Waldflächen und Standortverhältnisse

Die gesamte Waldfläche im Forstamt beträgt ca. 16.500 Hektar. Größter Waldbesitzer im Forstamt ist neben dem Freistaat Thüringen die Stadt Ilmenau mit 1.129 Hektar.

Der Stadtwald, der Wald des Landkreises und von sieben Gemeinden, wie auch der Wald von drei historischen Waldgenossenschaften sowie von einer aktiven Forstbetriebsgemeinschaft wird von uns beförstert.

Der Wald im Forstamt erstreckt sich über drei Wuchsbezirke. Der überwiegende Anteil gehört zum Mittleren Thüringer Wald mit Porphyr, Porphyriten oder Rotliegenden Sedimenten, seltener Schiefer und Granit als Grundgestein.

Landschaftlich markant ist die Steilstufe des Gebirges, die von Ilmenau bis zum Kickelhahn (861 Meter über NN) auf 1,5 Kilometer um 360 Höhenmeter ansteigt. Hier wachsen überwiegend Fichten, zunehmend Rotbuchen und Bergahorne, noch selten die Weißtanne.

Ein geringerer Anteil der Fläche wird durch Buntsandstein oder durch Muschelkalk geprägt. Hauptbaumarten sind hier die Kiefer, die Fichte, die Lärche bzw. die Buche.

Lage und Klima

Die Jahresmitteltemperaturen liegen je nach Höhenlage zwischen 4,0 und 6,5 Grad Celsius, die durchschnittlichen Jahresniederschläge zwischen 650 und 1.340 Millimetern.

Baumartenverteilung und Eigentumsverhältnisse im Forstamtsbereich ansehen (PDF)

Fotos: Wolfgang Liebaug

Waldbewirtschaftung

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist die Thüringer Landesforstverwaltung zu einer naturnahen Bewirtschaftung der Wälder übergegangen. Dabei werden vor allem die natürlichen Prozessabläufe bewusst in die waldbaulichen Überlegungen und Handlungen einbezogen, um einen vielfältig strukturierten, artenreichen und stabilen Wirtschaftswald aufzubauen.

Wichtig ist die Erziehung und Pflege eines dauerhaften Unterstandes aus Naturverjüngung und Voranbau auf möglichst 50 % der Waldfläche als Risikovorsorge.

Aufgrund der historisch bedingten Dominanz von Fichte und Kiefer steht vor dem Forstamt Frauenwald weiterhin die Jahrhundertaufgabe des Waldumbaus in Richtung stabiler, naturnaher gemischter Wälder. Dazu werden neben dem bekannten Thüringer Waldumbauprogramm im Biosphärenreservat „Vessertal/Thüringer Wald“ zwei Schwerpunktprojekte realisiert:

Die Fichte wird jedoch auf Grund der klimatischen und standörtlichen Gegebenheiten auch zukünftig die Hauptbaumart im Forstamtsbereich bleiben.

Jagd im Landesjagdbezirk

Im Forstamtsbereich kommen Rotwild, Rehwild und Schwarzwild als Standwild vor. Die Jagd betreiben wir als nachhaltige Naturnutzung mit dem Ziel, Wald und Wild in Einklang zu bringen und zu erhalten. Dafür gelten folgende Grundsätze (DO Jagd):

  • Der Waldzustand ist das primäre Kriterium für eine erfolgreiche Jagd. Die Senkung von Vermögensschäden am Wald ist gegenüber kurzfristigen Erträgen aus der Jagd vorrangig.

  • Die Jagd orientiert sich an ökologischen und wildbiologischen Grundsätzen, neuesten Erkenntnissen der Jagdpraxis, Werten des Tierschutzes und Erfordernissen der Lebensmittelhygiene.

  • Die Jagd dient der nachhaltigen Erfüllung aller Waldfunktionen. Dabei ist es unser vordringliches Ziel, weitere aktive Waldumbaumaßnahmen in den Waldbeständen im Wesentlichen ohne Zaunbaumaßnahmen vorzunehmen. Dazu sind Verbiss- und Schälschäden durch die weitere Reduzierung der Rot- und Rehwildbestände und andere geeignete Maßnahmen zu senken. Eine große Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Besucherlenkung. Seit einem Jahr unterstützt uns ein ausgebildeter Berufsjäger in unseren jagdlichen Ambitionen.

Naturschutz

Der größte Teil der Forstamtsfläche liegt im Landschaftsschutzgebiet „Thüringer Wald / Thüringer Schiefergebirge“. Momentan gehören noch 6.000 Hektar Waldfläche zum „Biosphärenreservat Vessertal / Thüringer Wald“, das derzeit erweitert werden soll. Gemeinsam mit der Verwaltung des Biosphären-Reservates wollen wir insbesondere den Modelcharakter dieses Gebietes entwickeln.

zur Website des Biosphärenreservat Vessertal / Thüringer Wald

Das Naturschutzgebiet „Veronikaberg“ bei Martinroda mit seinem Eibenbestand pflegend zu entwickeln ist uns ein besonderes Anliegen. In Abstimmung mit der Naturschutzbehörde führen wir hier jedes Jahr aufwändige Pflegemaßnahmen durch, die sowohl der Entwicklung der Alt-Eiben, der Eibenverjüngung, wie auch der Erhaltung der dort vorkommenden 23 Orchideenarten dienen.

Wichtiger Grundsatz im Wald ist für uns Schutz durch Nutzung. Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, wie der Schwarzstorch, die Wildkatze oder der Feuersalamander haben im Forstamtsbereich ihre Refugien.

In den Hoch- und Kammlagen in der Nähe des Rennsteigs liegen mehrere kleine Moore, welche im Rahmen eines gemeinsamen Renaturierungsprojektes von ThüringenForst mit seinen Partnern wieder hergestellt werden.

mehr zum Thema Arten- und Biotopschutz von ThüringenForst

Erholung

Der Thüringer Wald ist traditionell eine Wander- und Skiwanderregion. In Zusammenarbeit mit den Gebietskörperschaften und den touristischen Anbietern wurde ein intensives Erholungswegenetz abgestimmt und regelmäßig aktualisiert.

Mit 27 Laufmetern Wanderwege und 11 Laufmetern Skiwanderwege pro Hektar steht hier ein ausreichend dichtes Netz für Erholung und Sport zur Verfügung. Einige der Wege, wie der Rennsteig und der Goetheweg (über das Goethehäuschen am Kickelhahn) sind überregional bekannt. Auf diese Wege wird bei der Waldbewirtschaftung besondere Rücksicht genommen.

Ausbildung

Das Forstamt ist Ausbildungsforstamt für den gehobenen und höheren Dienst. In Kooperation mit der FH Erfurt bieten wir Praktika und Ausbildungsmodule im Rahmen des Studiums an.

Gern bringen wir auch Schülern im Praktikum die Waldberufe näher.

Förderung

Das Sachgebiet Förderung mit Hauptsitz im Forstamt sowie zwei Außenstellen ist die zentrale Anlauf- und Bewilligungsstelle für die forstliche und die Fischerei-Förderung in Thüringen.