ThüringenForst erweitert Netz an Holzlagerplätzen

Kyrill-Sturmholzlager bei Ohrdruf 2007: Fichtenstämme, soweit das Auge reicht. Das von ThüringenForst neu geplante Borkenkäferholzlager soll dreimal so viel fassen (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Zur Entschärfung der angespannten Kalamitäts- und Holzmarktsituation eröffnet ThüringenForst spezielle Holz-Großlagerplätze

Zur Entschärfung der angespannten Kalamitäts- und Holzmarktlage eröffnet ThüringenForst insgesamt zwei Großlagerplätze für Schadholz und ergänzt damit sein landesweites Netz derartiger Einrichtungen. Möglich wird dies durch die zusätzlichen Finanzmittel des Landes für den Privat- und Kommunalwald. Schadholz aus diesem Waldbesitz kann hierdurch verstärkt eingelagert werden. „Diese zusätzliche Lagerinfrastruktur unterstützt die Sanierung von Wäldern, welche durch Borkenkäferbefall von der Vernichtung bedroht sind. Jetzt kann verstärkt von Käfern befallenes Holz schnell aus dem Wald kommen. Und der Holzmarkt wird spürbar entlastet“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Zusätzlich ergeben sich Vorteile durch Verringerung des Pflanzenschutzmittelverbrauchs, der Verbesserung der Infrastruktur im Wald sowie der Waldbrandvorsorge. ThüringenForst kann bisher rund 50.000 Festmeter Schadholz in kleineren regionalen Lagerplätzen unterbringen. Mit den zusätzlichen Großlagerplätzen wird die Kapazität auf rund 500.000 Festmeter verzehnfacht. Diese entstehen z. B. bei Ohrdruf (Forstamt Finsterbergen) und Merkers (Forstamt Bad Salzungen).

Fichtenholz lässt sich ein bis zwei Jahre trockenlagern
Es wird vorwiegend Borkenkäferholz der Baumart Fichte trocken eingelagert. Dabei kann ThüringenForst auf die Erfahrungen nach der Orkankatastrophe „Kyrill“ im Jahr 2007 zurückgreifen. Damals wurden ca. 350.000 Festmeter Sturmholz für fast zwei Jahre in Trocken- und sogenannte Nasslager verbracht und damit der Holzmarkt spürbar entlastet. Derzeit gibt es im Freistaat fünf kleinere Trockenlager, die alle von ThüringenForst unterhalten werden – teils in Zusammenarbeit mit der Sägeindustrie.

Holzlager haben im Krisenfall entscheidende Vorteile…
„Mit dem damit möglichen Absatz von Schadholz, heraus aus dem Wald, hinein in die zusätzlichen Holzlager, erhält die Borkenkäfersanierung einen neuen, kraftvollen Impuls“, ist sich Gebhardt sicher. Damit kann die Borkenkäfermassenvermehrung weiter eingedämmt werden. Auch die Waldbrandvorsorge kann verbessert werden, da geringere Holzmengen entlang der Forststraßen gepoltert werden müssen. Und nicht zuletzt kann der Einsatz von Pflanzenschutzmittel deutlich reduziert werden, da außerhalb des Waldes dem Borkenkäfer kein Neubefall von gesunden Bäumen möglich ist. Auch sind derartige Holzlager „Schaufenster“ für potenzielle Kunden, die, so die Erfahrungen aus „Kyrill“, große, an einem Ort vorkonzentrierte Holzmengen lieber kaufen, als im Wald hunderte verstreut liegende Kleinpolter oder Posten.

….denen nur wenige Nachteile gegenüber stehen
Holz ist und bleibt eine verderbliche Ware. Durch geschickte Auswahl der Lagerplätze, etwa an windexponierten Orten, lässt sich die Qualität in Trockenlagern zwar einigermaßen aufrecht erhalten. Allerdings nur für geminderte Anwendungen, wie etwa Verpackungsware, Zellstoff oder Spanplatten oder die energetische Verwertung. Die mit Blick auf die Qualitätserhaltung besser geeigneten Nasslagerungen, etwa in Seen oder unter permanenter Beregung mit Hilfe von Fluß- oder Grundwasser, unterliegen im Freistaat jedoch hohen ökologischen, naturschutzfachlichen wie auch wasserwirtschaftlichen Auflagen. Diese machen aber für qualitätsgemindertes Borkenkäferholz keinen Sinn.

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ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann