ThüringenForst: Unfallbilanz deutlich verbessert

Insbesondere bei der letztjährigen Sturmholzaufarbeitung waren unfallsichere Holzerntemaschinen aus Sicht des Arbeitsschutzes erste Wahl. Sturmholzaufarbeitung gilt als besonders gefährlich. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Der Einsatz unfallsicherer Forstmaschinen zahlt sich aus: Denn sie ersetzen die gefährliche händische Holzernte, bei der 60 % aller Unfälle passieren

Für die 528 Forstwirte der ThüringenForst-AöR sind moderne Forstmaschinen Lebensretter. Das ist eine wesentliche Erkenntnis aus der aktuell vorgelegten Unfallstatistik 2018 der Landesforstanstalt. Absolut ging die Zahl der Arbeits- und Wegeunfälle im Staatsforst von 73 (2017) auf 53 (2018) zurück. Auch relativ sanken die Unfallzahlen: Verunfallte 2017 im Schnitt jeder achte Waldarbeiter, war es 2018 nur jeder Elfte.

Insgesamt legte ThüringenForst mit 67 Unfällen je einer Million Arbeitsstunden die zweitniedrigste Unfallbilanz seit 1993 vor. Getrübt werden die Bemühungen um einen besseren Arbeitsschutz durch den tödlichen Arbeitsunfall eines Forstwirts im Januar 2018 bei der Fällung eines Baumes. Immer noch passieren 60 % der Unfälle bei der Holzernte. Deshalb ist der Einsatz unfallsicherer Forstmaschinen auch künftig „Lebensretter Nr. 1“ bei der gefährlichen Waldarbeit.

Die Holzernte ist die gefährlichste Arbeit im Forst

Mit 29 Unfällen (2017: 43) bleibt die Holzernte mit Abstand jener Arbeitsbereich mit der absolut höchsten Unfallhäufigkeit. Speziell das Entasten von Bäumen mit der Motorsäge ist eine unfallträchtige Tätigkeit. Zum einen bedingt durch den Umgang mit der Motorsäge, aber auch durch die Gefahr herabstürzender Äste aus dem Kronenbereich umstehender Bäume. Forstmaschinen glänzen hier mit einem hervorragenden Sicherheitskonzept.

„Speziell die unfallsicheren Holzerntemaschinen, von einigen techniksensiblen Waldbesuchern vorschnell verteufelt, sind nachweisliche Lebensretter für unsere Forstwirte“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Deshalb wird künftig der Einsatz dieser Forstmaschinen, neben Rentabilitätserfordernissen, auch und vor allem aus Gründen der Arbeitssicherheit bei ThüringenForst zunehmen.

Gerade die zahlreichen, oftmals widrigen Witterungsverhältnisse wie Hitze, Kälte, Wind, Regen oder Schnee erhöhen die Rutsch- und Sturzgefahr für die Forstwirte in oft schwierigem Gelände bei ständig wechselnden Arbeitsorten. Die Wucht fallender Bäume, die zerberstenden Kronen, aber auch zurückschleudernde Baumteile stellen erhebliche Risiken für die Forstwirte in der Holzernte dar.

Bein- und Fußverletzungen traten auch 2018 am häufigsten auf

Mit 35 % bleiben im Vergleich zum Vorjahr Bein/Fußverletzungen bei Forstwirten die häufig verletzten Körperteile, gefolgt von Rumpf/Halsverletzungen (23 %) und, fast gleichauf, Arm/Handverletz-ungen (22 %) sowie Kopf/Augenverletzungen (20%). Der Anteil leichter Unfälle mit bis zu 20 Ausfalltagen sank von 57 % (2017) auf 51 % (2018). Von Arbeitsunfällen weiterhin besonders betroffen ist die personenstarke Altersklasse der 50 bis 59-jährigen Forstwirte. Rund jeder zweite Unfall wurde hier verzeichnet.

Der Arbeitsschutz ist und bleibt wichtiges strategisches Ziel

„Die jährliche, detaillierte Auswertung  des Unfallgeschehens bei ThüringenForst gibt uns wichtige Hinweise, wo künftige Verbesserungsansätze beim Arbeitsschutz zu finden sind“, so Volker Gebhardt abschließend. Der Einsatz von Forstmaschinen bei der Holzernte bleibt ein wichtiger Aspekt der Unfallvorbeugung.

Aber auch das stetig optimierte Rettungswege- und Rettungspunktesystem der Landesforstanstalt mit landesweit fast 5.500 Rettungspunkten im Wald hat sich in den letzten Jahrzehnten bestens bewährt – i. d. R. war etwa 15-20 Minuten nach Auslösen der Rettungskette Hilfe vor Ort, wenn Zufahrtswege nicht durch Waldbesucher zugeparkt waren.

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Dr. Horst Sproßmann