Gebietskulisse NATURA 2000 in Thüringen

Für den Aufbau des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 hat der Freistaat Thüringen mit Stand vom 1. Juni 2004 insgesamt 212 FFH-Gebiete mit einer Gesamtfläche von 161.462 Hektar sowie 44 Europäische Vogelschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 230.824 Hektar in Brüssel gemeldet.

Insgesamt umfasst die Fläche der NATURA 2000-Gebiete in Thüringen − unter Beachtung der Überschneidung von FFH-Gebieten und EG-Vogelschutzgebieten − insgesamt 272.268 Hektar. Das entspricht bereits 16,8 Prozent der Landesfläche.

NATURA 2000 und Waldflächen

Waldflächen in den Thüringer NATURA-2000-Gebieten

Den größten Teil der Flächen in den NATURA-2000-Gebieten bedecken Wälder (rund 65 Prozent) Insgesamt sind damit rund 178.112 Hektar Waldfläche als FFH-Gebiete und Europäische Vogelschutzgebiete gemeldet. Fast 50 Prozent der Gesamtbetriebsfläche von ThüringenForst sind  NATURA-2000-Gebiete.

Die Eigentumsverhältnisse bei den Waldflächen in NATURA-2000-Gebieten zeigt folgende Tabelle:

Eigentumsform

Bundeswald

Kommunalwald

Privatwald

Staatswald

Treuhandwald

Unbekannt

WGT-Wald

Gesamt

Fläche in ha

9.761,4

24.256,5

55.516,7

81.276,5

3.853,6

592,3

2.855,5

178.112,4

Prozent

5,5

13,6

31,2

45,6

2,2

0,3

1,6

100,0

NATURA 2000 und Waldwirtschaft

Waldwirtschaft in den NATURA-2000 Gebieten

Die Wälder in den NATURA-2000-Gebieten werden zum überwiegenden Anteil seit langer Zeit forstlich bewirtschaftet. Diese Bewirtschaftung hat zum Teil erst die Ausbildung der schützenswerten Lebensräume ermöglicht. Sie ist in diesen Fällen zu ihrem Erhalt auch unbedingt notwendig.

Die Zielstellung in NATURA-2000-Gebieten besteht im Erhalt bzw. in der Erreichung eines günstigen Erhaltungszustands der Lebensräume. Auf allen Waldflächen wird die Bewirtschaftung so organisiert, dass dieses Ziel sichergestellt wird. Diesem Anspruch stellt sich ThüringenForst. Unsere Mitarbeiter setzen ihn tagtäglich in ihrer Arbeit um. So stellen wir im Landeswald beispielsweise sicher, dass

  • eine angemessene Anzahl von Alt- und Habitatbäumen in den NATURA-2000-Gebieten als wichtige Strukturen naturnaher Wälder erhalten bleibt

  • bei forstlichen Maßnahmen in den Waldlebensräumen die Baumartenzusammensetzung nicht zu deren Nachteil verändert wird

  • Waldlebensräume nicht durch forstliche Tätigkeiten zerstört werden

  • im Umfeld besonders sensibler Vogelarten während der Brutzeit keine Beunruhigungen durch Forstarbeiten stattfinden

  • bei bekannten Vorkommen von Tier-  und Pflanzenarten mit europäischer Bedeutung durch eine fallweise intensive Abstimmung mit den Naturschutzbehörden Beeinträchtigungen ihrer Lebensräume vermieden werden.

Viele typische Forstarbeiten müssen als sogenannte Projekte im Sinne der FFH Richtlinie vorher auf eine mögliche erhebliche Beeinträchtigung überprüft werden. Der Freistaat Thüringen hat zur Hilfestellung für Waldbesitzer und Behörden eine Positivliste herausgegeben, die Projekte aufführt, die nicht zu einer erheblichen Beeinträchtigung führen. Diese Liste wird von ThüringenForst verbindlich umgesetzt.