Wie gefährlich sind Waldtiere?

Der Luchs ist äußerst heimlich, lebt in großen Jagdrevieren und meidet den Menschen - er gehört zu den elegantesten Waldbewohnern überhaupt. Die wenigsten Waldbesucher werden ihn jemals in freier Wildbahn zu sehen bekommen. (Foto: Ralf Sikorski)

Wald ist Sehnsuchtsort für den Mensch – aber auch Heimat vieler Wildtiere. Vorsicht und Rücksichtnahme schützen Waldbesucher vor unangenehmen Erfahrungen

Wie gefährlich sind Waldtiere? Diese Frage haben sich sicher schon viele Waldbesucher gestellt. Es muss nicht immer ein großes Säugetier sein, was uns dabei möglicherweise in den Sinn kommt. Ein kleiner Überblick soll der Orientierung dienen.

Rehwild

Rehe sind häufig im Wald anzutreffen, ausgesprochen scheue Fluchttiere und für den Waldbesucher völlig ungefährlich. Allein für den Autofahrer können diese Tiere bei Kollisionen gefährlich werden, insbesondere im Sommer in der Blattzeit des dann oft „liebestollen“ Rehbocks oder im Herbst bei widrigen Sichtbedingungen für Verkehrsteilnehmer.

Wildschweine

Weibliche Tiere, sog. Bachen, mit Jungen (Frischlingen) können aggressiv sein. Insbesondere dann, wenn sie sich oder ihren Nachwuchs bedroht sehen. Waldbesucher sollten Wildschweinkontakt meiden, keinesfalls auf Rotten aktiv zugehen und besser die Tiere unbehelligt ziehen lassen.

Zecken

Klein, aber gemein. Auf befestigten Waldwegen ist die Gefahr gering, mit den Tieren in Kontakt zu kommen. Wer im Unterholz nach Pilzen sucht oder Waldwiesen quert, sollte vorsichtig sein. Bei Bissen können Zecken fiese Krankheiten übertragen, die schlimmstenfalls zum Tod führen.

Eichenprozessionsspinner

Die giftigen Härchen der Raupen können bei Waldbesuchern im Sommer starke allergische Reaktionen bis hin zu Schocks auslösen. Die Brennhaare sind extrem leicht und können auch durch geringe Windbewegung verfrachtet werden. Waldbesucher sollten Befallsgebiete, insbesondere warm-trockene Eichenwälder, meiden und mögliche Wegesperrungen strikt beachten.

Hornissen

Hornissen bauen ihre Nester vorzugsweise in Bodenlöcher oder Totholz. Nähert man sich diesen Nestern unter vier Meter, werden aus den friedlichen Insektenjägern schnell Schwarm-Angreifer. Der -sehr schmerzhafte- Stich der schwarz-gelb gestreiften Hornisse, die auffallend größer als eine Wespe oder Biene ist, kann bei Allergikern zu Herzrasen und Atemnot führen.

Luchs

Luchse durchziehen in großen Jagdrevieren die heimischen Wälder, sind äußerst heimlich und für den Waldbesucher völlig ungefährlich. Einen Luchs überhaupt zu bemerken, dürfte den wenigsten Waldbesuchern gelingen.

Wolf

Wölfe meiden den Menschen nicht immer. Waldbesucher mit Hund oder auch Reiter sollten Vorsicht walten lassen. Derzeit ist der Wolfsbesatz in Thüringen noch sehr gering. Wie sich dies bei steigenden Wolfzahlen darstellt, bleibt offen.

Bei allen Einschätzungen gilt es speziell bei Säugern zu beachten, das geführte Jungtiere, Verletzungen, Krankheiten oder auch Beuteverzehr das Verhalten der Tiere sehr schnell aggressiv werden lassen kann. Selbst ein balzender Auerhahn kann einen unvorsichtigen Waldbesucher angreifen, wenn er sein Revier bedroht sieht. Eltern sollten beim Waldbesuch, ähnlich wie im Straßenverkehr, besonders auf ihre Kinder achten, die ggf. Gefahrensituationen nicht erkennen oder beurteilen können. Dann steht dem erholsamen Waldspaziergang nichts mehr im Wege.

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Kontakt

ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann