absolutes Laubholzforstamt.

Schwerpunkt sind zum Einen ökologisch stabile Mischbestände, wozu auch ein gewisser Anteil an Nadelgehölzen gehört, zum Anderen die große Bandbreite an standortsgerechten Wald- und Forstökosystemen.

Diese werden dominiert von den verschiedenen Ausprägungen der Kalkbuchenwälder, zu denen auch der besonders reizvolle Orchideen-Buchenwald oder der Waldmeister-Buchenwald mit ausgedehnten Bärlauchbeständen im Frühjahr zählen.

Klima und Lage

  • Höhenlagen zwischen 130 – 474 m ü. NN

  • Durchschnittlicher Niederschlag 450 – 650 mm / Jahr

  • Durchschnittliche Lufttemperatur 7 - 8,8 Grad Celsius

Baumartenverteilung und Eigentumsverhältnisse im Forstamtsbereich ansehen (PDF)

Fotos: Andreas Knoll

Waldbewirtschaftung

Bei allen wirtschaftlichen Aufgaben, denen wir im Wald nachgehen, werden wir gleichzeitig der modernen Gesellschaft gerecht und behandeln Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion der Wälder gleichrangig. Durch die Schaffung und den Erhalt struktur- und artenreicher Wälder wird Stabilität, Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhöht, um alle Funktionen des Waldes langfristig zu sichern.

Dadurch erfüllt ThüringenForst seit vielen Jahren alle PEFC-Standards. Das PEFC-Label ist ein internationales Gütesiegel, mit dem die nachhaltige Holznutzung belegt wird. Somit erfüllt das Land auch den Anspruch an sich selbst, Vorbildfunktion für die anderen Waldbesitzarten zu sein.

Deutschlands Forstleute stellen jährlich rund 80 Millionen Festmeter Holz bereit, davon entfallen 75.000 Festmeter auf das Forstamt Sondershausen. Übrigens: 170 Festmeter Holz sichern in Deutschland einen Arbeitsplatz, angefangen vom Forstwirt, Förster, … über Holzhändler, Holzabfuhr, … Sägewerker, Schreiner … bis hin zum Einzelhandel.

Hoheit & Beratung

Auf ganzer Forstamtsfläche sind wir in allen Wäldern (auch Bundesforst) für die Überwachung des Thüringer Waldgesetzes zuständig. Dabei verfolgen wir z. B. illegale Kahlschläge, Holzdiebstahl und unberechtigtes Fahren im Wald.

Als Einheitsforstamt sind wir Anlaufstelle für Waldbesitzer und Bürger, die in puncto Wald Rat suchen oder Fragen haben. Waldbesitzer haben hier zudem die Möglichkeit sich über Fördermittel zu informieren und diese zu beantragen.

Darüber hinaus ist zur Festlegung und Umsetzung betrieblicher Ziele der Abschluss eines Beförsterungsvertrages möglich. Das machen sich derzeit schon über 400 Waldbesitzer und 45 Kommunen zunutze.

Naturschutz

Die Vielfalt an Waldlebensräumen im Forstamt bringt die Verantwortung zu deren Erhalt mit sich. Um dem gerecht zu werden, wird im Landeswald freiwillig auf rund 2.000 Hektar auf eine Bewirtschaftung verzichtet sowie zahlreiche Altbäume als Habitatbäume für Spechte und Fledermäuse belassen.

In schwierigen Fragen arbeitet das Forstamt eng mit den Naturschutzbehörden der Landkreise Sömmerda, Kyffhäuser und Unstrut-Hainich zusammen.

Dass wir dabei auf dem richtigen Weg sind, zeigt sich darin, dass zahlreiche Rote-Liste-Arten bei uns Zuhause sind. 90 % der Waldfläche sind mit einer oder mehreren Schutzkategorien belegt: Naturpark, Landschaftsschutzgebiet, Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet und Naturschutzgebiet.

Waldpädagogik

Umweltbildung und Waldpädagogik

Das Kriterium für einen guten Förster in unserem Forstamt ist nicht die Trophäe im Arbeitszimmer. Wichtiger ist, wie es ihm gelingt, nachhaltig die kommenden Generationen von der Bedeutung des Waldes als Naturerbe, Wirtschaftsraum und Erholungsgebiet zu überzeugen.

Hierbei steht weniger die Wissensvermittlung im Vordergrund, als das Naturerlebnis im Wald. Wir legen Wert auf das Verständnis über die Herkunft von Brenn-, Bau- und Möbelholz sowie den Respekt vor der Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Waldes. Deshalb geben wir gern Jung und Alt Einblick in die vielschichtigen Prozesse, die sich in einem so komplexen Lebensraum abspielen.

Hierzu können sich Kindergärten und Schulen bei ihrem Förster nach geführten Wanderungen erkundigen. Des Weiteren stehen wir für Unterrichtsstunden, gerne auch themenbezogen, zur Verfügung.

Weitere Angebote des Forstamtes sind die regelmäßig stattfindenden Waldjugendspiele, das Jugendwaldheim Rathsfeld sowie der kürzlich eröffnete Walderlebnisrundweg bei Volkenroda.

Besonderheiten

Jugendwaldheim Rathsfeld

Das Jugendwaldheim (JWH) besteht seit dem 15. November 1991. 1936 - 1939 erbaut, wurde es erst als Forstamt (bis 1952) und danach als  Berufsschule des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Sangerhausen (bis 1991) genutzt. Heute können Schulklassen aus ganz Deutschland hier herkommen und den Wald von allen Seiten und mit allen Sinnen kennen lernen.

Im Vordergrund aller Aktivitäten und lustigen Spiele steht „Wald erleben macht Spaß“. Das eigene Erforschen und Beschäftigen mit der Natur soll Interesse wecken und zur selbstständigen Weiterbeschäftigung anregen. Alle Sinne werden angesprochen: Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen. Naturbegegnungen und Erlebnislernen sollen Bezüge zur Natur, zum Wald und zu Lebewesen schaffen.

Praktische Tätigkeiten und Exkursionen im Wald festigen Lernstoffe und fördern die Achtung vor der Arbeit der Forstleute. Für interessante Erkenntnisse ist der Wald dabei Anschauungsobjekt und Lehrmeister zugleich.

Anmeldungen nehmen wir gern entgegen: Spezielle ein- und mehrtägige Angebote erfahren Kindergärten und Schulen direkt beim Jugendwaldheim. Ihr Ansprechpartner ist Bodo Rosenstock. 

Maschinenstützpunkt Hohenebra/Verkehrssicherungsgruppe

Für schwierige Spezialaufgaben, forsttechnische Forschungsprojekte sowie Holzernte unter komplizierten Bedingungen gibt es den Maschinenstützpunkt (MSP) Hohenebra. Besonders spezialisiert ist der MSP auf die Steilhangtechnik. Darüber hinaus stehen Wegebau und -Instandsetzung sowie die fotooptische Holzvermessung im Vordergrund der Arbeiten. Zum MSP gehört auch die thüringenweit operierende Verkehrssicherungsgruppe mit Sitz in Breitungen.

Ihr Ansprechpartner ist Maschinenstützpunktleiter Bernhard Köhler.

Maschinenstützpunkt Hohenebra
Am Bahnhof
99706 Sondershausen OT Hohenebra

Telefon 03632-57175
maschinenstuetzpunkt.hohenebra@forst.thueringen.de

Inspektion Nord

Die Inspektion Nord hat ebenfalls ihren Sitz im Forstamt Sondershausen. Dieser sind folgende Forstämter organisatorisch zugeordnet: Heiligenstadt, Hainich-Werratal, Marksuhl, Bleicherode-Südharz, Sondershausen, Erfurt-Willrode, Leinefelde und Finsterbergen.

Arbeitsschwerpunkt liegt in der Steuerung wirtschaftlicher Abläufe und Ressourcenverteilung zwischen den Forstämtern. Weiterhin prüfen die Mitarbeiter der Inspektion den korrekten Einsatz von Fördermitteln, erstellen forstliche Gutachten und koordinieren die Termine der mobilen Waldbesitzerschule.

Ein weiterer wesentlicher Punkt im Aufgabenspektrum der Inspektion ist der Fachbereich Forstpolitik. Hier geht es unter anderem darum, wie verschiedene Interessen, beispielsweise die des Waldbesitzerverbandes oder des Clusters Forst und Holz, bei der täglichen Arbeit von ThüringenForst Berücksichtigung finden können.

Inspektion Nord / Forstamt Sonderhausen
Possenallee 54
99706 Sondershausen

Telefon 03632-713960
Inspektion.nord@forst.thueringen.de

Stützpunkt des PPP-Projekts

In Thüringen arbeitet seit 2006 ein bundesweit einmaliges Mobilisierungsprojekt aktiv im Kleinprivatwald. Dieses Projekt beruht auf einer effizienten Kooperation zwischen Holzindustrie und ThüringenForst. Eine solche Organisationsform wird als public-private-partnership (kurz PPP) bezeichnet.

Das Thüringer Projekt ist die „Keimzelle“ der gemeinnützigen GmbH: Um die Finanzmittel aus der Industrie zu bündeln, wurde zusätzlich wald-wird-mobil.de ins Leben gerufen, um als „Dienstleister“ kostenfrei dieses Projekt mit EDV, Ausstattung/Finanzen sowie Personal zu versorgen.

Eine gute Idee setzt sich durch: Auf Grund der guten Ergebnisse wird das Dienstleistungsangebot von  wald-wird-mobil.de bereits in weiteren Bundesländern und sogar im benachbarten Ausland nachgefragt. Wesentlicher Erfolgsfaktor der Projekte ist das partnerschaftliche Betreuungsmanagement, geschützt durch eine kostenfreie EDV-Plattform.

Privatwaldförderung Thüringen
Forstamt Sondershausen
Possenallee 54
99706 Sondershausen

Telefon 03632-5420005

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