ResEt-Fi - Wegbereiter Wiederbewaldung

Entwicklung multifunktionaler Wälder auf gestörten Fichtenflächen

In den zurückliegenden Jahren sind insbesondere Fichtenwälder durch Witterungsextreme und Borkenkäfer-Kalamitäten in Deutschland großflächig abgestorben. Seitdem prägen vielerorts beräumte Kahlflächen das Landschaftsbild.

Aber ist diese flächige Räumung abgestorbener Fichtenbestände ökologisch wünschenswert, ökonomisch sinnvoll und gesellschaftlich akzeptiert? Im Projekt ResEt-Fi werden verschiedene Managementkonzepte für die Entwicklung und Förderung multifunktionaler Wälder auf gestörten Fichtenflächen erprobt und untersucht.

Faktenbox

Fördermaßnahme
„Regionale Innovationsgruppen für eine klimaschützende Wald- und Holzwirtschaft (REGULUS)“

Projekttitel
ResEt-Fi - Wegbereiter Wiederbewaldung: Regionales Flächenmanagement zur Entwicklung multifunktionaler Wälder auf gestörten Fichtenflächen.

Laufzeit
01.02.2023– 31.01.2026

Für welchen Bedarf sucht das Projekt nach einer Lösung?

Das Vorhaben „ResEt-Fi“ sucht, ausgehend von den großflächigen Störungen und forstwirtschaftlichen Schäden in Fichtenbeständen der Thüringer Mittelgebirgslagen, nach praxisnahen Konzepten zur Risikoeinschätzung und Entscheidungsfindung für die Entwicklung und Förderung multifunktionaler Wälder.

Was ist die Motivation des Verbundes? 

Der bestehende Forschungsverbund ist bestrebt, über intra- und interdisziplinäre Forschungsansätze ein ganzheitliches Schadflächenmanagement zu erarbeiten, das wichtige Waldfunktionen und Ökosystemdienstleistungen berücksichtigt.

Was haben die Projektbeteiligten vor?

Ein intensives Monitoring mit entsprechenden Feldversuchen zu ausgewählten, praxisnahen Managementvarianten ermöglicht die Untersuchung und Dokumentation der Einflüsse auf Boden, Mikroklima, Flora, Fauna und Pilze. Skalenbrüche können methodisch durch boden- und oberflächengebundene Messdaten, multi-sensorale Fernerkundungsdaten und die Simulation der Wiederbewaldungsdynamik überwunden werden. Dadurch gelingt außerdem die Übertragbarkeit der Indikatoren von der Plot-Ebene auf die regionale Ebene. Unmittelbare Praxisbezüge ergeben sich durch die standortsbezogene und ökonomische Bewertung.

Welche Lösung bzw. Innovation ist angestrebt?

Die praxisnahe Einbettung des Projekts zielt auf die Ausarbeitung von Praxisempfehlungen sowie die Erarbeitung von Handlungskonzepten für den Umgang mit Fichten-Kalamitätsflächen mit entsprechendem Totholz ab.

Worin liegt der innovative Charakter des Projektes? Lassen sich die Innovationen an einem Beispiel beschreiben?

Durch die differenzierte Analyse kleinräumiger Strukturen und Veränderungen bei unterschiedlichem Flächenmanagement und die Zusammenführung verschiedener Untersuchungsansätze lassen sich Unterschiede standortsspezifisch und somit realitätsnäher abbilden. Mittels der Übertragung auf regionale Ebene können großräumige Effekte eines differenzierten Managements von Störungsflächen – z.B. nährstoff- und temperaturbedingte Veränderungen auf der Landschaftsebene – aufgezeigt werden und so zu einer nachhaltigen Entscheidungsfindung beitragen.

Mit welcher Methodik/welchen Methoden wird vorgegangen?

In drei Modellregionen wird ein geschachteltes Versuchsdesign verwendet, das unterschiedliche Arbeits- und Bewertungsskalen erlaubt. Das Versuchsdesign charakterisiert die lokalen und regionalen Ebenen der Behandlungsvarianten anhand intensiver empirischer Untersuchungen.

In welchen Arbeitsschritten wird vorgegangen?

In der Forschungs- und Entwicklungsphase fokussiert sich das Projekt auf die Zustandserfassung und Dokumentation der initialen Wirkung der Behandlungsvarianten sowie die Eignung fachspezifischer Indikatoren für das regionale ‚Upscaling‘. Der langfristige Wissenstransfer zu unterschiedlichen Interessen/Nutzergruppen und Stakeholdern, einschließlich der forstlichen Praxis sowie von Forschung und Lehre, wird über die Nutzung der Untersuchungsflächen als Lehr-, Schulungs- und Demonstrationsobjekte gewährleistet.

Wer ist alles beteiligt, wie gestaltet sich die Arbeitsteilung?

Siehe unten…

Wie wird der Nachwuchs eingebunden?

Die wissenschaftlichen Nachwuchskräfte erhalten Einblick in den Mehrwert und -aufwand interdisziplinärer Forschung zur Erschließung komplexer Problemfelder. Dazu gehört die Entscheidungsfindung bis zu einem standortangepassten und regional abgestimmten Management der Wiederbewaldung.

Wie sieht die überregionale Vernetzung aus?

Die Vernetzung mit dem Querschnittsprojekt und den anderen REGULUS-Projekten soll über gemeinsame Workshops und die themenbezogene Organisation inhaltlich abgestimmter Vortragsreihen bei Tagungen realisiert werden

Welche konkreten Ergebnisse werden erwartet?

Es wird erwartet, dass sich die Behandlungsvarianten hinsichtlich Mikroklima, Ökologie, gesellschaftlicher Akzeptanz und ökonomischer Rentabilität unterscheiden. Das ‚Upscaling‘ und die Modellierung dieser Auswirkungen zeigen regionale Optionen für das Flächenmanagement und die Wiederbewaldung auf.

Wer kann die Ergebnisse des Projektes nutzen?

Die Ergebnisse sollen nicht nur wissenschaftlich verwertet werden, sondern auch für die Praxis verfügbar sein. Zudem sollen weiterführend Anschauungsbeispiele für alle Interessengruppen aus Wissenschaft und Praxis geschaffen werden.

Wie ist der Verbund dafür regional eingebettet?

Die Verbundpartner sind über Mitteldeutschland hinweg verteilt, sodass eine erfolgreiche Verbreitung der Projektergebnisse auch auf weitere Mittelgebirgsregionen gewährleistet ist.

Projektbeteiligte

  • Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Geographie; Abteilung Kartographie, GIS und Fernerkundung
  • Goethe-Universität Frankfurt, Fachbereich Biowissenschaften, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Abteilung Naturschutzbiologie, Biologicum
  • Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Geographie, Professur Bodenkunde, Institut für Ökologie und Evolution, Professur für Ökologie
  • Technische Universität Dresden, Institut für Waldbau und Waldschutz, Professur für Waldbau, Institut für Waldwachstum und Forstliche Informatik, Professur für Forstliche Biometrie und Systemanalyse

Impressum

Herausgeber
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Stand
Februar 2023

Redaktion und Gestaltung
Projektträger Jülich, Forschungszentrum Jülich GmbH

Kontakt (des Verbundkoordinators)

Marie Brock
ThüringenForst - Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha
Referat Klimafolgen, Forschung und Versuchswesen

Jägerstraße 1, 99867 Gotha
Telefon: +49 362 1225 15
Mobil: +49 173 5697 152
E-Mail: marie.brock(at)forst.thueringen.de