Waldwege fördern biologische Vielfalt

Österreichische Studie: Forstwege sind in Wirtschaftswäldern nicht nur Verkehrsinfrastruktur, sondern auch ökologischer Hort für gefährdete Tier- und Pflanzenarten (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Eine aktuelle österreichische Studie zeigt überraschende Ergebnisse: Forstwege dienen immer mehr gefährdeten Tieren und Pflanzen als Rückzugsort

Eine aktuelle Studie der Österreichischen Bundesforste in Zusammenarbeit mit Zoologen und Botanikern zeigt, dass Forststraßen, Böschungen und Grünstreifen in Wirtschaftswäldern Rückzugsorte für gefährdete Arten sind. Drei Jahre lang wurden 126 Forststraßenabschnitte in ganz Österreich nach Reptilien, Amphibien, Faltern, Libellen, Schnecken sowie geschützten Pflanzen untersucht. Die Experten fanden 172 verschiedene Tierarten, von denen 48 auf der Roten Liste stehen, sowie 70 teils gefährdete Pflanzenarten. Dies berichtete das renommierte Holz-Zentralblatt in seiner vorletzten Ausgabe.

„Forststraßen begünstigen die Sonneneinstrahlung und damit den lichten Bewuchs, zusätzlich gelangt dort mehr Niederschlag auf den Boden“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Dies fördert insbesondere licht- und wärmeliebenden Arten wie Schmetterlinge und Heuschrecken. Überraschend sei, in welchem Umfang dieses Phänomen die biologische Vielfalt im Wirtschaftswald bestärke. In Thüringen gibt es insgesamt 11.300 Kilometer Forststraßen, die vergleichbar einem Spinnennetz die Wälder durchziehen. Regelmäßig pflanzen Thüringer Förster in die Lichtprofile entlang von Forststraßen seltene Baum- und Straucharten, die auch auf die heimische Fauna attraktiv wirken. Beobachtungen der Thüringer Förster zeigen, dass Kreuzotter, Spanische Fliege oder auch Bärlappe, sämtlich seltene bzw. prioritär geschützte Arten, entlang von Forstwegen zu finden sind. Der damit generierte Effekt zur Förderung der biologischen Vielfalt scheint bisher unterschätzt worden zu sein.

Erst vor wenigen Wochen hatte das Bundesamt für Naturschutz mit Sitz in Bonn bei umfangreichen Erfassungen der Vogelbestände festgestellt, dass die Zahl der Vögel in Wäldern in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe.

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Dr. Horst Sproßmann