Startschuss für die Gelbbauchunke

(Bild: Wildkatzendorf Hütscheroda)

Im Hainaer Holz werden neue Laichgewässer angelegt: Die vom Aussterben bedrohte Tierart braucht stehende Gewässer mit Rohbodenumgebung

Eng kooperieren die Projektmanager des ENL-Projektes „Sofortmaßnahmen für die Gelbbauchunke in Westthüringen“, das Thüringer Forstamt Finsterbergen, die Natura 2000 Station Gotha/Ilm-Kreis und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises beim Schutz der Gelbbauchunke miteinander.

Ab dem 20. Februar 2018 arbeitet im Hainaer Holz ein Bagger, der auf den Flächen des Forstamtes Finsterbergen solche Tümpel anlegt und die Vegetation beseitigt. Geleitet wird das Projekt von den Biologen Klaus Ehrlich und Martin Burmeister, den Projektmanagern des Projektes für Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL) , welches finanziert durch die Europäische Union und den Freistaat Thüringen Kleingewässer anlegt, um die letzten Gelbbauchunken in Westthüringen zu retten.

„Als man auf uns zukam, haben wir der Maßnahme gerne zugestimmt“, sagt Forstamtsleiter Dr. Gerhard Struck. Bekannt sind die Gelbbauchunkenvorkommen im Hainaer Holz seit langem. Vor allem Fahrspuren von forstlichen Maschinen, in denen das Wasser steht, dienen hier als Laichgewässer. Aber es fehle vor allem auch an Flächen ohne Baumüberschirmung, wenn der Bestand stabilisiert werden solle, sagt Biologe Ehrlich.

„Deshalb haben wir uns entschlossen, hier tätig zu werden. Wenn das Forstamt hier bei künftigen Arbeiten mit Maschinen weitere Fahrgleise hinterlässt, ist das eine willkommene Ergänzung zu unseren aktiv angelegten Gewässern“.

Mathias Heckrodt von den Unteren Naturschutzbehörde in Gotha fasst wie folgt zusammen: „Je mehr Pfützen entstehen, desto besser“.

Unweit der für das Projekt vorgesehenen Flächen hat der Sturm Friederike einige Fichten zu Fall gebracht. Große Wurzelteller der flachwurzelnden Bäume ragen auf. Das Wasser steht bis an den Rand der Wurzellöcher. Struck sagt: „Das ist der völlig falsche Standort für Fichten, aber der ideale für die Gelbauchunke. Bei der Beseitigung der umgefallenen Bäume mit Forstmaschinen im März oder April werden wir deshalb darauf achten, einige dieser Löcher zu erhalten“.


Steckbrief Die Gelbbauchunke (Bombina variegata)

Merkmale

  • ca. 3 bis 5 cm klein,
  • warzige Haut,
  • braune Farbe,
  • herzförmige Pupillen,
  • gelbschwarzes Bauchmuster

Verbreitung

  • Mittel- und Südosteuropa,
  • in Thüringen und Niedersachsen nördliche Verbeitungsgrenze

Landlebensraum

  • strukturreiche, besonnte Offenlandschaften in Waldnähe

Laichgewässer

  • kleine, flache, sich schnell erwärmende und vegetationsarme Gewässer die regelmäßig aus- trocknen

Laichzeit

  • Mai bis September,
  • mehrere Eiablagen im Jahr möglich,
  • meisten nach starken Regenfällen,
  • Eier werden in mehreren kleinen Klumpen an Pflanzenteilen oder auf dem Gewässerboden abgelegt

Schutzstatus

  • Deutschlandweit als „stark gefährdet“ (Rote Liste D 2) und in Thüringen als „vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste T 1) eingestuft,
  • FFH-Richtlinie Anhang II und IV, Europaweit besonders geschützt

Ruf der Gelbbauchunke

  • leises, dumpfes „uh...uh...uh...uh“
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Kontakt

Forstamt Finsterbergen

Dr. Gerhard Struck