Waldflächen und Standortverhältnisse

Der Bereich des Forstamtes Gehren ist von einer großen Vielfalt der standörtlichen Verhältnisse geprägt.  Das Wuchsgebiet Thüringer Gebirge mit den Wuchsbezirken „Mittlerer Thüringer Wald“, „Hohes Schiefergebirge“ und „Nordabdachung des Schiefergebirges“ dominiert  die Standorte.

Lage und Klima

Anteile liegen auch im Wuchsbezirk „Heydaer und Paulinzellaer Buntsandstein“ des Wuchsgebietes Ostthüringisches Trias-Hügelland. Die hoheitlich betreute Waldfläche beträgt ca. 21.430 Hektar.   Höhenlage zwischen 220–811m ü NN durchschn. Niederschlag 600–1150 mm/ Jahr durchschn. Lufttemperatur zwischen 4 und 8 Grad Celsius.

Baumartenverteilung und Eigentumsverhältnisse im Forstamtsbereich ansehen (PDF)

Ausblick in den Wald bei Meura. (Foto: ThüringenForst)

Waldbewirtschaftung

Im Forstamt Gehren wird das Ziel verfolgt, durch naturnahe waldbauliche Maßnahmen langfristig stabile sowie ökologisch und ökonomisch wertvolle und ertragreiche Wälder in dauerwaldartige Strukturen zu formen.

Die waldbauliche Arbeit im Forstamt Gehren wird zusätzlich durch die Folgen des Orkans „Kyrill“ von 2007 mit aufgelichteten Beständen und mittlerweile verjüngten Kahlflächen mit einer Größe von 800 Hektar beeinflusst.

Im Forstamt Gehren werden im Rahmen der pflegenden Nutzung jährlich ca. 100.000 Festmeter Holz nachhaltig eingeschlagen.

Hoheit & Beratung

Das Forstamt Gehren nimmt als Gemeinschaftsforstamt gleichzeitig Aufgaben der unteren Forstbehörde wahr. Es ist für die Einhaltung der Bestimmungen des Thüringer Waldgesetzes verantwortlich, bringt sich als Träger öffentlicher Belange in Planungen ein, berät über die Inanspruchnahme von Fördermitteln und ist kompetenter Ansprechpartner für Bürger und Waldbesitzer.

Als Dienstleister bietet es zudem kommunalen und privaten Waldbesitzern das Management ihrer Waldflächen an. Dazu sind mit rund 330 Waldbesitzern Beförsterungsverträge abgeschlossen worden.   

Im Forstamtsbereich gibt es zwei Forstbetriebsgemeinschaften (FBG): FBG Langewiesen/Gehren mit rund 650 Hektar und FBG Saalfelder Höhe (forstamtsübergreifend mit rund 3.400 Hektar), davon anteilig im Forstamt Gehren rund 55 Prozent.

Naturschutz

Auf über 80 % der Fläche existieren Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Naturdenkmale und geschützte Landschaftsbestandteile sowie Teile des Biosphärenreservats Vessertal – ein Beleg für die reiche Ausstattung des Naturraums im Ergebnis nachhaltiger Forstwirtschaft.

Für die unteren Naturschutzbehörden wird das Forstamt als Dienstleister tätig und pflegt Waldwiesen, Streuobstwiesen, renaturiert Waldgewässer oder stellt Offenland-Biotope wieder her.

Als seltene bzw. vom Aussterben bedrohte Großvogelarten kommen im Forstamtsbereich das Auerhuhn, der Schwarzstorch und der Uhu vor. Für den Bestand des Auerwildes werden umfangreiche waldbauliche Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung des Lebensraumes durchgeführt und Auswilderungen zur Bestandsstabilisierung vorgenommen.

Umweltbildung & Waldpädagogik

Neben umfangreicher Pressearbeit gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen und Exkursionen. Weiterer Höhepunkt sind die jährlichen Waldjugendspiele. Zusätzlich arbeitet das  Forstamt über Kooperationsvereinbarungen mit Schulen und Kindergärten zusammen.

Der in Kooperation mit der Bergbahn Oberweißbach und der Stadt Oberweißbach initiierte „Fröbelwald“ an der Bergstation Lichtenhain dokumentiert eindrucksvoll die Bedeutung der Arbeit mit Kindern.

Ausbildung

Das Forstamt ist Ausbildungsforstamt für den gehobenen und höheren Dienst sowie für Auszubildende zum Forstwirt.

Es werden durchschnittlich drei Auszubildende je Jahrgang für die Abschlussprüfungen vorbereitet. Das Forstamt Gehren ist Partnerforstamt des Studiengangs „Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement“ der Fachhochschule Erfurt.

Besonderheiten

Forstliches Bildungszentrum Gehren

Das Forstliche Bildungszentrum (FBZ) ist die zentrale Aus- und Fortbildungsstätte der AöR Thüringen Forst und gehört zum Thüringer Forstamt Gehren. Die Aufgaben ergeben sich unter anderem aus dem Thüringer Waldgesetz. So sichert das FBZ die Aus- und Fortbildung der forstlichen Fachkräfte aller Waldbesitzarten sowie der Waldbesitzer und anderer Interessenten in allen Fragen rund um den Wald und die Natur.

Das Forstliche Bildungszentrum besitzt eine Mitgliedschaft im Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) und nimmt Prüfungsaufgaben der KWF wahr.

Maschinenstützpunkt Gehren

Der Maschinenstützpunkt (MSP) Gehren ist dem Forstamt Gehren zugeordnet, erbringt seine Leistungen jedoch in zahlreichen Forstämtern Thüringens als innerbetrieblicher Dienstleister. Die 56 Mitarbeiter sind im Wesentlichen in zwei Aufgabenfeldern tätig, dem forstlichen Wegebau und der Holzernte. Darüber hinaus verfügt der Maschinenstützpunkt über zwei Mulcher und insgesamt vier sScale- Fahrzeuge zur Holzvermessung.

Jährlich werden durch die Holzerntemaschinen des Maschinenbetriebes ca. 120.000 fm Holz eingeschlagen und verkaufsfertig an die Waldwege gerückt. Voraussetzung für die Holzernte ist jedoch eine Erschließung des Waldes mit Waldwegen. Durch den MSP Gehren werden mit sechs Wegebauzügen, bestehend aus Grader, Bagger und Walze, jährlich etwa 700 km Waldwege unterhalten, instandgesetzt, aus- oder neugebaut.