Windräder im Wald

Windenergieflächen: Ein neues Ertragsfeld für die Forstwirtschaft?

Bezogen auf die Rodungsfläche können die Hektarerträge bis zum Tausendfachen der Erträge aus der klassischen forstlichen Bewirtschaftung betragen. Wer jetzt denkt, das wird das neue Ertragsfeld unseres Betriebes, der liegt falsch.

Zum einen eignen sich nicht alle Flächen und zum zweiten braucht jedes Windrad einen gewissen Standraum, damit sich mehrere Windräder eines Windparks nicht gegenseitig behindern und wortwörtlich „den Wind aus den Segeln“ nehmen. Je nach Gelände können das schon mal gut 15 ha sein. Die tatsächliche Rodungsfläche ist jedoch viel kleiner.

Im Schnitt geht man hier von einem halben Hektar aus, also einer größeren Wildwiese. Soweit die vorhandenen LKW-Wege zur Erschließung des Windparks genutzt werden können, hält sich der Wege- und Trassenneubau in Grenzen. Alle Rodungsflächen müssen in mindestens gleichem Maße kompensiert werden. Unter dem Strich heißt das, dass noch Waldfläche hinzukommt.

Waldkompensationsdienstleistungen: Ersatzflächen für den gerodeten Wald

Falls nicht genügend Flächen zur Verfügung stehen, um die A&E-Maßnahmen umzusetzen, kann auf weitere Kompensationsmaßnahmen im Wald zurückgegriffen werden. Vorrang hat jedoch immer die Aufforstung von Flächen. Die durchschnittliche Laufzeit einer solchen Anlage ist mit 20 bis 25 Jahren angegeben. Danach kommt es wie bereits beschrieben zu dem sogenannten Repowering oder aber zum kompletten Rückbau.

Rückbau und Recycling von Windrädern

Rückbau heißt hier, dass die komplette Anlage zurückgebaut und recycelt wird. Selbst das Fundament wird entfernt und die Fläche anschließend wiederbestockt. Im Ergebnis ein Zugewinn in vielerlei Hinsicht:

  • Waldflächenzuwachs bzw. Waldumbau

  • Zusätzliche Einnahmequelle für den Betrieb aus Verpachtung und Dienstleistungen

  • Aktives Handeln gegen den Klimawandel

  • Keine Umweltbelastung nach Rückbau (bereits während des Betriebs entstehen keine Umweltbelastungen, abgesehen von Schall-Immissionen innerhalb gesetzlicher Normen)

Das Fazit der Thüringer Förster:

Unsere größte Herausforderung liegt jetzt darin, mit den aufgezeigten Möglichkeiten verantwortungsvoll umzugehen und sie sinnvoll einzusetzen. Wir sollten den nächsten Schritt tun und an den Rädern drehen.