Waldbiotopkartierung

Die Waldbiotopkartierung (WBK) ist eine gesetzlich vorgegebene, hoheitliche Aufgabe nach § 5 des Thüringer Waldgesetzes.

Sie dient dem Zweck, den Zustand aller Waldflächen in Thüringen flächendeckend und stichtagsbezogen zu erheben. Gleichzeitig werden mit ihrer Hilfe die gesetzlich besonders geschützten Biotope nach § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes im Wald erfasst.

Mit diesen Informationen liefert die Waldbiotopkartierung wichtige naturschutzfachliche Grundlagen, um alle forstlichen Maßnahmen in der Forstplanung, im Forstbetrieb, aber auch bei der regionalen Umweltplanung abwägen zu können.

Fachlich zuständig für die Waldbiotopkartierung ist die Zentrale von ThüringenForst in Erfurt. Das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum in Gotha (FFK) ist mit der Kartierung betraut.

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Bisherige Kartierung

Erster Durchgang 1994 bis 2004

Der erste Durchgang der Waldbiotopkartierung hatte zum Ziel, den ökologischen Zustand und die Naturausstattung der Wälder flächendeckend zu erfassen und zu dokumentieren.

Durch den Vergleich der aktuellen Bestockung mit der potentiellen natürlichen Vegetation erfolgte dann eine Einstufung in vordefinierte „Naturnähestufen“ (fünf Stufen von „sehr naturfern“ bis „sehr naturnah“). Bei der Kartierung wurden auch im Wald gelegene besonders geschützte Biotope (Erdfälle, Hohlwege, Quellen, Felsen, Gras- und Staudenfluren und weitere Lebensräume) bis zur Größe von einem Hektar erfasst.

Die Kartierungsergebnisse fanden Eingang in die Waldfunktionskartierung und das Arten- und Biotopschutzprogramm.

Aktuelle Kartierung

Waldbiotopkartierung aktuell

Da die Daten aufgrund der natürlichen Walddynamik schnell veralten, ist eine Fortschreibung der Waldbiotopkartierung unerlässlich. Diese ist gleichzeitig Grundlage für den vorgeschriebenen nationalen FFH-Bericht (Fauna-Flora-Habitat Bericht) sowie das FFH-Monitoring.

Um eine vergleichbare Datengrundlage zu schaffen, werden die Daten innerhalb und außerhalb von FFH-Gebieten nach dem gleichen Muster erhoben. Für nach dem Thüringer Forsteinrichtungsverfahren geführte Forstbetriebe wird die Waldbiotopkartierung im Zuge der Geländeaufnahmen durch die Forsteinrichter geleistet (das sogenannte gebundene Verfahren).

Die Schwerpunkte der flächendeckenden Waldbiotopkartierung liegen aktuell auf der korrekten Abgrenzung der FFH-Waldlebensraumtypen sowie einer Prüfung der korrekten Abgrenzung der gesetzlich besonders geschützten Biotope. Diese werden als separate Teilflächen bzw. Waldbestände ausgewiesen. Außerdem werden weitere besonders geschützte Kleinstrukturen (Erdfälle, Hohlwege, Bodendenkmale usw.) erfasst.