Totholz hilft Wiederbewaldung

Die toten Bäume selbst sind oft voller Leben. Sie dienen beispielsweise Insekten, Pilzen und Mikroorganismen als Lebensraum. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Klimawandel und Borkenkäfer setzen vor allem den Fichtenwäldern im Forstamt Erfurt-Willrode weiter zu. Bei der Wiederbewaldung der entstehenden Schadflächen nutzen die Förster auch so genanntes Totholz als Teil der Strategie. 

„Wenn abgestorbene Bäume von Borkenkäfern nicht mehr zur Vermehrung genutzt werden können und keine Gefahr für Menschen darstellen, können sie bei der Wiederbewaldung der Schadflächen helfen“, sagt Forstamtsleiter Dr. Chris Freise. Vögel und Kleinsäuger tragen in das Umfeld der toten Bäume Samen ein und fördern so die Naturverjüngung der nächsten Waldgeneration. Die jungen Bäume profitieren vom Schutz der abgestorbenen Bäume, die dem Nachwuchs bei ihrem natürlichen Zerfall Schatten, Nährstoffe und Wasser bieten.

„Die toten Bäume selbst sind oft voller Leben“, erklärt Thomas Kallenbach, der im Forstamt für den Waldnaturschutz verantwortlich ist: „Sie werden von Pilzen, spezialisierten Käfern sowie vielen Vogel- und Fledermausarten als Lebensraum genutzt, die auch wichtige Funktionen im Waldökosystem haben.“ Wenn die toten Fichten nach mehreren Jahren zusammenstürzen, schützt ihr Astverhau die Baumverjüngung vor hungrigen Rehen und Hirschen.

Das Forstamt empfehle daher, abseits von Wegen und Waldgrenzen kleine Gruppen von abgestorbenen Bäumen als so genannte Totholzinseln auf den Schadflächen zu belassen.  
Da stehendes Totholz aber auch durchaus eine Gefahr bei der weiteren Bewirtschaftung der Flächen darstellt, wenn diese zum Beispiel aktiv bepflanzt und gepflegt werden, sollten die Totholzinseln nicht zu groß gewählt werden und einen ausreichenden Abstand zueinander haben.

„Wenn bei der Borkenkäfersanierung die Kronen der Totholzbäume gekappt werden, können die Stümpfe als Hochstubben mit geringerem Gefährdungspotenzial ähnliche Funktionen für den Naturhaushalt übernehmen“, so Kallenbach. Das Hauptaugenmerk des Forstamtes liege aber nach wie vor auf der rechtzeitigen Sanierung der Borkenkäferschäden und der Erhaltung der lebenden Waldstrukturen.

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Forstamt Erfurt-Willrode

Dr. Chris Freise