Windräder im Wald

Thüringen: in vier Planungsgemeinschaften unterteilt

Nicht nur in Europa oder Deutschland tut man sich schwer, politische Ziele sinnvoll umzusetzen, Thüringen ist hier keine Ausnahme. Thüringen ist in vier sogenannte Regionalplanungsgemeinschaften (Mittelthüringen MIT, Ostthüringen OST, Südwestthüringen SWT, Nordthüringen NOT) unterteilt.

Jede Planungsgemeinschaft ist aus den Landkreisen, größeren Gebietskörperschaften und kreisfreien Städten zusammengeschlossen. Ziel ist es, einen Regionalplan zu entwickeln, bei dem unter weitest gehendem Interessenausgleich den verschiedenen Landnutzungsformen mögliche Vorranggebiete zugeordnet werden.

Geplante "Windwälder" statt Wildwuchs allerorts

Bei der Windenergie will man den sogenannten „Wildwuchs“ eindämmen, d.h. dass nicht an jedem Ort Windkraftanlagen errichtet werden können. Die letztendlich ausgewiesenen Gebiete haben mehrere Prüfungsinstanzen durchlaufen und Kriterien wie z. B. Abstand zu Siedlungen, Mindestwindgeschwindigkeiten in einer gewissen Nabenhöhe, bereits vorhandene Infrastruktur inklusive Netzanbindungsmöglichkeiten und naturfachliche und landschaftsplanerische Ansprüche erfüllt. Wie man sich vorstellen kann, bleibt da nicht viel übrig, selbst in einem mäßig dicht besiedelten Bundesland wie Thüringen.

Viel Wind macht noch keinen geeigneten Standort aus

Wälder erfüllen häufig eine Vielzahl der genannten Kriterien. Beispielsweise sind sie auf Kuppen abseits von bewohnten Bebauungen gelegen und haben häufig eine hohe Windhöffigkeit (die Windhöffigkeit beschreibt das Ertragspotenzial eines bestimmten Gebietes). Natürlich lassen sich aber auch Gegenargumente finden und da scheint der Kreativität manchmal keine Grenzen gesetzt zu sein. Zu Recht wird der Wald von vielen Menschen als Erholungs- und Rückzugsort gesehen, in dem eine hohe Biodiversität und intakte Ökosysteme zu finden sind. Doch die geringe Anzahl an geplanten WKA-Standorten im Wald hat einen wenig spürbaren Einfluss auf unsere Wälder.

Ein langer Weg: Von der Planung bis zur Baugenehmigung

Zunächst werden geeignete Standorte nach den beschriebenen Kriterien ermittelt, jedoch ist der Weg, bis sich hier Windkrafträder drehen und sauberen Strom erzeugen, noch ein langer Weg.

ThüringenForst plant zukünftig, über ein Auswahlverfahren nach Veröffentlichung der zweiten Entwürfe der Regionalpläne geeignete Partner (Projektierer) zu finden. Diese Partner wollen dann die Windparks errichten und betreiben. Auf Flächen anderer Eigentümer werden die Genehmigungen dagegen teilweise schon auf Grundlage des ersten Entwurfs beantragt.

Ab diesem Zeitpunkt werden für ein Jahr lang Untersuchungen (avifaunistische Studie, Windpotenzial) durchgeführt, um die tatsächliche Eignung der Standorte festzustellen. Sind alle Voruntersuchungen und Planungen abgeschlossen und weitere Kriterien erfüllt, wie z. B. alle Verträge geschlossen, Rückbaubürgschaft hinterlegt, kann der Antrag auf Baugenehmigung nach Bundesimmissionsschutz (kurz: BImSchG) eingereicht werden.