Sonstige WaldProdukte

Neben Holz als dem klassischen Hauptprodukt des Forstbetriebs stellt der Wald weitere bekannte und auch weniger bekannte „Nebenprodukte“ bereit.

Ein kleiner Teil dieser Waldprodukte kann nach dem Thüringer Waldgesetz für den privaten Eigengebrauch kostenfrei in kleinen Mengen gesammelt werden.

Heidelbeeren

Heidelbeeren, auch Blaubeeren genannt, sind schmackhafte Beeren, die vielerorts in Thüringens Wäldern vorkommen. Die Beeren wachsen an kleinen Sträuchern meist auf nährstoffarmen Böden in lichteren Wäldern.

Im Thüringer Gebirge sind sie bis in die Kammlagen anzutreffen. Die Heidelbeere reift im August bis September.

ThüringenForst betreibt darüber hinaus im Forstamt Bad Berka eine Heidelbeerplantage. Hier können die etwas größeren Kulturheidel-
beeren unkompliziert selbst gepflückt und kostengünstig erworben werden.

Besuchen Sie unsere Heidelbeerplantage im Forstamt Bad Berka!

Schmuckbäume

Für viele Anlässe werden auch heutzutage noch Schmuckbäume benötigt. In Thüringen gibt es kaum eine Kirmes oder Hochzeit, bei der Schmuckbäume für die Ausgestaltung des Festes fehlen. In der Regel werden dazu Fichten und Birken verwendet.

Ein stattlicher Kirmesbaum kann schon einmal über 25 m hoch sein. Meist werden jedoch 3 bis 5 m hohe Exemplare gesucht, die vor Kirchen oder Gaststätten aufgestellt werden.

Weihnachtsbäume

Handelsübliche Weihnachtsbäume stammen hierzulande sehr oft aus Plantagenanbau. Dabei kann auch der Wald vor der Haustür Weihnachtsbäume bereitstellen.

Diese sind individuell ohne Düngung und Schädlingsbekämpfungsmittel aufgewachsen und fallen bei der Pflege junger Wälder an. Im Rahmen der Waldpflege müssen diese Bäume entnommen werden, damit die verbleibenden Bäume mehr Licht und Platz zum Wachsen haben.

Die Thüringer Forstämter bieten in der Adventszeit spezielle Termine für das Schlagen des eigenen Weihnachtsbaums mit der ganzen Familie an. Diese Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender

Schmuck- und Deckreisig

Bei der Pflege des Waldes fallen auch Äste- und Zweige als Nebenprodukt an, die als Schmuck- und Deckreisig Verwendung finden können.

Besonders im Herbst wird dieses oft zum Abdecken von Pflanzen im Garten oder als Schmuck für Gräber benötigt. Im Wald kann das Reisig nach Absprache mit den zuständigen Revierförstern gewonnen werden.

Blumen, Kräuter und Moose

Auch das Pflücken von Blumen und das Sammeln von Kräutern und Moosen ist im Wald möglich. Das Sammeln ist allen Waldbesuchern für den persönlichen Gebrauch in der Menge eines Handstraußes gestattet.

Für gewerbliche Zwecke bzw. den Weiterverkauf ist immer ein Leseschein notwendig. Dieser kann beim zuständigen Revierförster erworben werden.

Die Entnahme von Blumen, Kräutern und Moosen hat dabei immer pfleglich für den Wald zu erfolgen. Besonders geschützte Pflanzen dürfen auf keinen Fall gepflückt, entnommen oder beschädigt werden.

Darüber hinaus sollte man Wissen, ob man in einen Schutzgebiet unterwegs ist. Denn in Schutzgebieten gelten besondere Bestimmungen.

Pilze

Das richtige "Pilz-Wetter" und ein guter Mischwaldbestand machen Pilzsucher froh

Pilze bevorzugen feuchtes Wetter und maximal 25 Grad Celsius Tagestemperatur – feuchtwarmes Klima ist also insgesamt pilzfreundlich.

Durch den naturnahen Waldbau im Landeswald wie auch durch den Waldumbau in den oberen Lagen des Thüringer Waldes und der damit verbundenen flächigeren und vielfältigeren Mischung heimischer Laub- und Nadelbäume werden die Wälder noch reicher an Pilzen.

Pilze sammeln darf jeder – aber wieviele und wie?

Nach § 15 des Thüringer Waldgesetzes darf Jedermann Pilze sammeln, allerdings in geringen Mengen zum eigenen Verbrauch. Außerdem muss die Entnahme und Aneignung pfleglich erfolgen. Das Sammeln für den Weiterverkauf (gewerbliche Nutzung) muss immer beim Waldeigentümer angemeldet werden.

Förster-Tipps zu Ernte, Transport und Zubereitung

Wenn die Saison Ende Juli beginnt, sollten Pilzsammler deshalb  im Wald einiges beachten:

• Nur die Pilze mitnehmen, die man sicher kennt

• Pilze nicht herausreißen, sondern mit einem scharfen Messer bodeneben abtrennen. Pilze stets vorsichtig in Körben, wegen Schimmelgefahr nicht in Kunststofftüten oder Boxen sammeln.

• Pilze nie roh verzehren, auf über 70 Grad erhitzen, dies tötet möglicherweise anhaftende Fuchsbandwurmeier sicher ab

• maximal 200 Gramm Pilze auf einmal essen – Pilze sind schwer verdaulich

Hinweise zu Giftpilzen

Erkannte Giftpilze bitte stehen lassen und nicht zertreten – für den Menschen giftige Pilze müssen noch lange nicht für die Tierwelt wie etwa Hase, Maus, Insekten oder Vögel giftig sein. Und der Pilzsammler sollte natürlich sein Auto außerhalb des Waldes parken, sonst droht ein Bußgeld.

Grundsätzlich empfehlen wir Förster unerfahrenen Pilzsuchern vor dem Verzehr die Kontaktnahme mit einem Pilzberater. Im schlimmsten Fall den Giftnotruf unter 0361-730 730 wählen.

Noch mehr Förster-Tipps

... zum Thema Sammeln von Wildpflanzen, Pilzen, Früchten, Beeren & Co. finden Sie in unserem Thüringer Waldknigge: Unsere Empfehlungen für die naturverträgliche Walderholung (PDF)

... Infomationen zum Thema naturnahmer Waldbau und "Waldumbau in den mittleren, Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes" finden Sie in unserem Waldumbauportal

Die meisten der beliebtesten Speisepilze haben Röhrenfutter wie die Rotkappe ... (Foto: Andreas Knoll)
... oder der Steinpilz. (Foto: Andreas Knoll)
Auch der konsolenartige Schwefelporling gilt jung geerntet als genießbar und schmeckt wie Hühnchen, ist aber den meisten Pilzsammlern als Speisepilz nicht geläufig. (Foto: Daniela Tröger)
Attraktiv, aber definitiv nicht für den Verzehr geeignet: der Fliegenpilz ist für den Menschen giftig. Markant sind seine rot-weiß gepunktete Kappe und das Lamellenfutter. (Foto: Daniela Tröger)

Brennholz

Das Heizen mit Holz erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Neben der behaglichen Wärme des Holzofens sind es vor allem auch ökologische Gesichtspunkte, die für das Heizen mit dem klimafreundlichen Rohstoff Holz aus den nachhaltig bewirtschafteten Wäldern von ThüringenForst sprechen.

Bei der Ernte von Stammholz und der Pflege von Waldbeständen fallen auch Resthölzer – beispielsweise Kronenholz und Äste – an, die in der Holzindustrie keine Verwendung finden. Ein Teil dieses Holzes kann nach Ankauf beim Revierförster eigenständig, in Form der sogenannten Selbstwerbung, aufgearbeitet und aus den Beständen transportiert werden.

Um die riesige Nachfrage nach Brennholz vor allem auch im städtischen Bereich abzudecken, wird der Bevölkerung zunehmend auch Rundholz an der Waldstraße zum Kauf angeboten. Dieses kann nach dem Kauf direkt vom PKW-befahrbaren Waldweg mit nach Hause genommen werden.