ThüringenForst erlegte so viele Wildschweine wie noch nie

Können die gefürchtete Afrikanische Schweinepest in Thüringen verbreiten: Wildschweine. Deshalb ist zur Seuchenprävention die Bejagung zu verstärken. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

18 % höherer Wildschweinabschuss als Teil einer seuchenpräventiven jagdlichen Maßnahme gegen die dem Freistaat drohende Afrikanische Schweinepest

Das neue Jagdjahr ist gerade vier Wochen alt – Zeit für ThüringenForst, auf das vergangene Jagdjahr zurückzublicken. Dies umso mehr, da mit 20.371 erlegten Wildtieren im Jahr 2017 die erfolgreichste Jagdstrecke seit Gründung der ThüringenForst-AöR realisiert wurde. Besonders wichtig: Mit 6.083 Stück Schwarzwild konnte ThüringenForst den seuchenpräventiven Abschuss gegenüber dem Vorjahr um 18 % steigern und damit so viele Wildschweine wie noch nie erlegen. Das zuständige Thüringer Gesundheitsministerium hatte im Sommer 2017 den verstärkten Abschuss von Schwarzwild gefordert, um den tierischen Übertragungsfaktor für den Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu reduzieren. Die extrem hohen Schwarzwildbestände müssen verringert werden. Gleichzeitig ist die Verbreitung des Erregers über den Fernlast- und Reiseverkehr aus Osteuropa in die heimischen Territorien und Haustierbestände auszuschließen.

Überhöhte Rot- und Rehwildbestände gefährden die Waldgesundheit
„Während das Schwarzwild aus forstlicher Sicht keine nennenswerten Schäden im Wald verursacht, gefährden überhöhte Rot- und Rehwildbestände seit Jahren die Waldgesundheit“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Deren Abschuss konnte 2017 im Staatswald ebenfalls erhöht werden: Der Rotwildabschuss auf 2.388 Stücke (2016: 2.216), der Rehwildabschuss sogar auf 11.136 Stück (2016: 10.835). „Während Rotwild vorzugsweise an Fichten die Rinde abschält und somit Fäulnisbakterien eine Eingangspforte in den gesunden Baum bietet, frisst das Rehwild bevorzugt die Knospen junger Laubbäume und bringt diese oft genug zum Absterben“, so Gebhardt weiter. Damit wird nicht nur der Waldumbau hin zu klimarobusten Mischwäldern vereitelt, auch die Artenzahl seltener Laubbäume wie Mehlbeere, Wildobst oder Ulmen ist gefährdet. Denn das Rehwild ist in der Lage, einen für das Wildtier extrem schmackhaften Wildobstbaum in einem Meer wenig delikater Fichten zu finden – gleichsam regelmäßig die Nadel im Heuhaufen auszumachen. Deshalb ist es wichtig, durch erfolgreiche jagdliche Maßnahmen die Rot- und Rehwildbestände auf ein ökosystemverträgliches, dem naturnahen Wald angepasste Wilddichten zu reduzieren.

Jagderfolg im Landeswald dank großer Unterstützung der Privatjäger
Die hohen Erlegungszahlen wurden dank großer Anstrengungen und der Unterstützung zahlreicher privater Jägerinnen und Jäger vor allem bei den Gemeinschaftsjagden, oft organisiert und assistiert durch die Kreisjägerschaften des Thüringer Landesjagdverbandes, im Herbst und im Winter möglich. Damit hat die Landesforstanstalt in hohem Maße nicht nur zur Regulierung der Rot- und Rehwildbestände beigetragen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Seuchenprävention geleistet.

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Dr. Horst Sproßmann