Sturmschadensbewältigung „Friederike“ läuft voll an

Aus Arbeitsschutzgründen setzt ThüringenForst bei der unfallträchtigen Schadholzaufarbeitung auf hochmoderne Harvester. Tödliche Arbeitsunfälle lassen sich so verhindern. (Foto: Dr. Horst Sproßmann)

Wenige Wochen nach dem Sturmtief hat ThüringenForst alle Weichen zur zügigen Schadenbeseitigung in den nächsten drei Monaten gestellt. Wiederaufforstung dauert bis zu zwei Jahre

Sturmtief „Friederike“ hatte am 18. Januar des Jahres insgesamt rund 500.000 Festmeter Schadholz in Thüringens Wäldern verursacht. ThüringenForst, anteilig mit rund 250.000 Festmeter betroffen, stellte in den letzten drei Wochen alle betrieblichen Arbeitsabläufe in seinen 24 Forstämtern derart um, dass eine Schadholzaufarbeitung im Landeswald in den nächsten drei Monaten weitgehend abgeschlossen werden kann.

Dabei wurden die Interessenslagen des Privat- und Kommunalwaldes ebenso berücksichtigt, wie die der Thüringer Holzindustrie, die den allergrößten Teil des Sturmholzes im Freistaat weiterverarbeiten wird. Die Schadholzmenge allein der Landesforstanstalt entspricht etwa 20 % des durchschnittlichen Jahreseinschlags. Nach der Aufarbeitung und Abfuhr der Schadholzmengen wird die Wiederbewaldung in Angriff genommen, die voraussichtlich ein bis zwei Jahre in Anspruch nimmt.

Ende Mai sind die meisten Sturmschäden im Landeswald beseitigt

„Wir sind jetzt in der Lage, die Schäden, die Sturmtief Friederike im Landeswald hinterlassen hat, in den nächsten drei Monaten weitgehend aufzuarbeiten. Dabei wird ein Großteil des Sturmholzes in die heimischen Sägewerke abfließen, ein Teil zwischengelagert werden“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Nach Einschätzung des Forstexperten sind die vorhandenen forstlichen Unternehmerkapazitäten ausreichend, nachdem die vom Sturmtief weniger betroffenen staatlichen Forstämter, insbesondere im Thüringer Wald, ihren geplanten Nadelholzeinschlag in die zweite Jahreshälfte 2018 verlagert haben.  Der geplante Laubholzeinschlag wird hingegen planmäßig fortgesetzt.

Dies sichert die Versorgung der heimischen Laubholzindustrie und dem Erhalt der dortigen Arbeitsplätze und Produktionsmöglichkeiten. „Damit wird die Situation für Waldbesitzer, Forstunternehmer und Holzindustrie gleichermaßen entscheidend entspannt“, so Gebhardt. Wichtigstes Ziel sei es jetzt, speziell das Fichtenschadholz in allen Waldbesitzarten so zügig aufzuarbeiten, dass der gefürchtete Fichtenborkenkäfer kein bruttaugliches Sturmholz mehr antrifft. Erfahrungsgemäß tritt der Käfer Mitte Mai massiv auf.

Zügige Aufarbeitung geht zu Lasten der Forstwege

Trotz der derzeit herrschenden frostigen Temperaturen wird die Sturmholzaufarbeitung das forstliche Wegenetz erheblich beanspruchen. Denn die gesamten Sturmholzmengen werden zusätzlich zu den geplanten Holzmengen beiderseits der Forstwege gelagert und schließlich abtransportiert. Dies wird bis in den Sommer 2018 in den vom Sturm betroffenen Waldgebieten zu Einschränkungen in der Benutzung der Forstwege auch für Erholungssuchende, Radfahrer oder Reiter führen.

Die sturmbedingten Mehrausgaben der Landesforstanstalt lassen sich noch nicht beziffern

Die Aufarbeitung vom Sturmholz verteuert sich gegenüber einer geplanten Aufarbeitung deutlich, da die Aufarbeitungseffizienz durch die vielen kleinen Sturmwurfnester, die „Friederike“ verursacht hat, deutlich geschmälert ist. Zusätzlich muss ein Teil des Sturmholzes zwischengelagert werden, was weitere Kosten verursacht. Erhebliche Zusatzkosten verursachen schließlich die Pflege und Instandsetzung des Forstwegenetzes. Der genaue Umfang der sturmbedingten Zusatzkosten lässt sich derzeit noch nicht beziffern.

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Dr. Horst Sproßmann