Unfallbilanz 2016

Sicherheitsfaktor Forstmaschine: In einer geschützten, vollklimatisierten Kabine sitzend, erntet dieser Maschinenführer mittelstarkes Holz. Derartige Holzerntemaschinen helfen Waldarbeitsunfälle zu verhindern. (Foto: Barbara Neumann)

Schneereicher Winter führte zu mehr Arbeitsunfällen im Wald. Trotz leicht gestiegener Unfallzahlen 2016 erreicht ThüringenForst die drittbeste Unfallbilanz seit der deutschen Wiedervereinigung. Trotzdem verunfallte knapp jeder zehnte Forstwirt

Die Thüringer Landesforstanstalt schließt das Jahr 2016 mit 71 Forstunfällen pro einer Million Arbeitsstunden mit der drittbesten Unfallbilanz nach der deutschen Wiedervereinigung ab (2015: 60 Forstunfälle). Erfreulicherweise kam es 2016 außerdem zu keinem tödlichen Arbeitsunfall im Staatswald. Fast jeder zweite Unfall ging mit Bein-Fuß-Verletzungen einher, jeder fünfte Unfall betraf Kopf und Augen.

Trotz dieser Statistik mit erstrebenswert geringen Vorkommnissen besteht für die Beschäftigten in der Forstwirtschaft im Vergleich zu anderen Branchen weiterhin ein erhöhtes Gefährdungspotenzial. Der Einsatz von Forstmaschinen in der Holzernte bleibt ein wichtiger Aspekt der Unfallvorbeugung. Forstexperten wünschen sich vor diesem Hintergrund mehr Verständnis der Waldbesucher für Maschineneinsätze im Wald und deren temporäre Folgen für die Begehbarkeit einzelner Wege.

Unfallhäufigkeit korreliert mit Witterungsereignissen

„Forstwirte arbeiten nicht in witterungsgeschützten Fabrikhallen, sondern bei Wind und Wetter in oft schwierigen Geländeverhältnissen draußen in der Natur. Was einerseits die Attraktivität des Berufes ausmacht, ist andererseits ein Nachteil in Bezug auf die Arbeitssicherheit“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Erwartungsgemäß ist die Holzernte der Arbeitsbereich mit der höchsten Unfallhäufigkeit, insbesondere das Fällen und Entasten und das Einschneiden in Verkaufssortimente mit einer hohen Zahl von Bein- und Fuß- (42 %), sowie Kopf- und Augenverletzungen (20 %) verbunden. Unter den 569 Forstwirten kam es zu 60 Arbeitsunfällen, zusätzlich wurde ein Wegeunfall registriert. „Diese Erkenntnisse geben uns wichtige Hinweise, wo künftige Verbesserungsansätze beim Arbeitsschutz zu suchen sind“, so Gebhardt weiter.

Durchschnittlich verunfallte 2016 jeder zehnte Forstwirt (2015: jeder elfte Forstwirt). Der schneereiche Winter 2016 führte zu mehr Arbeitsunfällen. Verunfallten im Januar/Februar  2015 insgesamt 11 Forstwirte, waren es im gleichen Zeitraum 2016 schon 15 Forstwirte (+35 %).

Hochmoderne Forstmaschinen verringern das Unfallrisiko

Die Waldarbeit ist und bleibt eine körperlich anstrengende und mit besonderen Unfallrisiken verbundene Arbeit. Das Arbeiten an und mit Motorsägen oder Motorgeräten ist in diesem Umfeld leider oft gefahrengeneigt. Der Einsatz von Forstmaschinen in der Holzernte, wie etwa Harvester und Forwarder, senken dieses Unfallrisiko signifikant.

„Leider scheint es bestimmten Bevölker-ungskreisen, oft aus dem urbanen Umfeld, schwierig möglich, den Spaziergang auf sauberen Waldwegen einerseits und die Sicherheit der täglich im Forst arbeitenden Menschen andererseits, verantwortungsvoll abzuwägen“, so Gebhardt. Die schweren Holzerntemaschinen verursachen bei bestimmten Witterungssituationen beim Befahren der Waldwege sicherlich Verschmutzungen und sogar Schäden, haben aber gleichzeitig auch schon so manchen Arbeitsunfall, ggf. sogar tödlichen Arbeitsunfall, verhindert.

Sollte der Forstmaschineneinsatz die Wegenutzung für Waldbesucher tatsächlich einschränken, werden diese in der Regel durch die thüringenweit 24 Forstämter schnellstmöglich wieder instandgesetzt.

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Kontakt

ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann