Neues Bettenhaus in Gehren eingeweiht

Neues Bettenhaus in Gehren eingeweiht

Mordern gestaltetes Holzgebäude mit großen Stämmen als Eingagnsbereich
Rund drei Millionen Euro investierte die ThüringenForst-AöR in ein Bettenhaus zur Erweiterung seiner Aus- und Fortbildungskapazitäten am Forstlichen Bildungszentrum in Gehren
©Dr. Horst Sproßmann

Forstminister Tilo Kummer übergibt heute das neue Bettenhaus am Forstlichen Bildungszentrum in Gehren seiner Bestimmung. Der innovative Holzbau verbindet nachhaltige und klimafreundliche Ressourcennutzung mit traditionellem Holzhandwerk

Forstminister Tilo Kummer weiht am Forstlichen Bildungszentrum in Gehren in Anwesenheit der ThüringenForst-Vorstände Corinna Geißler und Jörn Ripken sowie zahlreicher Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft das neue Bettenhaus ein. Rund drei Millionen Euro hatte ThüringenForst an diesem Standort für den 28 x 10 Meter großen dreistöckigen Holzneubau investiert. Er bietet 20 Einzelzimmer und ein Ausbilderbüro mit mehreren Arbeitsplätzen. Mit diesen zusätzlichen Übernachtungskapazitäten kann die Leistungsfähigkeit der Aus- und Fortbildung im Forstbereich deutlich erhöht werden.

Dazu erklärt Forstminister Tilo Kummer: „ThüringenForst unterstreicht damit seine Rolle als einer der großen Anbieter „Grüner Berufe“. Wir brauchen guten Nachwuchs und ThüringenForst bietet Berufe mit sehr guter Perspektive. Wir haben rund 550 000 Hektar Wald in Thüringen, davon rund 200 000 Hektar Landeswald. Wer bei ThüringenForst in die Ausbildung geht, lernt, diese Wälder zu schützen und so zu bewirtschaften, dass sie den Klimaveränderungen trotzen können. Ich bin sicher, dass die neuen Auszubildenden hier viel Leidenschaft und Engagement mitbringen.“

Innovativer Holzbau in alter Holzbaumeistertradition

Dass das Neubauprojekt der Landesforstanstalt auf klimafreundliches Holz als Roh-, Bau- und Werkstoff basiert, mag dabei nicht überraschen. Zumal ThüringenForst hier einen bestehenden Trend befeuert: „Rund 27 % aller Neubaugenehmigungen im Wohnbereich in Thüringen werden inzwischen in Holzbauweise errichtet, deutlich über dem Bundesdurchschnitt von etwa 21 %“, erläutert ThüringenForst-Vorstand Corinna Geißler. ThüringenForst hat sich und dem beauftragten Architekturbüro aus Weimar aber noch mehr abgefordert.

Das gesamte Holz für das Bauwerk wurde in jahrhundertealter Holzbaumeistertradition als sog. Mondholz geschlagen. Im Winter bei abnehmendem Mond geerntetes Holz soll widerstandsfähiger gegen Insektenbefall sein und eine bessere Statik besitzen. Verbaut wurde rund 300 Kubikmeter Fichtenkonstruktionsholz, im Außenbereich 400 Quadratmeter Lärchen-Brettschalungsholz sowie 19 Lärchen-Rundholzstützen auf der Eingangsseite.

Das Holz wurde in regionalen Wäldern nachhaltig geerntet, in einem regionalen Sägewerk geschnitten und getrocknet. Regionale Handwerksunternehmen haben den Bau errichtet und den Innenausbau durchgeführt. Damit zeigt das Bettenhaus in Gehren in vorbildlicher Weise, wie Wertschöpfungsketten zum Vorteil der heimischen Wirtschaft wie auch des Klimaschutzes gestaltet werden können.

Holzbau ist Klimaschutz

Holz nimmt während des Wachstums CO2 aus der Atmosphäre auf und speichert dieses als Kohlenstoff. Erst die natürliche Verrottung oder die Verbrennung lässt den Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre entweichen. Bei einer Lebensdauer eines Bauwerks von 100 und mehr Jahren bedeutet dies langfristig praktizierter Klimaschutz. Aber nicht nur der „Holzspeicher“ bindet klimaschädlichen Kohlenstoff.

Denn wo mit Holz gebaut wird, braucht es umgekehrt keine mit fossiler Energie produzierten Baustoffe wie Beton, Stahl oder Kunststoff, die sämtlich klimaschädlich sind. Holzbauten ersparen der Atmosphäre zusätzlich diese Belastung und erreichen damit einen erfreulich geringen CO2-Fußabdruck. In gewisser Weise wird durch Holzbauten damit ein zweiter Wald in Gemeinden und Städte geschaffen.

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ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann