Im Revier Ascherhütte des Forstamtes Jena-Holzland sollen auf rund 20 Hektar Wald etwa 1000 Festmeter Fichten und Kiefern im Rahmen einer Pflege entnommen werden. Ziel ist es, die vorhandenen Eichen, Eschen und Weißtannen zu fördern und den Bestand damit insgesamt klimastabiler zu machen. Das Problem: Die Waldfläche befindet sich vollständig innerhalb eines Wasserschutzgebietes und des Naturschutzgebietes „Sümpfe und Wälder bei Bad Klosterlausnitz“. Schon der Gebietsname lässt erkennen, dass der Einsatz von schweren Forstmaschinen hier problematisch ist. Der Waldboden ist stark vernässt und befahrungssensibel. Deshalb setzt das zuständige Forstamt Jena-Holzland auf moderne österreichische Seilkrantechnik. Der rund 700.000 Euro teure „Mounty“ ist nicht nur für die Holzernte im Gebirge geeignet, sondern auch als Horizontalseilkran einsetzbar.
„Stationiert im ThüringenForst-eigenen Maschinenstützpunkt Hohenebra ist damit eine Holzernte „in der Luft“ möglich“, erläutert Corinna Geißler, ThüringenForst-Vorstand anlässlich einer Technikvorstellung. Die Seiltrassen sind bis zu 600 Meter lang. Das Tragseil ist, ähnlich einem Skilift, an Anker- und Sattelbäumen befestigt, damit das am Laufwagen befestigte Stammholz frei schwebend transportiert werden kann. Das Seilkranteam besteht aus drei Personen: Ein Seilkranführer, ein Bediener des Laufwagens und ein Baumfäller. Wie im Gebirgseinsatz muss dieses Team auch beim Seilkraneinsatz in der Ebene sehr gut geschult sein, um die Einzelprozesse routiniert ineinandergreifen zu lassen. Trotz höherer Kosten im Vergleich zu einem bodengebundenen Maschineneinsatz ist das Verfahren wirtschaftlich und deutlich schonender für den Boden und den verbleibenden Waldbestand.

