Weißtannen-Aktion im Forstamt Saalfeld-Rudolstadt

Zu den diesjährigen Waldjugendspielen und dem Waldprojekttag an den Feengrotten halten unsere Förster eine besonderes Highlight für euch bereit: Ihr könnt Weißtannen aussähen. So helft ihr dem fast „verschwundenen Waldvolk“ dabei, in Thüringens Wäldern wieder Fuß zu fassen!

Damit ihr gleich erfahrt, warum Weißtannen so besonders sind, haben wir euch hier die interessantesten Fragen und Antworten rund um die Weißtanne zusammengestellt. Im Anschluss seht Ihr hier, wie sich Weißtannen-Samen in ein Bäumchen verwandeln lassen.

Warum heißen Weißtannen auch „verschwundenes Waldvolk“?

Weil diese Baumart langsam verdrängt wurde. Damals wollten die Bauern und Landesherren lieber schnell wachsende Baumarten wie Fichte und Kiefer, deren Holz und Harz sie nutzen konnten. Junge Weißtannenbäume wurden zudem von Weidetieren wie Schafen und Ziegen gefressen. So gab es kaum noch Weißtannen.

Was sind Unterschiede zwischen Weißtanne und Fichte?

Die Weißtanne ist genau wie alle anderen Tannenarten buschiger als die schlanke Fichte. Zudem wächst sie sehr langsam. Erst im Alter von 50 Jahren tragen die Weißtannen Zapfen mit Tannensamen. Diese Samen sind sechsmal so schwer wie Fichtensamen. Der Zapfen der Tanne steht aufrecht am Zweig und fällt nicht zu Boden. Alle Zapfen, die ihr auf dem Waldboden findet, sind nämlich Fichtenzapfen.

Fichten haben hängende Zapfen, die herunterfallen, wenn sie „reif“ sind. Die Tannenzapfen müssen erst gepflückt werden. Dazu haben wir bei ThüringenForst unsere mutigen „Zapfenpflücker“. Zudem könnt ihr euch bei der Unterscheidung zwischen Tanne und Fichte an der alten Eselsbrücke „Fichte sticht, Tanne nicht“ orientieren.

Warum ist die Weißtanne für den Wald so wichtig?

Weißtannen haben eine sehr lange Wurzel, die tief in den Waldboden ragt. Bei jungen Weißtannen sind sie rund 1,30 Meter lang. So kann der Baum auch Überleben, wenn der Waldboden schon sehr ausgetrocknet ist. Zudem fällt er auch bei Sturm nicht so leicht um, weil er sich mit der Wurzel gut im Boden festhalten kann. Wir Förster haben am liebsten Mischwälder mit vielen verschiedenen Baumarten, die sich ergänzen, denn jede Baumart bringt ihr „Talent“ mit: die eine ist standfest bei Sturm, die andere hält Kälte und Schnee aus, die nächste wiederum braucht sehr wenig Wasser.

Wie werde ich zum WaldMacher?

Ganz einfach! Lege einen Weißtannensamen aus dem Tütchen in einen Topf mit Erde (am besten ist Gartenerde mit etwas Sand). Dann befeuchtest du die Erde mit der Gießkanne und suchst einen nicht zu sonnigen, eher schattigen Platz für den Pflanztopf.

Nach einigen Wochen zeigt sich ein kleiner Weißtannenbaum (Sämling). Wenn er ungefähr kniehhoch gewachsen ist, kannst du ihn im Frühjahr im Wald auspflanzen – im Garten natürlich auch, aber Weißtannen können sehr groß werden und sollten nicht zu nah an Häusern oder zu dicht neben anderen Bäumen gepflanzt werden.

Wo kann ich mein Bäumchen im Wald einpflanzen?

Wenn du den Baum im Wald pflanzen möchtest, suchst du am besten einen luftig lichten Platz im Schutze der älteren Bäume aus. Du kannst gern im Forstamt anrufen, wir zeigen dir geeignete Plätze im Wald. Dort kannst du dein Bäumchen regelmäßig besuchen, wenn du magst.

Wo erhalte ich die Tütchen mit Weißtannensamen?

Unsere Weißtannensamen geben wir an alle Teilnehmer folgender Veranstaltungen aus: Waldjugendspiele an der Heidecksburg (8. Mai 2019), Waldprojekttag an den Feenrotten (18. Juni 2019), Waldjugendspiele an den Feengrotten (12. September 2019).

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Tipp für Eltern und Lehrer

In unserem Weißtannen-Informationsblatt (PDF) erhalten Sie erstaunliche Einblicke und Hintergrundinformationen zum den Weißtannen. Das Info-Blatt ist die perfekte Ergänzung zu unserer Weißtannen-Aktion. Haben Sie Fragen dazu? Melden Sie sich einfach bei uns im Forstamt. Wir freuen uns. Auf Sie!

Kontakt

Forstamt Saalfeld-Rudolstadt

Matthias Schwimmer