Wenn der Rehbock zum Rammbock wird

Die Folgen von Kollisionen mit Rehen im Straßenverkehr sollten insbesondere bei höheren Aufprallgeschwindigkeiten nicht unterschätzt werden. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Ende Juli bis Mitte August ist Blattzeit in Thüringen. Rehböcke treiben dann im Liebesrausch ihre Angebetete vor sich her – ohne Rücksicht auf Umgebung oder Straßenverkehr

Die Blattzeit, die Paarungszeit des Rehwildes, steht im Freistaat kurz bevor. Dieses an sich erfreuliche Geschehnis in der freien Natur steigert aber nicht nur die Zahl der Rehe im Freistaat, sondern leider auch die Zahl der Wildunfälle. Denn der liebestolle Rehbock treibt die Ricke oft genug kilometerweit vor sich her – ohne Rücksicht auf Umgebung oder Straßenverkehr.

Besonders fatal: Autofahrer unterschätzen Rehwild als Kollisionsgegner. Tatsache ist aber, dass sich das eigentlich geringe Gewicht eines Rehs von etwa 20 Kilogramm überproportional mit dem Fahrzeugtempo zu einem gefährlichen Aufprallgewicht entwickelt. Bei Tempo 70 hat ein Reh ein Aufprallgewicht von 850 Kilogramm – mithin das Gewicht eines ausgewachsenen Ochsen. Damit erklärt sich, warum viele Unfälle mit Rehwild so verheerende Folgen haben.

„Autofahrern sei empfohlen, von Ende Juli bis Mitte August von Wald und Feld gesäumte Straßen besonders aufmerksam zu befahren und auf Wildwechsel-Verkehrszeichen zu achten“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand: „Wechselt ein Reh, sollte mit weiteren Tieren gerechnet werden“. 

Der Förster hat noch weitere Tipps parat: Im Fall der Fälle den Wildunfall umgehend der Polizei melden, zum einen, um verunfallte und verletzt flüchtige Tiere zu  erlösen, zum anderen, um den Versicherungsschutz aufrecht zu erhalten.

Und: Keinesfalls versuchen mit riskanten Fahrmanövern einem Reh auf der Fahrbahn auszuweichen. Der Fahrer gefährdet oft genug sein Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer. Ein kontrollierter Aufprall, bei aller Tierliebe, ist die geeignete Maßnahme.

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Dr. Horst Sproßmann