Laub- und Nadelholzsubmission 2026

Laub- und Nadelholzsubmission 2026

Die Forstamtsleiter knien im Schnee vor Ihren "Bräuten"
Uli Klüßendorf (li.) und Jan Klüßendorf (re.) vor der Braut aus dem Forstamt Bad Berka (Kommunalwald).
©Jan Böhm
Präsentation der Submissionsergebnisse mit einem Beamer
Die Holzvermarktungsexperten der ThüringenForst-AöR stellen den beteiligten Forstamtsleitern die Submissionsergebnisse vor.
©Horst Sproßmann
Querschnitt des Schwarznuss Stamms im Schnee liegend
Auch Exoten wurden zur Submission verkauft: Amerikanische Schwarznuss mit über drei Kubikmeter Inhalt.
©Horst Sproßmann

Waldbesitzende, Wirtschaft und Klimaschutz profitieren von Wertholzversteigerung Auf der heutigen ThüringenForst-Submission werden 1355 Kubikmeter wertvolles Laub- und Nadelholz angeboten. Erlöse helfen Waldbesitzenden bei Wiederbewaldung und Waldumbau

Auf der 35. Wertholzsubmission der ThüringenForst-AöR wurden heute bei Erfurt rund 1355 Kubikmeter (Vorjahr: 1373 Kubikmeter) Edelhölzer versteigert. Davon 1125 Kubikmeter Laubholz und 230 Kubikmeter Nadelholz. 31 deutsche wie auch europäische Holzkäufer haben in den letzten vier Wochen 18 verschiedene Baumarten, die sich auf 900 Einzelstämme verteilen, beboten. Der Angebotsschwerpunkt der 17 beteiligten Forstbetriebe aus dem Landes-, Privat- und Kommunalwald bildete das Eichenholz mit allein 672 Festmeter (Vorjahr: 791). Daneben wurden 370 Festmeter Eschenholz (Vorjahr: 287) sowie 166 Festmeter Lärchenholz (Vorjahr: 116) präsentiert. Die mit einem Stamm geringste Angebotsmenge liegt mit 0,39 Festmeter bei der seltenen Baumart Mehlbeere.

Gute Erlössituation: Eiche stark nachgefragt, Esche hart umkämpft

Den höchsten Erlös der Submission erzielten zwei jeweils etwa ein Kubikmeter starke Eichenstämme aus den Forstämtern Bad Berka bzw. Sondershausen. Dieser gingen für jeweils exakt 3023 € pro Kubikmeter an ein niederländisches Furnierwerk. Insgesamt erreichte die Eiche einen Durchschnittserlös von 750 € pro Kubikmeter und lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau (582 €/Kubikmeter). Die Esche konnte mit 258 € pro Kubikmeter ihr Vorjahresergebnis nicht mehr ganz erreichen. Die Lärche tendierte mit 352 € pro Kubikmeter gegenüber 2025 leicht nach oben. Der Nettoerlös des veräußerten Wertholzes (fast 100 % des Angebots fand einen Käufer) beträgt vorläufig 691.500 € (2025: 614.000 €).

Nur rund 0,1 % des Gesamteinschlags erfüllt den sehr hohen Qualitätsanspruch

Lediglich 0,1 % des durchschnittlichen Gesamteinschlages der Landesforstanstalt gelangen, ob der hohen Qualitätsansprüche, zur Wertholzversteigerung. Gleichwohl sind die Erlöse in der Regel überdurchschnittlich hoch im Vergleich zum Standardverkaufsverfahren im Wald, wo oft nur wenige Käufer bieten. Die Erträge benötigen die Waldbesitzenden dringender denn je, um die anstehende Wiederbewaldung und den Waldumbau in den nächsten Jahren zu finanzieren. Aber auch der Klimaschutz spielt bei Submissionen eine wichtige Rolle. „Gerade die Verwendung von Submissionsholz als langlebiges Holzprodukt dient der klimaschützenden Kohlenstoffspeicherung. Etwa in edlen Holzmöbeln für bis zu 50 Jahre, in Holzfässern oder in Holzparkett bis zu 100 Jahre“, so Corinna Geißler, Vorständin der für die Submission gesamtverantwortlichen ThüringenForst-AöR.

Submissionsholz stärkt den Klimaschutz

Die häufigste technische Verwendung für diese edlen Hölzer stellt das Furnier dar: Ein wenige Millimeter dünnes „Holzblatt“, dass aus einem Wertholzstamm gesägt, gemessert oder geschält wird. Entsprechend exklusiv ist der Einsatz in der Möbel- und Parkettherstellung oder im Automobil- oder Schiffsbau. Mag in diesem Segment die Verwendung hochwertiger Hölzer bei der Furnierherstellung noch offensichtlich sein, überrascht manch andere Verwendung: Holzfasshersteller etwa benötigen fehlerfreies Eichenholz zur Herstellung edler Wein- und Whiskybehältnisse. Das Erkennen eines besonders hochwertigen Einzelstammes setzt beim Käufer viel Erfahrung voraus. Aus der Wuchsform, dem Jahrringverlauf an den Schnittflächen oder der Rindenstruktur „liest“ der Holzexperte die Qualität ab.

Die Landesforstanstalt ist mit den Submissionsergebnissen insgesamt zufrieden. Es zeigt sich erneut, dass von kundiger Hand erzogene Holzqualitäten am Markt honoriert werden.

Ergänzende Infos

Forstminister Kummer musste die Teilnahme kurzfristig wegen Krankheit absagen.

Eine Besonderheit zur diesjährigen Submission: Es gibt nicht nur eine Braut, sondern zwei Bräute! (Bei der Submission wird eine Braut gekürt – es ist der Stamm mit dem höchsten Festmeterpreis). Tatsächlich wurden durch einen niederländischen Furnierhersteller zwei Eichen mit exakt 3023 € beboten, die den Zuschlag erhielten. Die Besonderheit: Die eine Eiche kam aus dem Forstamt Bad Berka, die andere Eiche aus dem Nachbarforstamt Sondershausen. Die Leiter der Forstämter sind Brüder: Jan Klüßendorf und Uli Klüßendorf.