ThüringenForst-Vorstandsduo: Corinna Geißler startet als neuer Vorstand an der Seite von Jörn Ripken. Kontinuität und neue Impulse für nachhaltige Entwicklung – besser kann der Anspruch der neuen Führungsspitze der Landesforstanstalt nicht umschrieben werden
Die ThüringenForst-AöR startet mit einem neuen Führungsduo in das Jahr 2026: Mit der Diplom-Forstwirtin Corinna Geißler nimmt zum ersten Mal eine Frau die Vorstandsfunktion in einer Landesforstanstalt oder eines Landesforstbetriebes in Deutschland ein. Zuvor innerhalb der Thüringer Landesverwaltung, in verschiedenen Funktionen eingesetzt, leitete sie seit 2015 das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum (FFK) in Gotha, dass die praxisorientiere Forschung für einen klimaresilienten und zukunftsfähigen Wald in Thüringen vorantreibt.
Mit der Pensionierung des langjährigen ThüringenForst-Vorstands Volker Gebhardt zum Ende dieses Jahres wurde dessen Funktion vakant. Im Frühjahr 2025 bestätigte der Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Forstminister Tilo Kummer nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens dann Geißler zur Nachfolgerin von Gebhardt.
Eine Führung, die Kontinuität und Innovation vereint
Die neue Doppelspitze wird die strategischen Ziele des Unternehmens gemeinsam vorantreiben. Dabei sind die Herausforderungen gewaltig. Es gilt die Landesforstanstalt mit rund 1300 Beschäftigten durch das von Klimawandel und Borkenkäferkatastrophe geprägte Umfeld zu manövrieren. Dabei bilden die gesellschaftlichen Anforderungen an alle Waldbesitzformen eine große Herausforderung.
Mit Ripken, der maßgeblich für die Finanzen des Unternehmens verantwortlich ist, wird zweifelsohne Kontinuität gesichert. Gleichwohl sind in den nächsten Jahren neue, ertragsstarke Geschäftsfelder zu finden, da die Landesforstanstalt bisher weit über 90 % Ihres Umsatzes durch den Holzverkauf generierte. Die wirtschaftliche Diversifizierung steht deshalb ganz oben auf der strategischen Agenda des neuen Führungsduos.
Dank an den langjährigen Vorstand Volker Gebhardt
Volker Gebhardt, seit Gründung der Landesforstanstalt 2012 als ThüringenForst-Vorstand tätig, hat das Unternehmen maßgeblich geprägt. Mit ausgeprägtem Gespür für Technik, Mensch und Prozesse sowie viel Verständnis für das politisch Machbare, übergibt Gebhardt ein „gut bestelltes Haus“.
Mit der Neubesetzung des Vorstands ergeben sich geringfügige organisatorische Änderungen
Corinna Geißler übernimmt zum 1. Januar 2026 die vorher bereits Volker Gebhardt zugeordneten Stabsstellen und Forstämter. Neu aufgeteilt ist die Zuständigkeit auf Fachbereichsebene: der Forstbetrieb sowie das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha liegen in der Zuständigkeit von Corinna Geißler, Finanzen und der Bereich Hoheit, Wald, Umwelt in der von Jörn Ripken. Der Servicebereich, verantwortlich für Personal, Recht und inneren Dienst wird künftig gleichermaßen durch beide Vorstände geführt.
Bei einem in Folge der Borkenkäferkatastrophe in den nächsten Jahren reduzierten Holzeinschlag, gilt es kostenseitige Rahmenbedingungen zu setzen, die die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens sichern. Und dies vor dem Hintergrund erheblicher Investitionen in Wiederbewaldung und Waldumbau und Pflege, um die heimischen Wälder klimaresilienter zu machen. Die Unterstützung des Privat- und Körperschaftswaldes zur Bewältigung der Folgen von Schäden aus Dürre, Sturm und Borkenkäferbefall bleibt zentrale Aufgabe der Landesforstanstalt.
Ähnlich wie im Staatswald verlagert sich nach Abschwächung der Käferkalamität der Fokus in der Beratung und Betreuung wieder auf Wiederbewaldung, Waldumbau und Waldpflege. Besonderer Schwerpunkt in der Beratung und Betreuung bleibt die forstliche Förderung. Am Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha werden im Rahmen der Forschung u.a. in den Bereichen forstliches Versuchswesen sowie im Waldschutzmonitoring weiterhin wichtige Erkenntnisse für den Gesamtwald gewonnen und zur Verfügung gestellt. Zudem werden wichtige Datengrundlagen erhoben und bewertet.
Die ThüringenForst-AöR wurde 2011 aus der damaligen Thüringer Landesforstverwaltung ausgegliedert und auf Grundlage eines „Errichtungsgesetzes“ in eine eigenständige Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) überführt. Diese nahm zum 1.Januar 2012 ihre Arbeit auf. In der Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts bestehen mehr ökonomische Handlungsspielräume. Sie bewirtschaftet rund 200.000 Hektar Landeswald, nimmt die Forsthoheit im Gesamtwald wahr und ist dienstleistend für den Privat- und Körperschaftswald tätig.

