Waldflächen und Standortverhältnisse

Die Bodenformen in den Wäldern des Forstamtes Schleiz sind Braunerden unterschiedlicher Mächtigkeit. Entstanden durch Verwitterung des Schiefergrundgesteines weisen diese überwiegend eine mittlere Nährkraft auf.

Unterschiedliche Höhenlagen und Reliefausprägungen formen die standörtliche Vielfalt. Bei durchgehend natürlicher Entwicklung würden auf den vorhandenen Grundgesteinen Waldgesellschaften mit Buche, Tanne und Fichte (herzynischer Bergmischwald) sowie in trockenen Lagen Wälder mit Eiche und Kiefer dominieren – und so die potentielle natürliche Vegetation repräsentieren.

Bereits seit Jahrhunderten wird der Wald durch die Menschen für die Holzgewinnung z. B. für Hausbau und Brennholz genutzt, für die Landwirtschaft gerodet oder durch Schadereignisse wie Sturm und Borkenkäfer geprägt. Die Wiederaufforstung erfolgte überwiegend mit schnellwachsender Fichte die heute das Baumartenspektrum im Forstamtsbezirk beherrscht.

Das Leitbild von gemischten Waldbeständen nach dem Vorbild der potentiellen natürlichen Vegetation ist daher ein wichtiges Ziel der forstlichen Bewirtschaftung auf dem Weg zu stabilem klimaangepasstem Wald für die Zukunft.

Baumartenverteilung und Eigentumsverhältnisse im Forstamtsbereich ansehen (PDF)

Fotos: ThüringenForst

Waldbewirtschaftung

Waldbewirtschaftung, Beratung und Betreuung

Die Waldflächen des Gemeinschaftsforstamtes werden von elf Revierförstern betreut. Der Schwerpunkt liegt, der Eigentumsstruktur entsprechend, in der Arbeit mit dem nichtstaatlichen Waldbesitz (ca. 6.650 Waldbesitzer).

Diese Aufgabe umfasst die

• Beratung des Privat- und Kommunalwaldes zur Waldbewirtschaftung

• Beförsterung des nichtstaatlichen Waldbesitzes in ca. 2.000 Einzelverträgen, 87 % davon mit einer Flächensumme unter 10 Hektar.

Die zuständigen Förster vor Ort bewirtschaften somit 9.135 Einzelflächen. Insgesamt werden 50 % des Privatwaldbesitzes und der gesamte kommunale Waldbesitz des Forstamtsbezirkes Schleiz auf vertraglicher Grundlage durch Revierleiter von ThüringenForst beförstert.

Schwerpunkte

Waldbauliche Schwerpunkte

Diese liegen insbesondere im Waldumbau hin zu klimaangepassten Mischbeständen, in stabilitätsfördernden Jungbestandespflegen und Durchforstungen, sowie in der Wiederbewaldung der durch Schad- und Kalamitätsereignisse entstandenen Kahlflächen.

Forstpolitische Schwerpunkte

Im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Schleiz haben sich ca. 1.700 Waldbesitzer mit einer Waldfläche von ca. 13.000 Hektar in sieben Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) organisiert. Ein wesentlicher forstpolitischer Schwerpunkt in der Arbeit des Forstamtes Schleiz besteht in der weiteren Unterstützung der Kooperation der etablierten forstlichen Zusammenschlüsse auf dem Weg zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit.

Resultierend daraus wurde 2013 die Waldbesitzer Service GmbH (WBS) als Tochtergesellschaft der Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) gegründet. Diese übernimmt als Dienstleisterin wesentliche Teile des forstlichen Kerngeschäftes (Holzvermarktung, zentraler Einkauf von Material und Forstpflanzen) für die FBGen.

Mit Hilfe der WBS werden jährlich ca. 100.000 Forstpflanzen und Material gebündelt beschafft, sowie ca. 75.000 Festmeter Holz eigenständig vermarktet.

Schwerpunkte im Forstschutz

Diese werden geprägt von der vorhandenen Baumartenausstattung (92% Fichte) und dem Witterungsverlauf in der Vegetationsperiode. Insbesondere der Borkenkäfer (Buchdrucker) führt zu einem mittleren jährlichen Schadholzaufkommen von ca. 1,5 Festmeter pro Hektar Waldfläche.

Die Vorbeugung und Verhinderung massiver Waldschäden durch Überwachung und Bekämpfung von Schadinsekten (z. B. Buchdrucker und Nonne) und Hinwirkung auf waldbaulich angepasste Wildbestände im Rahmen von Beratung, Aufklärung und Anleitung der Waldbesitzer erfolgt durch die Revierleiter vor Ort. Angepasste forstliche Bewirtschaftung dient der Minimierung biotischer Forstschutzrisiken.

Abiotisch bedeutsame Schadfaktoren für die zum Großteil nicht standortsgerechte Baumart Fichte sind Sturmereignisse und Nassschnee. Ausgedehnte Trockenperioden führen zu einer Prädisposition für Folgeschäden durch Borkenkäferkalamitäten.

Hoheitsaufgaben

Kontrolle der Einhaltung bzw. Umsetzung des Thüringer Waldgesetzes und seiner Durchführungsbestimmungen.

Wald und Wild

Rot-, Reh- und Schwarzwild gehören zu den vorkommenden Schalenwildarten. Lokal begrenzt kommt auch Muffelwild vor.

Natur- und Artenschutz

Die überwiegende Waldfläche des Forstamtes liegt im Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale sowie im Landschaftsschutzgebiet Obere Saale. Nach der Flora-Fauna-Habitat (FFH) - Richtlinie wurden im Forstamtsbereich acht Schutzgebiete ausgewiesen.

Acht Naturschutzgebiete und eine Vielzahl von Naturdenkmalen und Flächennaturdenkmalen unterstreichen die Einmaligkeit besonderer Naturschönheiten.

Zum Schutz unserer Landschaft arbeiten wir eng mit den Naturschutzbehörden zusammen. Im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen werden alljährlich ca. 20 Projekte zur  Biotoppflege durch das Forstamt Schleiz betreut und durch Forstwirte von ThüringenForst umgesetzt.

Umweltbildung und Waldpädagogik

Die alljährlich vom Forstamt Schleiz veranstalteten Waldjugendspiele in Tanna sind zur guten Tradition geworden. Sie erfreuen sich bei Schülerinnen und Schülern der Grund- und Regelschulen der Region wachsender Beliebtheit. Darüber hinaus finden in jedem Jahr Waldjugendspiele für Kinder mit Handicap im Park in Heinrichsruh statt.

Die 2014 eröffnete Walderlebnisinsel in Ziegenrück ist ein Geheimtipp für waldtouristisch und umweltpädagogisch interessierte Besucher. Auch werden durch Revierleiter und Mitarbeiter des Forstamtes nach Vereinbarung Führungen zu verschiedenen Themen angeboten.