Baumartenverteilung und Standortverhältnisse

Der Forstamtsbereich befindet sich in Höhenlagen von 230 Meter (Leinetalebene) bis 545 Meter (Gobert – Plateau gegenüber dem Hohen Meißner in Hessen).

Während die bewaldeten Bergkuppen, Steilstufen und Randbereiche aus unterem Muschelkalk bestehen, sind die Sockel aus mittlerem und oberen Buntsandstein gebildet. Die tonführenden Rötschichten sind gleichzeitig Quellhorizonte.

Die Waldböden auf Muschelkalk sind überwiegend mittel- bis flachgründige Braunerden und Rendzinen. Lehm-Sandstein-Braunerden mittlerer Nährkraft findet man auf Buntsandsteinstandorten. Durch eiszeitliche Ablagerungen entstanden vor allem in Mulden und auf Plateauflächen tiefgründige nährkraftreiche Lößlehmdecken.

Die Jahresniederschläge liegen zwischen 650 und 850 Millimeter, bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 6,0 bis 8,5 Grad Celsius je nach Höhenlage. Klimatisch kann man von einem Übergangsbereich von stärker atlantisch bis schwächer kontinental sprechen. Die Gesamtwaldfläche beträgt etwa 17.000 Hektar und untergliedert sich in elf Forstreviere.

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Blick auf die waldreichen Höhenzüge im Eichsfeld. (Foto: Thomas Stephan)
Buchenhain im Sonnenlicht. (Foto: Andreas Knoll)

Beratung und Betreuung

Der forsttechnische Betrieb im Gemeinschaftsforstamt Heiligenstadt wird von elf Revierförstern und acht Forstwirten für den Landeswald sowie fünf Forstwirten für den Stadtwald Heiligenstadt realisiert.   Die größten betreuten Forstbetriebe neben dem Staatsforstbetrieb sind der Gemeindewald der Stadt Heiligenstadt mit 1.950 Hektar, der Gemeindewald der hessischen Stadt Bad Sooden-Allendorf auf Thüringer Seite mit 510 Hektar sowie ein Privatforstbetrieb mit 605 Hektar.

Weiterhin betreut das Forstamt Heiligenstadt neben einer Vielzahl an Kleinstprivatwaldbesitzern 44 altrechtliche Waldgenossenschaften mit Flächengrößen von 10 bis 280 Hektar sowie insgesamt 45 Kommunalforstbetriebe. Es wurden zehn Forstbetriebsgemeinschaften neu gegründet.

Der Holzverkauf über das Forstamt erreicht ein Volumen von rund 80.000 Festmetern.

Waldbewirtschaftung und Naturschutz

Waldbauliche Ziele sind leistungsstarke, standortsgerechte, gesunde und stabile Bestände mit hohen Wertholzanteilen.

Die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion der Wälder im Forstamt wird durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung ohne Kahlschläge nachhaltig gewährleistet. Besondere Verantwortung hat das Forstamt Heiligenstadt für Erhalt und Mehrung der Baumart Eibe.

Fünf Naturschutzgebiete, zehn Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiete, elf Landschaftsschutzgebiete (LSG) und der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal dokumentieren die außergewöhnlich reiche Naturausstattung im Forstamtsbereich.

Zahlreiche weitere Natur- und Bodendenkmale, geschützte Biotope sowie Kalksinterquellen sind ausgewiesen. Deren Schutzstatus hat bei der Waldbewirtschaftung Vorrang.

Die Wälder des Forstamtes Heiligenstadt und insbesondere der Stadtwald Heiligenstadt erfüllen die Erholungsfunktion auf ganzer Fläche. Zahlreiche Fern- und örtliche Rundwanderwege sowie die Kurwege der Stadt Heiligenstadt sind markiert und werden erhalten. Ein flächendeckendes Reitwegenetz gibt es seit 2004.

Waldpädagogik

Die Waldpädagogik ist auf Revierebene sehr ausgeprägt und wird von interessierten Schulklassen rege angenommen. Jährlich im September finden Waldjugendspiele mit den vierten Klassen der Grundschulen mit über 400 Teilnehmern statt.

Die Umsetzung eines forsthistorischen Wanderführers mit Erläuterungstafeln wurde im Jahr 2005 abgeschlossen. Das umfangreiche Wanderwegenetz einschließlich der Lehr- und Informationstafeln unterstützen die waldpädagogischen Ziele.

Ausbildung

Im Forstamt Heiligenstadt absolvieren jährlich Praktikanten von der Georg-August-Universität und der Fachhochschule Göttingen ihre praktische Ausbildung für den gehobenen und höheren Dienst.