Wiederbewaldung der Schadflächen ist auf gutem Weg

Forstamtsleiter Lars Wollschläger (li.) erläutert Forstministerin Birgit Keller (re.) und ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt mögliche naturgemäße Wiederbewaldungsstrategien (Foto: Dr. Horst Sproßmann)
Forstamtsleiter Lars Wollschläger (li.) erläutert Forstministerin Birgit Keller an einer aktuellen Schadfläche mögliche naturgemäße Wiederbewaldungsstrategien (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Forstministerin Birgit Keller sieht Waldbesitzer und Förster strategisch gut gewappnet. Reicher Erfahrungsschatz seit „Kyrill“

Forstministerin Birgit Keller sieht Thüringens Waldbesitzer und Förster für die Wiederbewaldung der Schadflächen strategisch gut gewappnet. Tausende Hektar Schadflächen sind im Freistaat aktuell zu beklagen, hervorgerufen durch die Trocken- und Sturmjahre 2018/19 und der Ausbreitung von Sekundärschädlingen als deren Folge. Viele Forstleute erinnern die jetzigen Schäden an das Jahr 2007, in dem Orkan Kyrill rund 3,5 Mio. Festmeter Schadholz in den Wäldern des Freistaats verursachte. „Auf die damaligen Erfahrungen bei der Wiederbewaldung soll in den nächsten Jahren verstärkt gebaut werden“, so die Ministerin. Dies bedeutet, unter Berücksichtigung vielfältiger Pflanzungsstrategien für konkrete örtliche Schadflächen das bestgeeignete Verfahren bei gleichzeitig geringem Ressourcenverbrauch anzuwenden. Gleichzeitig betonte die Ministerin die Wichtigkeit des generellen Waldumbaus hin zu klimastabilen Mischwäldern.

Positive Erfahrungen aus der Wiederbewaldung nach „Kyrill“
Die guten Erfahrungen, die bei der Wiederbewaldung nach Orkan „Kyrill“ gemacht wurden, zeigen, wie wichtig die konkrete waldbauliche Analyse an der Schadfläche ist. „Die daraus abgeleiteten Maßnahmen umfassen im einfachsten Fall die Überlassung der Schadflächen den Naturkräften bis hin zur aufwendig geschützten Mischwaldkultur“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Aber auch Vorwaldstrukturen, Ergänzungspflanzungen oder Trupppflanzungen sind erfolgreich angewandte Wiederbewaldungsstrategien. Ebenso können Saatverfahren, etwa bei Birke oder Weißtanne, statt Aufforstungsmaßnahmen zur Anwendung kommen. Um die Entwicklung von klimastabilen Mischwäldern auch in den ersten Wachstumsjahrzehnten abzusichern, sind in der Dickungs- und Jungbestandsphase umfassende Pflegeeingriffe notwendig. Diese sind vorwiegend händisch durchzuführen, was personal- und damit kostenintensiv für die Waldbesitzer ist.

Wiederbewaldung und Waldumbau erfordern eine zeitgemäße Jagd
Die zarten Jungbäume, die in den nächsten Jahren an vielen Orten das Waldbild in Thüringen prägen, sind bevorzugte Leckerbissen insbesondere für das Rehwild. Der Verbiss dieser Jungbäume führt zu Zuwachsverlusten, Verkrüppelung und schließlich zum Absterben. Kulturen mit höheren Ausfallprozenten müssen sodann teuer nachgepflanzt werden. Mit Zäunen sind die großflächigen Kulturen nicht allein zu schützen, zumal diese sehr teuer sind. Rot- und Damwild schält junge- bis mittelalte Bäume mit der Folge, dass Pilze eindringen und dies zu Fäulnis führt. Beide Schadphänomene machen eine Absenkung regional überhöhter Rot-, Reh- und Damwildbestände auf ein ökosystemverträgliches Maß dringend erforderlich. Wiederaufforstung und Waldumbau verursachen enorme finanzielle Belastungen für die Forstbetriebe und Waldbesitzer. Ein zeitgemäßes, ökologisch ausgerichtetes Jagdmanagement sichert diese Zukunftsinvestitionen in besonderem Maße.

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Dr. Horst Sproßmann