Im Herbst beginnt in den Laubholzgebieten des Forstamtes Erfurt-Willrode die Holzernte.
Der Klimawandel mit deutlich trockeneren und heißeren Sommern sowie fehlendem Niederschlag in der Vegetationsperiode hat nicht nur bei der Fichte negative Auswirkungen. Zeitlich verzögert treten nun immer stärker Schäden auch im Laubholz auf. Allen voran Buche und Esche sind davon betroffen, aber auch die Eichenbestände leiden mittlerweile sichtbar.
In den ersten Septemberwochen startete nun im Schwanseer Forst nördlich von Erfurt der Einschlag im Laubholz. Die Beweggründe für die Holzfällungen liegen maßgeblich im immer stärker erkennbaren Absterben der Eschen. Neben der Funktionssicherung der auch durch Waldbesucher stark frequentierten Hauptwege muss das Holz auch aus Forstschutzgründen saniert werden.
Unter Beachtung der naturschutzfachlichen Vorgaben nach Natura2000 sowie des teilweise betroffenen Naturschutzgebiet Schwansee wurde auf rund 50 Hektar Waldfläche eine Einschlagsmenge von ca. 1500 Festmeter Holz realisiert. Damit ist die Entnahmestärke auf der Fläche trotz der notwendigen Sanierungstätigkeit sehr moderat.
Förderung der Baumartenvielfalt
Nebeneffekt der Holzernte ist die Förderung der Baumartenvielfalt durch die gezielte Pflege und den Schutz von stärker klimaresistenten Baumarten, hier v.a. Eiche und Linde. Zudem ist ein Ziel den Sporendruck des "Falschen weißen Stengelbecherchens", einem aggressiven pilzlichen Schaderreger, in den Waldflächen zu verringern und mögliche resistente Baumindividuen zu fördern.
„In den bearbeiteten Waldflächen mussten wir leider bereits eine massive Instabilität vieler Eschen durch Stammfußnekrosen feststellen“, sagt Revierförster Alexander Albrecht. „Diese Baumschäden erschweren die Holzernte erheblich und machen die Waldarbeit sehr gefährlich. Daher mussten wir zur Umsetzung der Sanierung auch Großtechnik einsetzen, nicht zuletzt um die Gesundheit der Waldarbeiter weniger zu gefährden.“ Dies ist den benutzten Rückegassen natürlich anzusehen.
Der Erhalt der Baumart Esche ist aufgrund der großflächigen Betroffenheit mittlerweile ein nationales Projekt, dass in allen Bundesländern mit Sorgfalt verfolgt und als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird. Bei der Sanierung der Bestände gilt für das Forstamt Erfurt-Willrode generell eine Priorisierung der stofflichen Verwendung des Eschenholzes bspw. als Schnittholz für Fußböden vor der energetischen Verwendung als Brennholz. Dafür ist aber ein schnelles Agieren und die frühzeitige Nutzung nach der Befallserkennung wichtig.
