Naturraum & Standortverhältnisse

Von den Rennsteiglagen auf 891 m ü NN bis in die Werra-Aue bei 311 m ü NN werden viele Höhen- und damit Klimastufen durchlaufen.

Das Klima ist subatlantisch bis subkontinental getönt. Durch die Luvlage fallen in Abhängigkeit von der Höhenlage jährlich zwischen 700 und 1200 mm Niederschlag bei durchschnittlichen Jahrestemperaturen zwischen 5,0 und 7,5 Grad Celsius.  

Als Grundgestein dominieren in den Höhenlagen Porphyre und z. Teil auch Schiefer, in den mittleren Lagen oft Buntsandstein auf diesen Substraten finden sich oft tiefgründige Braunerden, im Vorland findet man Muschelkalk und Buntsandstein. Gerade auf dem Muschelkalk sind die Böden oft flachgründiger.  

Im Gebirgsteil liegt der Waldanteil auf Grund der ärmeren Standorten und der kühlen Temperaturen bei circa 75%, während in den Vorlandlagen der Wald in Gemengelage mit landwirtschaftlichen Flächen liegt.

Baumartenverteilung

Die vorherrschende Baumart, speziell in den Berglagen, ist nach wie vor die Fichte mit insgesamt circa 70%, gefolgt von der Buche mit circa 26%, wobei die Buche durch natürliche Verjüngung und langjährige Waldumbaumaßnahmen gerade in der Jugendklasse schon größere Anteile besitzt. Die Erhöhung der Mischungsanteile insbesondere der Weiß-Tanne, aber auch des Bergahorns und weiterer Mischbaumarten ist eine wichtige Aufgabe für die Zukunft.  

In den Buntsandstein- und Muschelkalkbereichen der Vorlandreviere trifft man eine reichhaltige Baumartenmischung von Weiß-Tanne und Buche, Eiche, Hainbuche, Ahorn, Kirsche, Fichte, Kiefer, Douglasie, Lärche bis hin zu Elsbeere und Mehlbeere an, die kleinflächig variieren kann.  

Potentiell natürliche Waldgesellschaft ist in den mittleren und oberen Lagen der Herzynische Bergmischwald mit je nach Höhenlage unterschiedlichen Mischungsanteilen von Buche, Weiß-Tanne, Fichte, Bergahorn und Eberesche. In den Vorlandbereichen wären von Natur aus flächendeckend der Eichen-Hainsimsen Buchen-Wald anzutreffen.

Baumartenverteilung und Eigentumsverhältnisse im Forstamtsbereich ansehen (PDF)

Ein Pferd grast auf einer Wiese vor bewaldeten Hügeln.
Fotos: Manuela Kupz

Waldbewirtschaftung

Vorrangiges Ziel der Waldbewirtschaftung im Staatswald ist seine effiziente und nachhaltige Bewirtschaftung unter Beachtung der vielfältigen Schutzfunktionen und der Erholungsmöglichkeiten für die Waldbesucher. Sie erfolgt kahlschlaglos unter weitgehender Ausnutzung der natürlichen Walddynamik.

Für einen stabilen und ökologisch wertvolleren Wald soll langfristig der Anteil von Laubhölzern und auch der Tanne erhöht werden. Der Staatswald ist nach PEFC zertifiziert.

Das Aufgabenspektrum reicht von Waldpflege und Holzernte über Wiederaufforstung von Schadflächen, Überwachung des Forstschutzgeschehens (Insekten, Mäuse, Waldbrandschutz…) über den Wegebau, von der Jagdausübung und Wildbewirtschaftung bis zu Waldnaturschutzmaßnahmen.

Beratung & Betreuung

Als Gemeinschaftsforstamt gehört die Beratung und Betreuung für andere Waldeigentümer zum Kerngeschäft. Alle 21 waldbesitzenden Städte und Gemeinden haben die Betreuung ihrer Wälder durch das Forstamt vertraglich vereinbart.

Der Privatwald ist neben einigen wenigen mittleren Betrieben überwiegend kleinparzelliert, die Bewirtschaftung wird häufig durch ungeklärte Erbgänge und Eigentumsverhältnisse erschwert. In acht Forstbetriebsgemeinschaften und drei Waldgenossenschaften, die zumeist auch durch das Forstamt betreut werden, versuchen die Waldeigentümer durch gemeinsame Bewirtschaftung ihrer Flächen diese Nachteile auszugleichen.

Neben der fachlichen Beratung kann mit vertraglicher Beauftragung auch der Holzverkauf vom Forstamt übernommen werden. Ein wichtiges Aufgabenfeld ist auch die Beratung zur Fördermittelbeantragung für waldbauliche Maßnahmen, Erstaufforstungen, Maßnahmen im Waldnaturschutz oder Wegebau.

Hoheit

Als Träger öffentlicher Belange wird das Forstamt in alle öffentlichen Planungsprozesse wie Bauleitplanungen, Bauanträge, Straßenbaumaßnahmen usw. einbezogen. Aktuell wären hier z. B. die Planfeststellung der Südwest-Kuppelleitung (380-KV-Leitung) sowie 3 laufende Flurneuordnungsverfahren zu nennen.

Gemäß Waldgesetz gehören u. a. die Genehmigungen für Sportveranstaltungen im Wald, für Erstaufforstungen oder Kahlschläge zu den Aufgaben des Forstamtes. Auch die Ausweisung von Erholungswegen im Konzept Forsten und Tourismus sowie die Genehmigung von baulichen Anlagen, Beschilderungen im Wald usw. zählen zum Aufgabengebiet, ebenso wie die Ausgabe von Pferdekennzeichen oder die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten im Wald.

Naturschutz

Die Staatswaldflächen unterliegen vielfältigen Schutzfunktionen. Ca. 35 % der Waldfläche liegen im Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald, im Zuge der vorgesehenen Erweiterung werden es zukünftig über 50 %.

Sechs Natura-2000-Gebiete (Flora-Fauna-Habitate –FFH- und Vogelschutzgebiete VSG) erstrecken sich über rd. 42 % der Staatswaldfläche. Im Landschaftsschutzgebiet liegen sogar 82 %. Insgesamt vier Naturschutzgebiete, zahlreiche kleinere Wasserschutzgebiete mit 8 % der Gesamtfläche und Erosions- und Bodenschutzwald auf 17 % der Fläche sind bei der Waldbewirtschaftung zu beachten.

Über eine Länge von rd. 10 km liegt das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band“ im Forstamtsbereich. Durch eigene Forstwirte werden regelmäßig Moorschutzprojekte, Grünlandpflege, Bachrenaturierung und andere Naturschutzprojekte realisiert. In einem Hochlagenrevier werden zudem biotopverbessernde Maßnahmen für das Auerhuhn durchgeführt.

Waldpädagogik

Umweltbildung und Waldpädagogik

Jährlicher Höhepunkt sind die Waldjugendspiele für die 4. Klassen und Förderschulen, bei denen wir zwischen 15-22 Schulklassen im Wald begrüßen können. Daneben werden durch Revierförster und Forstwirtschaftsmeister regelmäßig Schulklassen im Schullandheim Schirnrod betreut.

Im Schullandheim Heubach unterstützen unsere Förster bei mehreren thematischen Veranstaltungen im Jahr. Eine regelmäßige Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Sachsenbrunn wird gleichfalls durch den Förster fachlich begleitet.

Neben der aktiven Pressearbeit zu aktuellen Themen ist das Forstamt auf Dorffesten, Ausstellungen, Messen mit Informations- und/-oder Bastelständen präsent. Exkursionen für Waldbesitzer, Wandergruppen, Schulklassen und Kindergärten gehören ebenso zum Programm wie das jährliche Adventsfest der Gemeinde im Forstamtsgebäude.

Ausbildung

Das Forstamt ist ein Ausbildungsforstamt für Beamte des gehobenen und höheren Dienstes.