Wie aus Eicheln richtige Eichen werden

Was ist aus der Eichelsammelaktion im Herbst 2018 geworden? ThüringenForst öffnet jetzt die Türen der Forstbaumschule Breitenworbis und zeigt das beeindruckende Ergebnis (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Die letztjährige Eicheln-Sammelaktion durch Kinder und die eigene Saatguternte bescherte ThüringenForst 2018 ein Rekordergebnis von 18,5 Tonnen Saatgut. Heute zeigt Forst-Staatssekretär Dr. Klaus Sühl den Jüngsten „ihre“ ersten Eichenpflänzchen

Forst-Staatssekretär Dr. Klaus Sühl zeigt heute in der landeseigenen Forstbaumschule Breitenworbis des Thüringer Forstamtes Leinefelde einem knappen Dutzend Kinder, was das Ergebnis ihrer fleißigen Eicheln-Sammelaktion aus dem vergangenen Herbst ist. Zehntausende kleine Eichensämlinge, nur wenige Zentimeter groß, strecken vorwitzig ihre ersten kleinen Blättchen in den Himmel. Rund 60 % des gesammelten Saatgutes wurden direkt nach der Sammelaktion noch im Herbst 2018 eingesät und ist prompt aufgegangen. Aber nicht nur das: Die Kinder können zugleich sehen, wie die verbliebenen, über Winter eingelagerten Eicheln in diesem Frühjahr ins Saatbeet eingebracht, mit wärmenden Holzspänen abgedeckt und mit Netzen gegen den Zugriff von Eichelhähnern geschützt werden. „So können Kinder -gleichsam am Kindergarten für junge Eichen- anschaulich den Kreislauf des Baumwachstums verstehen. Und begreifen, wie ihr eigenes Handeln diese Naturkreisläufe unterstützen und fördern kann“, so Dr. Klaus Sühl.

2018 war Eichenvollmast – tausende Hände haben beim Sammeln geholfen
Tausende von Kindern und Jugendlichen, aber auch Eltern, Waldfreunde und Vereine waren im Herbst 2018 dem Aufruf der ThüringenForst-AöR gefolgt und hatten Eicheln in den heimischen Wäldern gesammelt und in den Forstämtern abgegeben. Denn 2018 zeigte die Eiche Vollmast - was nur alle fünf bis sieben Jahre vorkommt. Der Erfolg der landesweiten Sammelaktion war für die Grünröcke überwältigend. Insgesamt rund 18,5 Tonnen Eichensaatgut, vorwiegend Traubeneiche, konnte die Landesforstanstalt verbuchen, 9,9 Tonnen davon hatten fleißige Kinder- und Helferhände in zugewiesenen Waldbeständen unter Aufsicht eines Revierförsters gesammelt. Fast alles hochwertige Saatgut wurde der landeseigenen Forstbaumschule Breitenworbis übergeben. Dort wachsen in riesiger Anzahl seither junge Eichensämlinge heran, die 2020, spätestens 2021 in den heimischen Wäldern ausgepflanzt werden. „Insgesamt erwarten wir rund zwei Millionen Eichenpflanzen zur Schaffung weiterer klimaangepasster Wälderim Freistaat“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Knapp eineinhalb Fußballfelder voll mit Zehntausenden Eichensämlingen
„Die Aussaatfläche in der betriebseigenen Forstbaumschule in Breitenworbis beträgt allein für die Eicheln rund ein Hektar, was knapp eineinhalb Fußballfeldern entspricht“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Rund 60 % des Saatguts wurde im Herbst 2018 eingesät, der Rest für dieses Frühjahr. Aus jedem Kilogramm Eichensaatgut erhoffen sich die Förster etwa 100 Sämlinge. Eine erste Auspflanzung in den Wald kann im Herbst 2020 als dann zweijähriger Sämling erfolgen. Ein Teil der Beete wird mit Lochfolien abgedeckt. Unter diesem Schutz können erste Sämlinge schon im Frühjahr 2020 verwendet werden. Die jungen Eichensämlinge werden in ganz Thüringen für die Wiederbewaldung nach den letztjährigen Stürmen und für die Borkenkäferkahlflächen verwendet und vielerorts Mischwälder entstehen lassen.

In Thüringen sind vier Eichenarten verbreitet – mit unterschiedlichster Herkunft
In Thüringens Wäldern finden sich insgesamt vier Eichenarten: Neben der häufigeren Trauben- und Stieleiche auch die wärmeliebende, sehr seltene Flaumeiche. Aus Nordamerika im letzten Jahrhundert eingeführt ist die Roteiche, deren wunderschön rötlich gerfärbtes Herbstlaub sicherlich schon so manchen Waldwanderer erfreut hat. Die Eichen gehören zu den Lichtbaumarten und sind deshalb, im Gegensatz zu Buche oder Weißtanne, ideal für Kahlflächenaufforstungen geeignet. „Die Eichen, nach der Buche häufigste heimische Laubbaumart, haben einen Waldflächenanteil von knapp 7 % im Freistaat, Tendenz eindeutig steigend“, so Gebhardt abschließend. Und tausende fleißige Kinder, Jugendliche haben ihren Anteil daran.

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Dr. Horst Sproßmann