Windräder im Wald

Thüringen verfolgt große Ziele in Sachen Windenergie

Speziell in Thüringen hat sich die derzeitige Landesregierung auf die politische Fahne geschrieben, an der Energiewende zu partizipieren. Das große Ziel ist, bis zum Jahr 2040 sämtlichen Energieverbrauch im Freistaat bilanziell zu 100 % aus Erneuerbaren zu decken.

Ein sportliches Ziel! In Thüringen sind wir in der glücklichen Situation, dass wir zumindest was die Energieerzeugung betrifft, schon relativ „grün“ sind. Wir haben weder Atomkraftwerke noch große Kohlekraftwerke, importieren allerdings den Großteil der Energie. Trotzdem sind wir von dem Ziel 2040 noch weit entfernt.

Derzeit werden lediglich ca. 15 % aus Erneuerbaren abgedeckt. Zur Erreichung dieses Ziels sollen künftig 1 % der Landesfläche für die Windenergienutzung bereitgestellt werden. Jetzt wird sich so mancher denken: „Stopp mal, egal wo man hinfährt, überall sind doch schon aus weiter Entfernung Windräder zu sehen!“. Das ist richtig. Viele dieser Anlagen sind bereits mehrere Jahre in Betrieb. Als durchschnittliche Laufzeit einer solchen Anlage werden 20 – 25 Jahre angenommen. Je nach Standort und Betreiber wird in diesem Zeitraum ein sogenanntes Repowering durchgeführt. Kurz gesagt, Ersatz! In den meisten Fällen bedeutet das einen höheren Turm und der Generator plus Rotorblätter werden gegen leistungsfähigere Anlagen ausgetauscht.

Klimawandel und Waldumbau

Der gemeinsame Nenner bei Windenergie und Waldumbau: Engagement gegen den Klimawandel!

Die bereits jetzt spürbaren Folgen des Klimawandels sind auch bei ThüringenForst zu verzeichnen. Trockenstress unserer Hauptbaumarten in Verbindung mit Kalamitäten oder fehlende Frostperioden in den Haupteinschlagszeiträumen erschweren unser betriebliches Handeln. Bei einer prognostizierten Temperaturerhöhung von nur 2°C sind zumindest nach heutiger Kenntnis bei weitem noch nicht alle Folgen für uns als Forstbetrieb absehbar. Momentan kann nur auf Prognosen aufgebaut werden, wissen tut es jedoch keiner genau. Somit ist es auch zum Eigeninteresse von ThüringenForst geworden, dem Klimawandel aktiv entgegenzuwirken.

Neben dem, dass viele Bestrebungen in Richtung Waldumbau laufen, sollen in den nächsten Jahren auch geeignete Flächen zur Windenergienutzung bereitgestellt werden. Nur wenn ThüringenForst als größter Waldeigentümer des Landes ebenfalls an den Landeszielen bzgl. Energiewende partizipiert, kann der Windenergie substanziell Raum gegeben werden. Nebenbei bietet sich für den Betrieb noch die Möglichkeit, einem monetären Interesse nachzugehen und zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften, die die der klassischen Forstwirtschaft erheblich übersteigen.

Der Klimawandel betrifft alle. Auch Sie!

Neuste global geführte Diskussionen zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zeigen, dass sich das weltweite Klima wandelt. Manche behaupten zwar, es sei nicht schlimm, denn das Klima unserer Erde unterlag von Anfang an einem steten Wandel.

Das ist sicherlich richtig, nur wie immer schafft es die Menschheit, diesen Prozess enorm zu beschleunigen. Und wer wenn nicht wir, die täglich mit wachsenden Wäldern zu tun haben, weiß, wie langsam Anpassungsprozesse in der Natur vonstattengehen. Es wird Zeit, mal an ein paar Rädern zu drehen. 

Energiebedarf vs. schwindende Energie-Ressourcen

Energiehungrige Industrieländer

Die energiehungrigen Industriestaaten fürchten den großen Verlust an Technologievorsprung und Luxus. Viele Schwellenstaaten stehen auf der Schwelle, an dem „Luxus“ der hochentwickelten Industrienationen teilhaben zu dürfen, was die Frage nach dem Verteilungsproblem der sich verknappenden fossilen Ressourcen nicht unbedingt vereinfacht. Um die Ressourcen wird nicht nur hart verhandelt, es werden sogar Kriege geführt.

Doch das Wachstum dieser Staaten ist nicht zu bremsen und so liegt es nahe, dass dort vor allem der Ausbau von Kohle-, Öl-, Gas- und Atomkraftwerken weiter vorangerieben wird. Damit wird sich die globale Situation um schnell schwindende Ressourcen und steigende Belastungen von Klima und Umwelt dramatisch verschärfen. Um die globalen Klimaziele zu erreichen (Erhöhung der Erdtemperatur um max. 2 Grad bezogen auf den vorindustriellen Zustand), müssten theoretisch ab heute alle fossilen Energieträger im Boden verbleiben. Da das unrealistisch ist, müssen die Anstrengungen zum Umstieg auf Erneuerbare und zur Weiterentwicklung der Technologien verstärkt, globalisiert und priorisiert werden.