Holzeinschlag

Ein Waldarbeiter sichert einen Bereich im Wald mit Absperrband.©ThüringenForst

Am Stausee Hohenfelden –
Bodenfrost ermöglicht Waldpflege auf sensiblen Böden

Im Revier Kranichfeld laufen aktuell Baumfällarbeiten im Bereich des Stausees Hohenfelden. Das Forstamt Erfurt-Willrode nutzt den nun schon mehrere Wochen anhaltenden und dadurch tiefgehenden Bodenfrost, um nun endlich auch sensible und vor allem durch stauende Nässe beeinflusste Waldbestände zu bearbeiten. Dies wäre unter anderen Witterungsverhältnissen kaum möglich. Einzige Alternative wären trockene Sommermonate. Aus Rücksicht auf den Besucherverkehr in der touristisch sehr beliebten und im Sommer hoch frequentierten Stauseeregion wäre dies für das Forstamt und Revierleiter Nicklas Singer keine gute Lösung.

„Die Waldpflege in den vielen verschiedenen Baumarten wie Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie, Buche und anderen Laubhölzern unterschiedlichster Dimensionen ist dringend notwendig. Wir wollen vorwiegend die vielfältige Mischung in der Verjüngung im Unterstand und die reiche Strukturiertheit fördern und erhalten. Der Bodenfrost kommt uns hier sehr entgegen, da wir weder die Stauseebesucher im Sommer beeinträchtigen, noch die sensiblen Böden gefährden“, sagt der junge Förster zu der laufenden Holzernte.

Die Nutzung des idealen Zeitfensters ist diesmal durch eine Umsteuerung der ThüringenForst-eigenen Holzerntetechnik möglich geworden. Die eigentlich im benachbarten Revier Blankenhain des Forstamts Bad Berka eingesetzten Maschinen konnten kurzfristig und ohne die ansonsten üblichen langen Vorlaufzeiten umgesetzt werden. Die Arbeiten sollen einen klimaangepassten, mehrschichtigen und baumartenreichen Mischwald schaffen bzw. weiter fördern. Daneben müssen aber im Rahmen der Funktionssicherung auch gezielt Gefahrenbäume entfernt werden, die zukünftig insbesondere die Funktion der Wegeinfrastruktur als Rettungs- und Erholungswege beeinträchtigen können. Das anfallende Rundholz findet dabei erfreulicherweise aktuell einen sehr guten Absatz bei heimischen Holzverarbeitern, auch in der näheren Umgebung.

Die Maßnahmen dauern am Stausee nur wenige Tage an. Von Ende Februar bis Ende März wird es dann planmäßig noch in der näheren Umgebung weitere Pflegemaßnahmen geben. Einerseits wird nochmals die Holzernte im vorgenannten Sinne fortgeführt, zum anderen aber auch Pflegemaßnahmen in Verjüngungsflächen umgesetzt. Diese aus den Kalamitäten der letzten Jahre entstandenen Jungwüchse und Dickungen müssen dringend gepflegt werden, um die reichhaltig angekommenen Mischbaumarten zu erhalten. Hier wird dann gezielt gegen die Fichte gearbeitet, damit diese nicht wieder als Reinbestand aufwachsen kann.

Aufgrund der Arbeiten wird es zeitweise zu Sperrungen von Waldwegen im Gebiet kommen. Diese sind mit den Gewerbetreibenden der Stauseeregion abgestimmt und sollen auch immer nur kurzzeitig bestehen bleiben. Hierfür bittet das Forstamt um Verständnis.

Kontakt

Forstamt Erfurt-Willrode

Sascha Schlehahn