Forstamt Bleicherode-Südharz

Waldflächen und Standortverhältnisse

Der reich bewaldete Harz ist das nördlichste und an maritimen Einflüssen am stärksten ausgesetzte deutsche Mittelgebirge.

Das Grundgebirge des Harzes belebt eine nach Norden herausragende Pultscholle, die mantelartig von mesozoischem Deckgebirge umgeben wird.

Im Süden schließen sich in der Südharzmulde abgelagerte Sedimente des oberen Karbon (Zechstein bzw. Rotliegenden), sowie darin enthaltenes Porphyrit an. Anschließend folgt eine Schichtstufenlandschaft aus Sedimenten des Trias. Dabei ragt der Muschelkalk zum Teil als schroffe Plateaulage aus dem Buntsandstein heraus.

Als Grundgestein treten im Harz vorwiegend Schiefer (Kieselschiefer), Grauwacke und Eruptivgesteine (Porphyrit, Melaphyr und Diabas) auf. Im Harzvorland kommen Zechstein (Gipsgürtel), Buntsandstein und Muschelkalk vor.

Lage und Klima

Die Höhenlagen des Forstamtes liegen zwischen 158 m und 634 m über N.N. (Großen Ehrenberg). Das Klima wird durch den Einfluss des Harzes geprägt und reicht von montan, über submontan bis zu subatlantisch.

Der jährliche Niederschlag variiert unter 500 mm in der Goldenen Aue bis 900 mm im Harz, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7 bis 8°C. Der Wald hat auf vielen Standorten im Forstamt durch die sehr gute Nährstoff- und Wasserversorgung optimale Wuchsbedingungen.

Baumartenverteilung und Eigentumsverhältnisse im Forstamtsbereich ansehen (PDF)

Fichten in den Hochlagen des Forstamtsbereichs. (Foto: Annett Preuss)
Blick auf eine Waldwiese, die von grünem Mischwald umrahmt ist. Die Sonne scheint.
Helbetal (Foto: Michael Böhme)

Waldbewirtschaftung

Das Leitbild der naturnahen Waldwirtschaft im Forstamt ist ein Dauerwald mit stabilen, ungleichaltrigen, stufigen, sich natürlich verjüngenden Beständen.

Ziel ist die Produktion von wertvollem Stammholz in stabilen Mischbeständen mit standortsgemäßen Baumarten. Wo immer es geht werden Edellaubhölzer wie Esche, Kirsche, Ulme, Ahorn und Wildobst bei Bestandespflege und Verjüngung bevorzugt. Fichtenreihenbestände werden gezielt in Mischbestände überführt und die natürliche Verjüngung gefördert.

Hoheit und Beratung

Die Beratung und Betreuung der Privat- und Kommunalwälder erfolgt gemäß dem Thüringer Waldgesetz. Die Mehrzahl der Waldeigentümer hat mit dem Forstamt Beförsterungsverträge geschlossen, die auch den Holzverkauf beinhalten. Die Revierleiter unterstützen „ihre“ Waldbesitzer sowohl bei fachlichen Entscheidungen als auch beim Beantragen von Fördermitteln.

Die Waldarbeiter des Forstamtes führen nicht nur sämtliche Arbeiten im Landeswald aus, sie stehen auch den anderen Waldeigentümern auf Anforderung für Holzeinschlag und Bestandespflege zur Verfügung. Für die Holzbringung und den Wegebau werden überwiegend Unternehmer sowie die Maschinenstützpunkte der Landesforstverwaltung eingesetzt.  

Naturschutz

Der Stärkung von Schutzfunktionen des Waldes steht im Forstamtsbereich Bleicherode-Südharz besonders im Focus. Durch die nachhaltige Waldbewirtschaftung die durch das Waldgesetz untermauert ist, wird unter anderem auch dem Naturschutz Rechnung getragen.

Standortgerechte und dauerhafte Bestockung sind im Laufe der Zeit selbstverständlich und stets zu berücksichtigen. Die gezielte Förderung von Edellaubholz und die Einbringung selten gewordener Baumarten wie Kirsche, Ulme, Eibe und Weißtanne erhöhen die Artenvielfalt und sind gängige Praxis.   Strukturreiche und stabile Laubholz- und Mischbestände sind das langfristige Ziel auf allen Waldflächen. Mit einer Vielzahl von FFH-Gebieten wie „Die Bleicheröder Berge“, „Beeretal und Seitentäler“ und  „Kammerforst-Himmelstieg-Mühlberg“ erstrecken sie sich auf der Forstamtsfläche. Eine Naturwaldparzelle, mehrere Naturschutzgebiete (NSG) und der Naturpark Südharz runden das Spektrum ab. 

Umweltbildung & Waldpädagogik

Durch ein tiefgründiges und vielschichtiges waldpädagogisches Programm versuchen die Mitarbeiter des Forstamtes Bleicherode-Südharz in  vielfältigen Veranstaltungen Naturbegeisterte von Jung bis Alt den Wald als einzigartiges Ökosystem näher zu bringen.

Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Grund- und Sekundärschulen, Schullandheimen und Vereinen kann ein breites Spektrum unterschiedlicher Themenbereiche rund um den Wald abgedeckt werden. Hierbei bilden die jährlichen Waldjugendspiele eine wichtige Säule für die Bildung einer nachhaltig naturverbundenen Entwicklung.

Veranstaltungen können gern nachgefragt werden.

Ausbildung

Einen besonderen Aufgabenschwerpunkt bildet die  Forstwirtausbildung. Während der dreijährigen Ausbildungszeit werden jungen Leuten unter Anleitung eines erfahrenen Forstwirtschaftsmeisters  theoretische und praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten eines zukünftigen Waldarbeiters  vermittelt.

Das Forstamt ist ebenfalls Ausbildungsforstamt für den höheren und gehobenen Forstdienst. Mit viel „know-how“  und modernster Ausrüstung erhalten junge Menschen gutes Rüstzeug fürs spätere Berufsleben.