ThüringenForst ebnet Weg zu einem stabilisierten Holzmarkt

Forstministerin Birgit Keller war kurz nach Sturm „Friederike“ am Ort des Geschehens und informierte sich bei ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt über das Schadensausmaß. Mit der laufenden Schadholzaufarbeitung soll jetzt auch der Holzmarkt stabilisiert werden. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Mit einem konzertierten Krisenmanagement versuchen Forst- und Holzwirtschaft im Freistaat die negativen Auswirkungen der diesjährigen Winterstürme auszugleichen

Die Winterstürme „Friederike“ im Januar und „Irinäus“ im März dieses Jahres haben den Holzmarkt in Thüringen kräftig durcheinandergewirbelt. Mit mehr als 650.000 Festmeter Schadholz rangieren diese Stürme zwar deutlich unter der „Kyrill“-Schadmenge 2007 mit über 3 Mio. Festmeter.

Gleichwohl soll eine zügige Schadensbeseitigung zum einen den Holzpreis stabilisieren, andererseits den von den Stürmen betroffenen Privat- und Körperschaftswaldbesitzern im Freistaat die Holzabsatzmöglichkeiten sichern. Wichtigste Maßnahme der Landesforstanstalt als größten Waldbesitzer im Freistaat: Sie lagert rund 130.000 Festmeter hochwertiges Fichtenholz ein.

Die großen Thüringer Sägewerke unterstützen dieses staatliche Krisenmanagement, denn auch sie sind an der soliden und steten Rohholzversorgung ihrer Betriebe interessiert. Im Freistaat gibt es rund 180.000 private Waldbesitzer und rund 700 waldbesitzende Kommunen.

Einschlagsstopp für frisches Fichtenholz im Staatswald bleibt

„ThüringenForst wird den nach Sturm „Friederike“ in den eigenen Waldungen durchgeführten Einschlagsstopp für frisches Fichtenholz voraussichtlich bis Ende Juli aufrechterhalten“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. Frisches Holz wird außerhalb der Sturmgebiete nur für kleinere Sägewerkskunden zur Aufrechterhaltung einer dringenden Mindestversorgung in geringem Umfang bereitgestellt. Die Landesforstanstalt hat, mit Unterstützung der vier größten Sägewerkskunden, fast den vollständigen Nadelholz-Einschlag auf die von den Stürmen gebeutelten Staatswaldgebiete umverteilt. Dies erforderte zusätzlich eine komplette Neudisposition der Holzabfuhrlogistik, welche den schnellen Holzabfluss aus den Krisengebieten gewährleisten soll.

130.000 Festmeter Sturmholz gehen in Zwischenlager

In enger Zusammenarbeit mit der heimischen Holzindustrie werden in den Sägewerken Sturmholzzwischenlager eingerichtet. Diese Zwischenlager sichern die hohe Qualität des Holzes und entlasten zusätzlich den mit Sturmholz überfüllten Holzmarkt. Je weniger Fichtenstammholz derzeit im Freistaat zusätzlich verkauft wird, umso besser.

Alle Waldbesitzer zur disziplinierten Waldbewirtschaftung aufgerufen

ThüringenForst fordert alle Waldbesitzer auf, den regionalen Holzmarkt nicht mit zusätzlichen Frischholzmengen zu belasten, um eine zügige Normalisierung der Situation herbeizuführen. Aktuell geplante Holzernten in der Fichte sollten mindestens in die zweite Jahreshälfte verschoben werden. Gefährlich ist das Potenzial für die Entwicklung einer Borkenkäferkalamität im Freistaat.

Deshalb sind alle Waldbesitzer, zuvorderst jene mit Sturmschäden in Fichtenbeständen, aufgerufen, diese zu kontrollieren und, wo nötig, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Die 24 Thüringer Forstämter sind im Rahmen des Krisenmanagements angewiesen, Forstschutzanfragen privater Waldbesitzer vordringlich zu bearbeiten und stehen diesen im Rahmen des gesetzlichen Beratungsauftrages fachlich kompetent zur Seite.

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Dr. Horst Sproßmann