Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!

Die ThüringenForst-eigene Forstbaumschule in Breitenworbis ist für Risiken wie „Friederike“ gut gerüstet: Zehntausende Buchenpflänzchen warten darauf, künftig gesunde und klimastabile Mischwälder zu bilden. (Foto: Andreas Knoll)

Die betriebseigene Baumschule Breitenworbis bewährt sich speziell in stürmischen Zeiten. Trotz bundesweit rapide sinkender Zahl an Baumschulbetrieben ist die hochwertige Saat- und Pflanzgutversorgung für ThüringenForst gesichert

Während die Aufräumarbeiten nach Sturmtief „Friederike“ bei ThüringenForst voll am Laufen sind, blicken die Förster schon auf die Aufforstung der entstandenen Kahlflächen. Im Hinblick auf die deutschlandweiten Schadholzmengen in Höhe von 9 Mio. Festmetern, die umfangreiche, wieder aufzuforstende Kahlflächen zur Folge haben, wird die Versorgung mit hochwertigen Saat- und Pflanzgut absehbar zu einem Engpass werden.

Im Rahmen ihres betrieblichen Risikomanagements hat die Landesforstanstalt allerdings Vorsorge getroffen. Mit der betriebseigenen Forstbaumschule „Gottlob König“ in Breitenworbis im Thüringer Forstamt Leinefelde steht den sturmgeschädigten Forstämtern landesweit eine 24 Hektar große Einrichtung zur Seite, die nicht nur über zertifiziertes Saat- und Pflanzgut, sondern auch über eine eigene Vertriebslogistik verfügt.

Noch aus einem anderen Grund ist dies wichtig: Bundesweit ist die Zahl der Baumschulen rückläufig, allein in den letzten fünf Jahren hat rund jeder vierte Baumschulbetrieb geschlossen.

Jeder vierte Baumschulbetrieb hat in den letzten fünf Jahren geschlossen

„Die betriebseigene Forstbaumschule in Breitenworbis ist ein wichtiger Teil unseres unternehmerischen Risikomanagements. Dadurch sichern wir ab, in Zeiten der Not auf Saat- und Pflanzgut wie auch eine schnelle Vertriebslogistik zurückgreifen zu können, die unseren hohen Qualitätsmaßstäben insbesondere in Bezug auf Herkunft und Frische genügt“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Rund 80 % des Schadholzanfalls im Staatswald betreffen die Baumart Fichte.

Im Rahmen des Waldumbaus werden größere Schadflächen mit besser standortsgeeigneten, klimastabilen Nadel- und Laubhölzern wieder aufgeforstet. Auf laubholzreichen Schadflächen baut man hingegen auf die Selbstheilungskräfte der Natur. Dort wird auf Naturverjüngung gesetzt, die allerdings nach einigen Jahren eine verstärkte Pflege benötigt, um ökologisch wie forstbetrieblich wertvolle Baumartenmischungen zu erhalten.

„Um die Wälder auf die künftigen klimatischen Gegebenheiten vorzubereiten, müssen wir ein breites Spektrum an Baumarten vorhalten – vergleichbar einem Gemischtwarenladen“, so Gebhardt weiter. Mit der 24 Hektar großen Forstbaumschule sieht sich ThüringenForst ausreichend gerüstet, zumal seltene Sonderherkünfte auch weiterhin von privaten Forstbaumschulen bezogen werden.

Thüringen verfügt über gerade einmal 0,8 % der bundesweiten Baumschulfläche

Gab es 2012 bundesweit noch 21.200 Hektar Baumschulfläche, so sank diese bis 2017 um 14 % auf jetzt 18.600 Hektar, wie jüngst das Statistische Bundesamt ermittelte. Derzeit verfügt ein Baumschulbetrieb in Deutschland über eine durchschnittliche Baumschulfläche von 11 Hektar.

Von den 1.700 Baumschulbetrieben zogen hingegen nur 275 Nadel- und Laubbäume für Forstpflanzungen heran, der weitaus größere Teil bedienten Landschaftspflege und Städtebau mit Alleen-, Park- und Straßenbäumen. In Thüringen sind 32 Betriebe mit gerade einmal 0,8 % an der gesamtdeutschen Baumschulfläche beteiligt.

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ThüringenForst Zentrale

Dr. Horst Sproßmann